Fast 8 Minuten mehr: Menschen in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten am längsten

Landwirte der Agrargenossenschaft Crivitz legen Saatkartoffeln auf einem Acker aus. Die Menschen in MV arbeiten im Schnitt 8 Minuten länger als der Bundesdurchschnitt.
Jens Büttner/dpaDie Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben nach Auswertungen des Statistischen Amtes in MV im Jahr 2024 im Schnitt mehr gearbeitet als der Rest der Republik – ganze 32 Stunden mehr pro Kopf! Wer im Land besonders lange schuftet und warum am Ende weniger Arbeitszeit nicht gleich weniger Einsatz bedeutet.
So viele Menschen in MV haben einen Job
In Mecklenburg-Vorpommern gab es im Jahr 2024 insgesamt 757.000 Erwerbstätige. Zusammen haben sie rund 1,033 Milliarden Stunden gearbeitet. Das sind 14 Millionen Stunden oder 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahlen stammen aus den vorläufigen Ergebnissen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung der Länder“, wie das Statistische Amt MV mitteilt.
1.364 Stunden Arbeit im Jahr – Rekord!
Im Schnitt arbeitete jede erwerbstätige Person in MV 1.364 Stunden im Jahr – 9 Stunden weniger als 2023. Aber: Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Kopf lag damit in Mecklenburg-Vorpommern 32 Stunden über dem bundesweiten Durchschnitt. Gerechnet auf 250 Arbeitstage entspricht das einem täglichen Plus von etwa 7 Minuten und 41 Sekunden gegenüber dem Rest Deutschlands.
So verteilt sich die Arbeitsdauer in MV über die unterschiedlichen Branchen:
- Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei (primärer Sektor): 1.561 Stunden pro Person – der höchste Wert.
- Produzierendes Gewerbe (sekundärer Sektor): 1.477 Stunden im Schnitt.
- Verarbeitendes Gewerbe: 1.432 Stunden
- Baugewerbe: 1.540 Stunden
- Dienstleistungssektor (tertiärer Sektor): 1.330 Stunden pro Kopf
Arbeitszeit in Mecklenburg-Vorpommern: Wie kommen die Unterschiede zustande?
Sind alle Erwerbstätigen in MV extra fleißig und arbeiten mehr, als die übrigen Deutschen? Nein, so kann man die Statistik nicht verstehen. Die geleistete Arbeitszeit ist kein direkter Hinweis auf Fleiß, stellt das Statistische Landesamt klar. Die Unterschiede entstehen vor allem durch tariflich vereinbarte Arbeitszeiten, den Anteil an Teilzeit- oder Minijobs, Urlaubs- und Krankheitstage sowie die Branchenstruktur in einem Bundesland.
Arbeitsplätze im Nordosten: Schwerin hat die meisten Jobs
Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern weiter mitteilt, hatte Schwerin mit 1.119 Erwerbstätigen je 1.000 erwerbsfähige Einwohnerinnen und Einwohner die höchste Arbeitsplatzdichte im Land, dicht gefolgt von Rostock mit 923 Erwerbstätigen je 1.000 Einwohnenden. Die Plätze 3 und 4 belegten die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte (791) und Vorpommern-Greifswald mit 770 Erwerbstätigen je 1.000 Erwerbsfähigen. Am niedrigsten war die Quote in den Landkreisen Nordwestmecklenburg (625), Ludwigslust-Parchim (663), dem Landkreis Rostock (714) und Vorpommern-Rügen (737). Im Landesmittel kommen 775 Erwerbstätige auf 1.000 erwerbsfähige Einwohnerinnen und Einwohner.
