Ehec in MV: Neue Fälle! Ministerin reagiert

Neue Ehec-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern haben das Gesundheitsministerium dazu bewogen, von einem Ausbruch zu sprechen. Wie viele Fälle es aktull gibt und was die Ursachenforschung derzeit ergibt - eine Übersicht.
Julian Stratenschulte/dpaDie Zahl der gemeldeten Ehec-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern steigt weiter. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) registrierte zwölf neue Fälle (Stand: 5.9.2025). Drei Erkrankte stammen aus anderen Bundesländern – zwei aus Berlin, einer aus Bayern –, hatten sich aber in Mecklenburg-Vorpommern infiziert.
Hier sind die neuen Ehec-Fälle in MV aufgetreten
Schwerpunkte sind die Landkreise Ludwigslust-Parchim (vier neue Fälle), Rostock (drei) und Vorpommern-Rügen (zwei). Seit Mitte August summiert sich die Zahl der bestätigten Infektionen auf 43.
Gefährliche Komplikation: HUS
Zwölf Betroffene entwickelten das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), eine gefährliche Komplikation mit Blut- und Nierenstörungen. 15 Patientinnen und Patienten liegen derzeit im Krankenhaus, vier weniger als am Vortag.
Gesundheitsministerium ruft zu konsequenter Hygiene auf
Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) appellierte angesichts der Zunahme, Hygieneregeln strikt einzuhalten. „Das heißt: Durch konsequente Hygiene lässt sich eine Ansteckung gut vermeiden“, erklärte Drese. Ehec-Bakterien werden vor allem von Tieren auf Menschen übertragen, können aber auch über Schmierinfektionen weitergegeben werden. Beim Umgang mit Lebensmitteln gelte besondere Vorsicht: Fleisch müsse durchgegart, rohe und gegarte Speisen getrennt aufbewahrt werden. Gemüse sei gründlich zu waschen oder zu schälen. Hinweise auf eine konkrete Quelle der aktuellen Infektionen gibt es laut Behörden bisher nicht. Ungewöhnlich viele schwere Verläufe Ehec-Erkrankungen sind nicht neu. Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 140 Fälle registriert. „Auffällig ist jedoch die derzeitige Häufung der Fälle, weshalb das Gesundheitsministerium nun auch offiziell von einem Ausbruch ausgeht“, so Drese.
Ehec in MV: Ursachenforschung geht weiter
Das Ministerium und die zuständigen Ämter suchen weiter nach der Ursache. Das Robert Koch-Institut ist eingebunden. Mit detaillierten Fragebögen versuchen die Behörden, Gemeinsamkeiten bei den Erkrankten zu erkennen – etwa bei Ernährung, Tierkontakten oder Aufenthaltsorten.
Kinder besonders betroffen
Ehec steht für enterohämorrhagische Escherichia coli. Diese Bakterienstämme produzieren Zellgifte, die blutige Durchfälle und HUS verursachen können. Besonders Kinder sind gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Sie stellen in Mecklenburg-Vorpommern auch beim aktuellen Ausbruch den größten Teil der Erkrankten.
Mit Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
