Einbrüche in Brandenburg: Diese Tipps gibt ein Ex-Einbrecher

Ein Haus einbruchsicher zu machen, ist im Herbst und Winter wichtiger denn je. Wie Hausbesitzer sich schützen können und welchen Fehler viele machen.
Frank Rumpenhorst/dpaDie Einbruchssaison in Berlin und Brandenburg startet mit der dunkleren Jahreszeit, davor warnt auch die Polizei Berlin. Diebe nutzen die Dunkelheit, um unbeobachtet Türen oder Fenster aufzubrechen. Das zeigen die jährlichen Fallzahlen regelmäßig. Nur, wie kann man sein Haus tatsächlich effektiv schützen? Neben Tipps der Polizei gibt es dazu tatsächlich auch einige ehemalige Diebe, die ihr Wissen nach einer kriminellen Laufbahn zur Verfügung stellen. Einer, der sich nach eigenen Aussagen nun für das Gute einsetzen will, ist der britische Ex-Einbrecher Darryl Kennedy. Seine Tipps hier im Video:
Ex-Einbrecher weiß, wie man Einbrüche im Haus verhindert
Der frühere Berufseinbrecher Darryl Kennedy weiß genau, worauf Kriminelle achten. Nach eigenen Angaben hat er rund 20.000 Häuser ausgeraubt. Angefangen hat er im Altern von neun Jahren. Für seine Taten wurde der Brite mehrfach verurteilt, zuletzt zu fünf Jahren Haft wegen 140 Einbrüchen in der Grafschaft Cheshire. Heute arbeitet Kennedy mit Polizei und Universitäten zusammen, um andere vor Tätern wie ihm zu schützen.
Wie unter anderem „The Mirror“ berichtet, unterrichtet Kennedy inzwischen Kriminologie- und Polizeistudierende in Nordengland. Er zeigt ihnen, wie Einbrecher denken, welche Fehler Hausbesitzer machen und was Einbruchsschutz wirklich wirksam macht. Nach seiner Entlassung 2019 luden ihn mehrere Hochschulen ein, darunter die University of Salford und die University of Cumbria. Über 1.000 Studierende und Polizeianwärter haben seine Vorträge bereits gehört.
Haus einbruchsicher machen: So gehen Diebe vor
Kennedy erklärt, dass Täter gezielt Häuser am Ende von Straßen auswählen, weil dort weniger Verkehr herrscht und sie leichter unbemerkt bleiben. Dichte Büsche oder Bäume an Zäunen bieten zusätzliche Deckung und sind ideal, um im Schutz der Dunkelheit in ein Haus einzusteigen. Besonders gefährdet seien Gebäude mit alten oder schlecht gesicherten Fensterrahmen. In offenen Grundrissen oder frei einsehbaren Schlafzimmern lassen sich Wertsachen schnell finden. Schmuck, Bargeld oder Uhren liegen nach Angaben des Ex-Kriminellen fast immer im Schlafzimmer.
Wohin mit Wertgegenständen? Das rät der Ex-Dieb
Heute rät er Eigentümern, genau das zu vermeiden: Wertgegenstände gehören in verschlossene Behältnisse, möglichst außerhalb der Schlafräume. Fenster und Türen sollten stabile Rahmen und sichere Schlösser haben, und der Außenbereich sollte übersichtlich bleiben. Wer Büsche oder Bäume an der Grundstücksgrenze entfernt und für freie Sicht sorgt, nimmt Einbrechern die Deckung.
Auch technische Mittel helfen: Kennedy arbeitet mit unterschiedlichen Firmen zusammen und empfiehlt Systeme, die ihn früher abgeschreckt hätten. Besonders wirksam sei SmartWater – eine nachverfolgbare Flüssigkeit, mit der sich gestohlene Gegenstände markieren lassen. Sichtbare Sicherheitsmaßnahmen wie Kameras, Bewegungsmelder oder gut beleuchtete Zugänge haben ebenfalls eine abschreckende Wirkung.
Kennedy sagt, er habe sein Leben geändert, nachdem er erkannt habe, wie viel Leid er angerichtet hat. Heute spricht der Vater von vier Kindern in Gefängnissen und Schulen, arbeitet mit Sozialprojekten und will Jugendliche davon abhalten, denselben Weg zu gehen. Seine Botschaft ist klar: Einbrüche zerstören Leben – auf beiden Seiten.
