Mit der Fähre nach Norwegen: Routen, Preise, Maut – 8 Tipps für Reise mit Auto und WoMo

Mit der Fähre von Fjordline ab Hirtshals in Dänemark nach Bergen in Norwegen. Auf dem Schild ist die genaue Position auf dem Autodeck benannt.
Tilo Winkler- Norwegen ist ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen mit 2,4 Mio. Übernachtungen 2024.
- Es gibt mehrere Fährverbindungen, u.a. Kiel-Oslo, Rostock-Gedser und Hirtshals-Kristiansand.
- Die Fährpreise variieren stark je nach Saison und Anbieter, z.B. Kiel-Oslo ab 700 Euro.
- Es gibt auch eine Route ohne Fähre über Storebaelt- und Öresundbrücke.
- Maut wird elektronisch berechnet, Anmeldung bei Epass24 möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Norwegen ist ein beliebtes Urlaubsziel in Europa. Norwegische Beherbergungsbetriebe zählten 2024 38,6 Millionen Übernachtungen, so die Angaben der norwegischen Statistikbehörde SSB. Davon entfallen 12,4 Millionen auf ausländische Besucher. 80 Prozent davon kommen demnach aus Europa – mit Abstand die meisten wiederum aus Deutschland. Allein 2,4 Millionen Übernachtungen in dem skandinavischen Land entfallen laut norwegischer Statistik auf deutsche Urlauber.
Die Wege in den hohen Norden sind sehr vielfältig. Wer mit Auto oder Wohnmobil nach Norwegen reist, hat eine große Auswahl an Fährverbindungen. Die Wahl der richtigen Fähre hängt nicht zuletzt davon ab, wohin es genau in Norwegen gehen soll. Und wer lieber auf eine Fährüberfahrt verzichten möchte: Es geht auch ohne, allerdings nur mit einem Kompromiss.
Hier kommen in einer Übersicht 7 Tipps für die richtige Fähre auf dem Weg nach Norwegen – und als 8. Tipp eine Route, die ganz ohne Fähre auskommt. Als Ausgangspunkt wird Berlin gewählt.
Tipp 1: Fähre Rostock – Gedser: Preisbewusste Anreise (für Angler) Richtung Mittelnorwegen
Im Frühjahr ziehen vor allem die Meeresangler wieder los Richtung Norwegen. Beliebte Angelreviere befinden sich beispielsweise auf und rund um die Insel Hitra, westlich von Trondheim in Mittelnorwegen gelegen. Angler wollen oft keine Zeit verlieren, sind zu dritt oder zu viert im Auto und wechseln sich beim Fahren ab. Es ist nicht ihr Familienurlaub, die Familienkasse soll nicht überstrapaziert werden. Sie wollen also möglichst Geld sparen. Hütte und Boot sind teuer genug. Bei Hin- und Rückreise liegen die Sparpotenziale.
Für all jene bietet sich folgende Route an: Von Berlin geht es zunächst nach Rostock (2,5 Stunden ohne Stau), dort auf die Fähre nach Gedser in Dänemark. Mit der Hybridfähre von Scandlines ist man sogar vergleichsweise umweltbewusst unterwegs und für durchschnittlich 150 Euro (inklusive Auto) binnen rund zwei Stunden in Dänemark. Ab Gedser geht es weiter nach Schweden – entweder über die Öresundbrücke oder aber über eine Pendelfähre (20 Minuten) von Helsingör nach Helsingborg. Scandlines bietet dafür sogar Kombitickets an.
Ab Helsingborg führt der Weg dann schnurstracks weiter nach Norden. Ohne Pause wäre das Auto mit den Anglern binnen weiteren 5,5 Stunden in Oslo. Die ersten rund 1000 Kilometer ab Berlin wären damit geschafft. Aber es fehlen immer noch 600 Kilometer bis Hitra. Ohne eine Zwischenübernachtung (in einer Hütte) auf einem der vielen Campingplätze entlang der Strecke ist die Tour nicht zu empfehlen. Zumal die Entfernung in Kilometer in Norwegen nur bedingt Aussagekraft hat und nicht vergleichbar ist mit Deutschland. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei durchschnittlich 50-60 km/h.
Tipp 2: Fähre Kiel – Oslo: Anreise für Genießer
Wer nicht weiter aufs Budget achten muss, nimmt andere Wege Richtung Oslo: die Fähre von Kiel nach Oslo (Anfahrt nach Kiel rund 4 Stunden ab Berlin). Es ist die einzige direkte Fährverbindung von Deutschland nach Norwegen und entsprechend beliebt. Los geht es um 14 Uhr am Colorline-Terminal in Kiel, Ankunft in Oslo am nächsten Morgen ist 10 Uhr. Ein Höhepunkt ist dabei die Unterquerung der Storebaelt-Brücke (gegen 18 Uhr).
Betreiber Colorline hat zwei baugleiche Schiffe im Pendelverkehr. Oberhalb der Fahrzeugdecks ähneln die Fähren eher einem Kreuzfahrtschiff – mit Mall, Restaurants, Casino, kleinem Schwimmbad und Nachtbar.
Entsprechend sind aber auch die Preise für die Fährfahrten. Die preiswerteste Überfahrt für 3 Personen mit Auto und gemeinsamer Außenkabine inklusive Frühstück kostet im Mai schon rund 700 Euro, nur für die Hinfahrt. In der Hauptsaison wird es noch teurer. Aber es ist bequem und man kommt ausgeruht in Norwegens Hauptstadt an. Ab Oslo geht es nach Belieben weiter. Wer Zeit hat: Oslo selbst ist einen mehrtägigen Aufenthalt / Zwischenstopp wert.
Tipp 3: Fähre Hirtshals – Kristiansand: Auf schnellem Weg in den Süden von Norwegen
Der Süden von Norwegen ist deutlich schneller mit Auto oder Wohnmobil erreicht. Die Reise beginnt wieder in Berlin, führt über Flensburg nach Hirtshals an die Nordspitze von Jütland (Dänemark) – ohne Stau und Pause sind es (theoretisch) knapp 9 Stunden Fahrt. Pausen sind aber auch hier Pflicht bei der Entfernung von 800 Kilometern.
Von Hirtshals braucht die Fähre von Colorline 3 Stunden und 15 Minuten bis Kristiansand. Drei Personen im Camper bezahlen für eine Fahrt ab knapp 300 Euro (Hinfahrt), abhängig von Campergröße und Saison. Ab Kristiansand kann das Abenteuer (Süd-) Norwegen beginnen.
Tipp 4: Mit Katamaranfähre von Hirtshals nach Kristiansand
Und es geht noch schneller. Von Mitte April bis Mitte September verkehren Katamaranfähren von Fjordline zwischen Hirtshals und Kristiansand. Mit ihnen ist man binnen 2 Stunden und 25 Minuten in Norwegen. Kostenpunkt nur für die Hinfahrt: ab 150 Euro.
Tipp 5: Fähre Hirtshals – Larvik: Entspannt weiter östlich im Süden von Norwegen ankommen
Es gibt eine weitere Fährverbindung ab Hirtshals im Norden Dänemarks, die Urlauber weiter östlich im Süden von Norwegen wieder an Land bringt: in Larvik. Diese Fährverbindung wird wiederum von Colorline angeboten, dauert 3 Stunden und 45 Minuten und ist ab 156 Euro (nur Hinfahrt) zu haben. Von dort ist es dann auch nicht mehr weit bis Oslo.
Neuer Eigentümer für Fähre Frederikshavn – Oslo
Die bislang von DFDS betriebene Fährverbindung von Frederikshavn in Jütland (Dänemark) nach Oslo hat 2024 mit Gotlandsbolaget einen neuen, schwedischen Eigentümer erhalten. Er will nach eigenem Bekunden die Fährverbindung ausbauen und die Schiffe modernisieren. Unter DFDS waren zu Beginn des Jahres 2025 noch Fährverbindungen bis März buchbar. Seit Frühjahr heißt es auf der Website: „Ab April 2025 und auf absehbare Zeit wird es keine Überfahrten über Frederikshavn geben.“
Tipp 6: Mit der Fähre ab Hirtshals direkt nach Bergen in Norwegen
Bergen mit dem Hanse-Viertel Bryggen gilt als Norwegens heimliche Hauptstadt, ist Europas Regen-Hauptstadt und nicht zuletzt das Tor zu den Fjorden. Kaum ein Ort eignet sich besser für einen Start in einen (ersten) Norwegen-Urlaub. Die direkte Fährverbindung gibt es dazu: Ebenfalls ab Hirtshals in Dänemark verkehrt die Fähre von Fjordline nach Bergen. Das Schiff legt in Hirtshals 19.15 Uhr ab und kommt in Bergen am nächsten Tag um 13 Uhr an. Die Überfahrt ist kein Schnäppchen: Bereits im Mai müssen für drei Personen in einer Außenkabine mit Frühstück und einem Auto mehr als 750 Euro (nur Hinfahrt) kalkuliert werden.
Tipp 7: Wenn das Nordkap ruft: So beginnt der Weg in den Norden
Wer sich nach (mehreren) Urlauben in Süd- und Mittelnorwegen endgültig in das skandinavische Land verliebt hat, will irgendwann ganz hoch in den Norden von Norwegen – bis ans Nordkap. Für diese Reise mit Auto oder Wohnmobil sollten Minimum 3 Wochen eingeplant werden, besser sind 4 Wochen (und mehr).
Der Weg ab Berlin führt am einfachsten wieder über die Fähre Rostock nach Gedser (Scandlines), von dort über die Öresundbrücke oder mit der Fähre Helsgingör-Helsingborg nach Schweden. Alternativ bietet TT-Lines drei Fährverbindungen pro Tag von Rostock nach Trelleborg an (zwischen ca. 62 und 220 Euro für 2 Personen und Auto, je nach Tag und Uhrzeit). Auch ab Swinemünde (Polen) verkehren Fähren nach Schweden. Ab Berlin wäre es aber ein Umweg.
Ab Malmö geht es dann nur noch nordwärts durch Schweden (die Ostseeküste entlang), über den Nordpolarkreis und ein kleines Stück Finnland, bis irgendwann das Nordkap erreicht ist. Die Details der Route hängen natürlich von persönlichen Vorlieben, Zwischenstationen und letzten Endes vom Zeitfaktor ab. Die Fahrt ans Nordkap eignet sich als Hinfahrt einer Rundreise, die dann in Norwegen wieder Stück für Stück nach Süden führt. Die pure Straßenentfernung von Berlin bis zum Nordkap: mehr als 2800 Kilometer.
Tipp 8: Ohne Fähre nach Norwegen, aber dafür mit diesem Umweg
Wer schnell seekrank wird oder einfach Angst vor Schiffsreisen hat, für den gibt es tatsächlich eine Alternative, mit der man ganz ohne Fähre nach Norwegen kommt. Allerdings geht es nur über einen größeren Umweg: über Flensburg, Kolding, Nyborg, Storebaelt-Brücke, Kopenhagen, Öresundbrücke und schließlich Malmö in Schweden zum Beispiel bis nach Oslo.
Doch Vorsicht: Auch innerhalb Norwegens gehören (kurze) Fährverbindungen (über Fjorde) zum Alltag. Oder Straßen führen durch kilometerlange Tunnel (unterm Meer). Übrigens: Der weltweit längste Straßentunnel liegt auch in Norwegen. Der Lærdalstunnel mit seinen 24,5 Kilometern verbindet die Ortschaften Aurland und Lærdal und sorgt so für eine fährenunabhängige Verbindung zwischen Oslo und Bergen.
So wird Maut in Norwegen ermittelt und abgerechnet
Für alle Routen gilt: Auf vielen Abschnitten in Norwegen wird Maut fällig. Zusätzliche Mautgebühren fallen für Brücken wie die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden und Inlandsfähren in Norwegen an. Die Maut in Norwegen wird vollständig elektronisch ermittelt. Abgerechnet wird sie von Epass24. Eine Fahrzeuganmeldung vorab ist möglich. Ein AutoPASS-Chip lohnt sich bei längerem Aufenthalt, urteilt der ADAC. Oder eben bei regelmäßigen Urlaubsfahrten nach Norwegen.
Imposantes Schauspiel: Elche am Straßenrand in Norwegen
Mit etwas Glück gibt es während der Reise neben der beeindruckenden Landschaft auch Elche in freier Natur zu sehen - zum Beispiel am Straßenrand oder direkt auf der Straße. So wie hier:
Hinweis: Der Text wurde im Februar 2025 erstmalig veröffentlicht. Er stößt weiter auf großes Interesse. Deshalb wurde er aktualisiert, ergänzt und noch einmal publiziert.




