Fledermaus
: Deswegen verirrt sich Wildtier im August oft in Häuser

Diese Tipps helfen, wenn sich eine Fledermaus in das Haus oder in die Wohnung verirrt.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Berlin
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Eine kleine Fledermaus zeigt ihre Zähne, während sie einen Zaunpfahl auf einem Feld in der Nähe von Elkton im ländlichen Westen Oregons erklimmt. Fledermäuse sind ein bekannter Hauptüberträger des Tollwutvirus. Eines der Anzeichen für eine Infektion bei einer Fledermaus ist, dass sie tagsüber aktiv ist, obwohl sie eine nachtaktive Art ist. +++ dpa-Bildfunk +++

Was tun, wenn eine Fledermaus im Haus ist?

Robin Loznak/dpa

Im August passiert es oft, dass sich eine Fledermaus in das Haus oder in die Wohnung verirrt. Was muss man tun, was sollte man nicht machen und wie wird man die Fledermaus wieder los?

Deswegen verirren sich Fledermäuse besonders oft im August ins Haus

Im August verlassen junge Fledermäuse ihr Elternnest und machen sich auf die Suche nach einem neuen Unterschlupf. Dabei kann es leicht vorkommen, dass ein Jungtier sich im Schlafzimmer, Keller oder Treppenhaus verirrt. In solchen Fällen rät der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Berlin: Ruhe bewahren. Für Menschen stellen die Tiere keine Gefahr dar.

Fledermäuse sind eigentlich sehr scheu und nachtaktiv. Unerfahrene Jungtiere können jedoch leicht einen Fensterspalt oder eine Gardinenfalte mit einem sicheren Quartier verwechseln und dadurch in Bedrängnis geraten.

Wichtig zu wissen: In Deutschland stehen Fledermäuse unter strengem Schutz. Das Bundesumweltministerium weist darauf hin, dass es verboten ist, die Tiere zu töten, zu verletzen oder ihre Verstecke zu zerstören – selbst wenn diese gerade unbewohnt sind.

Fledermaus im Haus – was tun?

Wer tagsüber eine Fledermaus entdeckt, sollte das Tier zunächst nicht stören. Laut NABU Berlin schlafen Fledermäuse während des Tages meist. Am besten lässt man sie in Ruhe und setzt sie erst bei Einbruch der Dämmerung wieder aus.

Wer abends ein Tier drinnen findet, dem rät der Nabu Berlin: 

  • alle Fenster im Zimmer weit öffnen
  • das Licht ausmachen
  • aus dem Zimmer gehen
  • dem Tier etwas Zeit geben

Nach einiger Zeit empfiehlt es sich, mögliche Verstecke wie Vorhänge, Gardinen oder dunkle Ecken zu überprüfen. Oft verlassen Fledermäuse das Zimmer von selbst wieder.

In der Regel gewöhnen sich Fledermäuse schnell daran, dass Wohnungen und Häuser keine geeigneten Quartiere für sie sind. Um sicherzugehen, rät das Fledermauszentrum Hannover vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Fenster in den Nächten nach dem Einflug nicht gekippt zu lassen. Außerdem sollte man die direkten Nachbarn informieren. Ein hilfreicher Tipp: Fliegennetze an den Fenstern können ebenfalls verhindern, dass Fledermäuse ins Haus gelangen.

Erschöpfte oder verletzte Fledermaus gefunden

Fliegt die Fledermaus nicht von selbst davon, könnte sie verletzt oder erschöpft sein und möglicherweise Hilfe benötigen. Dies ist jedoch häufig nicht sofort erkennbar: „Zur Einschätzung von Verletzungen und Schwächezuständen bei Fledermäusen ist viel tierärztliche Fachkenntnis erforderlich“, erklärt das Fledermauszentrum Hannover. Deshalb empfehlen die Experten des BUND, eine Fledermaus auch dann zu bergen, wenn sie auf den ersten Blick unverletzt erscheint.

In solchen Situationen ist es wichtig, das Tier niemals ohne Handschuhe anzufassen. Besonders gut eignen sich Lederhandschuhe. Alternativ kann auch ein dickes Handtuch verwendet werden, empfiehlt der NABU Berlin. Andernfalls besteht die Gefahr von Verletzungen, da die Fledermäuse in ungewohnten Situationen in Panik geraten und kräftig zubeißen können.

Nachdem die Fledermaus eingefangen wurde

Das Tier anschließend behutsam in einen Karton mit Luftlöchern setzen. Ein Tuch zum Verstecken sowie eine Schale mit Wasser sollten ebenfalls hineingelegt werden. Um ein Entkommen der Fledermaus zu verhindern, sollte die Box danach sicher verschlossen werden – zum Beispiel mit Klebeband – bis ein Fachmann eintrifft oder das Tier weitertransportiert wird.

Um der Fledermaus schnell und fachgerecht zu helfen, sollte man sich an eine der Schutzstationen in Deutschland wenden. Dies ist auch empfehlenswert, wenn es Schwierigkeiten beim Freilassen gibt oder ein totes Tier gefunden wird.

Tipp: Auf der Webseite Fledermausschutz.de findet man eine Übersicht mit Ansprechpartnern für die einzelnen Bundesländer. Außerdem bietet dieser Entscheidungsbaum des NABU hilfreiche Hinweise zum weiteren Vorgehen.

Mit Material der dpa.