Fasching 2026
: Diese 5 Kostüme sollte man auf keinen Fall tragen

Achtung beim Karneval! Einige Kostüme gelten als tabu oder sogar strafbar. Welche Verkleidungen man 2026 besser meidet und warum sie für Empörung sorgen.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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Eine Frau tanzt am 27.02.2017 mit ihrem Kostüm beim Karneval im Nolo Alias Sambodromo in Corrientes (Argentinien). Foto: German Pomar/telam/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Frau tanzt am 27.02.2017 mit ihrem Kostüm beim Karneval im Nolo Alias Sambodromo in Corrientes (Argentinien). Welche Kostüme heutzutage nicht mehr akzeptabel sind. (Symbolbild)

picture alliance / German Pomar/telam/dpa | German Pomar

Einige Faschings- und Karnevalskostüme gelten heute als politisch unkorrekt und werden zunehmend kritisch gesehen. In der Öffentlichkeit kam es bereits mehrfach zu Diskussionen, nachdem prominente Persönlichkeiten solche Grenzen überschritten hatten. Doch warum sind bestimmte Verkleidungen inzwischen tabu?

So sorgte Prinz Harry im Jahr 2005 für einen großen Skandal, als er auf einer Party in einer Nazi-Uniform erschien. Auch der französische Fußballspieler Antoine Griezmann stand 2017 in der Kritik, nachdem er sich als Basketballspieler verkleidet hatte. Dabei nutzte er dunkle Schminke und trug eine Afrofrisur.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau geriet 2019 ebenfalls international in die Kritik, nachdem Fotos und ein Video aus früheren Jahren aufgetaucht waren, die ihn beim Blackfacing zeigen. Die Aufnahmen stammen unter anderem aus dem Jahr 2001, als Trudeau bei einer privaten Feier dunkle Schminke trug, um eine Figur aus „Tausendundeiner Nacht“ darzustellen. Trudeau entschuldigte sich öffentlich mehrfach für sein Verhalten und räumte ein, sich der rassistischen Bedeutung dieser Darstellungen damals nicht bewusst gewesen zu sein.

Bestimmte Kostüme gelten heute als nicht mehr akzeptabel. Eine Übersicht zeigt, welche Verkleidungen besonders kritisch bewertet werden.

Diese Kostüme sind tabu

  • Indianer-Kostüme
  • Blackfacing
  • Serienmörder-Kostüme
  • Rechtsextremistische Kostüme
  • Sexualisierte Kostüme

Indianer-Kostüme im Fasching und Karneval

Verkleidungen als Indianer transportieren häufig stereotype und abwertende Darstellungen, die auf historischen Fehlinterpretationen und medialen Verzerrungen beruhen. Solche Kostüme bedienen Klischees über kulturelle Minderheiten. Zudem wird das Tragen von Elementen indigener Kulturen als Verkleidung vielfach als respektlos empfunden. Accessoires, die für viele indigene Gemeinschaften eine spirituelle oder heilige Bedeutung haben, sollten nicht zum Zweck der Unterhaltung genutzt werden. Dies komme einer Beleidigung gleich, berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ).

Blackfacing als Karnevalskostüm

Unter Blackfacing versteht man das Schminken des Gesichts weißer Menschen mit dunkler Farbe, um schwarze Menschen darzustellen. Diese Praxis hat ihren Ursprung in rassistischen Traditionen, bei denen afroamerikanische Menschen karikiert und herabgewürdigt wurden. Laut WAZ ist Blackfacing daher als Karnevalskostüm unzulässig.

Serienmörder als Faschingskostüm

Das Genre „True Crime“ erfreut sich aktuell großer Beliebtheit. Zahlreiche Podcasts, Serien und Filme greifen reale Kriminalfälle auf. Dabei dürfe jedoch nicht vergessen werden, dass hinter diesen Geschichten echte Opfer und Betroffene stehen. Die Verkleidung als realer Serienmörder kann bei Angehörigen der Opfer und bei Überlebenden traumatische Erinnerungen hervorrufen und als Verherrlichung von Gewalt wahrgenommen werden, berichten die WAZ und das Frauenmagazin Glamour.

Rechtsextremistische Kostüme

Bei der Auswahl eines Karnevalskostüms sollten rechtsextreme Symbole grundsätzlich vermieden werden. Eine Verkleidung als Adolf Hitler gilt nicht nur als unangebracht, sondern ist strafbar. Auch andere Kennzeichen nationalsozialistischer Ideologie sowie entsprechende Abkürzungen sind tabu, informiert der Bußgeldkatalog. Dazu zählen unter anderem:

  • WP (White Power): Wahlspruch des Ku-Klux-Klans
  • SGH (Sieg Heil): Bestandteil des Hitlergrußes
  • B & H (Blut und Ehre): Parole, die unter anderem von der Hitlerjugend verwendet wurde
  • Auch die Darstellung oder Verwendung von Hakenkreuzen ist streng verboten.

Sexualisierte Kostüme

Sexualisierte Verkleidungen, etwa als „sexy Krankenschwester“ oder „sexy Polizistin“, werden zunehmend kritisch gesehen. Solche Kostüme fördern sexistische Rollenbilder, machen Frauen zu Objekten und werten gleichzeitig die dargestellten Berufe ab. Darauf weisen sowohl die WAZ als auch das Magazin Glamour hin.