Ehec-Ausbruch in MV
: Wieder neue Fälle, jeder vierte verläuft schwer

In Mecklenburg-Vorpommern suchen die Behörden weiterhin nach der Ursache des Ehec-Ausbruchs. Inzwischen gibt es erneut Fälle, darunter auch schwere Verläufe.
Von
Nicole Züge
Schwerin
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Suche nach Quelle für Ehec-Ausbruch in MV

Die Suche nach der Quelle für den Ehec-Ausbruch in MV geht. Inszwischen gibt es wieder neue Fälle.

Jens Büttner/dpa

Der Erregerstamm ist identifiziert, die Suche nach dem Ursprung der Ehec-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern geht weiter. Besonders besorgniserregend: Bei jedem vierten der bisher gemeldeten Fälle gab es einen schweren Krankheitsverlauf.

Ehec in MV: So läuft die Suche nach dem Erreger-Ursprung ab

Nach der Identifizierung des Erregerstammes für den Ehec-Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern versuchen die Behörden mit detaillierten Befragungen der betroffenen Familien der eigentlichen Quelle auf die Spur zu kommen. Dazu erhalten Betroffene einen Fragebogen des Robert Koch Instituts (RKI), der dpa-Berichten zufolge 37 Seiten umfasst. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei ist für die Untersuchung verdächtiger Lebensmittelproben zuständig.

Jedem potenziellen Verdacht und jedem Hinweis, der sich aus den Antworten ergebe, werde weiterhin mit Hochdruck nachgegangen, versicherte Gesundheitsministerin Stefanie Drese. Doch bislang wurde die Ursache für die seit Mitte August währende Serie von Infektionen nicht gefunden.

Wieder Ehec-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet

Die Identifizierung des verantwortlichen Bakterienstammes hatte Hoffnungen geschürt, nun endlich auch die Infektionsquelle zu finden, doch der Erfolg blieb bislang aus. Vielmehr wurden nach mehreren Tagen ohne Neuinfektionen am Donnerstag (11. September 2025) wieder fünf neue Fälle gemeldet, sodass es inzwischen insgesamt 49 Betroffene gibt.

Laut Dreese wurden 18 dieser Fälle dem aktuellen Ausbruch zugeordnet, der nicht zu dem sonst auftretenden jährlichen Ehec-Geschehen gehöre. Die restlichen 31 Fälle würden bis zur abschließenden labordiagnostischen Prüfung noch als Verdachtsfall geführt. „Wir nehmen den Ausbruch sehr ernst und treiben die Aufklärung stetig und gemeinsam mit allen Akteuren im Land und den Expertinnen und Experten im RKI voran“, betonte Drese.

Ehec steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli - bestimmte krank machende Stämme eines Darmbakteriums, das vor allem bei Wiederkäuern vorkommt und auf verschiedenen Wegen auch auf den Menschen übertragen werden kann. Diese Mikroben produzieren sogenannte Shigatoxine - starke Zellgifte, die bei Menschen schwere Durchfallerkrankungen bis hin zu blutigen Durchfällen sowie HUS mit Blutgerinnungsstörungen und Funktionsstörungen der Nieren hervorrufen.

Schwere Krankheitsverläufe in MV besorgniserregend

Nach Angaben des RKI wurden deutschlandweit seit dem 17. August insgesamt 59 Ehec-Infektionen registriert. Experten zeigen sich besorgt über die Häufung der Infektionen in MV sowie über den teils schweren Krankheitsverlauf, vor allem bei Kindern. Die Zahl der schweren Verläufe mit dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) nahm erneut zu und stieg von zehn auf zwölf. Den Angaben zufolge waren darunter sechs bestätigte und sechs Verdachtsfälle.