Garten in Brandenburg: Rasenpflege, Obstbäume, Schädlinge – Experten-Tipps für den Herbst

Auch im Herbst kann man noch neuen Rasen aussäen. So lange die Temperatur nicht dauerhaft unter die Zehn-Grad-Grenze sinkt, keimen die Rasensamen noch.
Caro Sorge/dpaFragen und Antworten entstammen einer Telefonaktion mit Ulrike Holz vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung.
Auf unserer großen Rasenfläche gibt es immer wieder kahle Stellen, egal was wir bisher dagegen schon unternommen haben, von mehrfachem Aussäen bis neue Erde über den Samen sieben. Was sollten wir noch tun?
Sie sollten genau beobachten, ob es wirklich immer wieder genau dieselben Stellen sind, wo nichts wächst. Dann könnte genau dort ein Bodenaustausch sinnvoll sein, da eventuell Bodenpilze zu den Schäden führen. Schäden an verschiedenen Stellen werden unter Umständen durch tierische Schädlinge wie Engerlinge, Haarmückenlarven oder andere Insektenlarven verursacht. Hier sollte genau geprüft und nachgegraben werden. Wichtig sind auch eine gleichmäßige Wasserversorgung und eine angepasste Düngung für den Rasen.
Keine Erde über frischen Rasensamen streuen
Was Sie aber auf keinen Fall wieder tun sollten ist: Erde auf den frisch ausgestreuten Rasensamen bringen. Rasen ist ein Lichtkeimer und braucht deshalb keine Abdeckung, sondern nur direkten Bodenkontakt zum Wachsen. Nach dem Aussäen sollte man Rasensamen also stets andrücken oder anwalzen und dann gut feucht halten. Bei den aktuellen Witterungsbedingungen kann man noch auf eine regenreichere Zeit für eine Neuaussaat warten. Im Vorjahr hat Rasen beispielsweise bis in den November hinein gekeimt. Das könnte wieder klappen, solange die Temperaturen nicht dauerhaft unter die Zehn-Grad-Grenze sinken.
Immer wieder haben wir Moos und Klee im Rasen, gerade in den Radbereichen. Wie kann man dies dauerhaft entfernen oder gleich verhindern?
Moos bildet sich vor allem dort, wo eine Rasenfläche beschattet ist, und auch ein niedriger pH-Wert des Bodens kann Ursache dafür sein. Das Wachstum vieler Gräser hängt vom Licht ab, wird also durch Schatten beeinträchtigt, und so hat das Moos dann bessere Wachstumsbedingungen. Dem könnten Sie schon vorbeugen, indem Sie spezielle Saat verwenden, Schattenrasen auf den betroffenen Flächen ausbringen. Das geht jetzt noch, entsprechende feuchte Tage oder Nächte vorausgesetzt.
Vertikutieren regt das Rasenwachstum an
Vorher rate ich aber zum Vertikutieren der Rasenfläche. Da die Temperaturen nach aktuellen Voraussagen in den kommenden Wochen noch für gute Wachstumsbedingungen stehen, kann man auch durch diese Maßnahme den Rasen nochmals zum Wachstum anregen. Sorgen Sie dabei auch für Feuchtigkeit. Sollte ein größeres Regengebiet angekündigt werden, kann man zur Bodenverbesserung noch etwas Kalk ausbringen und den Bodenwert in die basische Richtung lenken. Anschließend sollte neu ausgesät werden. Wichtig dabei ist dann neben der Feuchtigkeit, dass die Samen unbedingt Bodenhaftung haben, aber kaum abgedeckt werden.
Wenn Klee zu sehr stört, dann sollten Sie entweder mechanisch vorgehen, also versuchen, die Pflanzen zu beseitigen: als Einzelpflanzen ausstechen, größere Vorkommen vertikutieren oder spezielle chemische Produkte einsetzen. Dazu besorgen Sie sich im Fachhandel ein Herbizid gegen zweiblättrige Unkräuter beispielsweise mit dem Wirkstoff MCPA. Damit bekämpft man dann neben dem Klee auch Löwenzahn oder Gänseblümchen.
Die Rasenfläche in unserem Garten verfilzt von unten her, also kurz über der Erde. Was kann man dagegen tun? Hilft zusätzliche Düngung?
Das abgestorbene Material sollten Sie möglichst versuchen zu beseitigen – durch den Einsatz eines Vertikutierers oder durch kräftiges Abharken. Der Pflanzenteppich muss etwas gelockert werden, um den Gräsern mehr Luft und Feuchtigkeit zukommen zu lassen. Eigentlich vertikutiert man im Herbst nicht, um das Wachstum der Pflanzen nicht nochmals vor der vielleicht früh einsetzenden Winterpause anzuregen. Aber bei den derzeitigen Witterungsbedingungen sehe ich kein Problem, dass die Gräser nochmals austreiben. Es ist noch warm genug und so werden die Pflanzen bei ausreichender Feuchtigkeitszufuhr oder Regen in den kommenden sechs bis acht Wochen nochmals neue Triebe bilden können. Eine Herbstdüngung kann, Regentage vorausgesetzt, auch erfolgen, sollte aber kaliumbetont sein und wenig Stickstoff enthalten.

Ulrike Holz, Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung
Annegret KrügerDie Äste meiner Sauerkirsche sind sehr lang und werden immer dünner, tragen immer weniger Früchte. Ich habe mal gelesen, dass man Sauerkirschen nicht schneiden soll. Stimmt das?
Die meisten fruchttragenden Obstgehölze benötigen einen sogenannten Fruchtastumtrieb, um alte, verkahlte Äste zu vermeiden. Sauerkirschen tragen immer an den Vorjahrestrieben Früchte. Hat Ihr Baum schon lange Peitschentriebe, dann sind oft nur noch die Spitzen begrünt und tragen wenige oder keine Früchte.
Stark verkahlte Äste sollte man entfernen
Wenn Sie jetzt aber schneiden, dann bitte keinen Totalschnitt. Suchen Sie vorrangig nach den stark verkahlten Ästen und entfernen diese. Der Baum muss aus dem Stamm oder der Stammverlängerung starke neue Triebe bilden, diese versprechen dann wieder guten Ertrag in den Folgejahren.
Ich habe mir gerade eine neue Sauerkirsche gekauft, will diese jetzt in den Garten pflanzen. Muss ich diesen kleinen Baum schon schneiden oder die Wurzeln einkürzen, wenn ich den Baum vom Topf in die Erde setze?
Eigentlich benötigt sogenannte Containerware nicht zwingend einen Schnitt. Andererseits ist ein Pflanzschnitt nie verkehrt, regt den Baum zum Wachstum an. Deshalb kürzen Sie die vorhandenen Äste jeweils um ein Drittel ein. An den verbleibenden zwei Dritteln können Blüten bzw. Früchte wachsen und sich auch neue Triebe im Folgejahr bilden. Bedenken Sie dabei, was bei der Sauerkirsche in diesem Jahr gewachsen ist, das trägt im kommenden Sommer Früchte an den Ästen. Das wäre natürlich bei einem so kleinen Baum minimal und erst einmal geht es ja um die Entwicklung und weitere Ausprägung der Äste. Denken Sie an die Stammverlängerung, die man nach oben wachsen lässt, damit der Baum später einmal eine etwas höhere Krone bekommt.
Die Wurzeln benötigen mehr Breite
Was die Wurzeln betrifft, so sollten Sie diese auseinanderziehen, wenn der Wurzelballen aus dem Topf kommt. Die Wurzeln benötigen mehr Breite, die Spitzen können auch etwas eingekürzt werden, wenn sie wirklich sehr lang sind. Bereiten Sie auch den Standort gut vor, lockern Sie den Boden, geben Kompost dazu für eine Langzeitversorgung der Wurzeln und langsam verrottende Hornspäne. Zur Pflanzung sollten die Wurzeln gut eingeschlämmt und der Wurzelballen fest angetreten werden, damit sofort eine gute Verbindung zum Boden entsteht. Mit einem ausreichenden Wasserangebot sichern Sie gutes Anwachsen ebenso.
Kann man einen Pfirsichbaum jetzt schneiden?
Pfirsiche sollen möglichst im Frühjahr kurz nach der Blüte geschnitten werden. Zu diesem Zeitpunkt kann man den beginnenden Fruchtansatz erkennen und muss zwischen wahren und falschen Fruchtästen entscheiden. Falsche Fruchtäste besitzen übermäßig viel Fruchtansätze, aber kaum Blätter, die die Früchte ernähren können. Daher sollten sie entfernt werden. Wahre Fruchtäste haben ein ausgewogenes Verhältnis von Frucht und Blättern, die für die Entwicklung gesunder Früchte sorgen.
Im Vorjahr waren es die Kartoffeln, die bereits unter der Erde angefressen wurden. In diesem Jahr sind die Wurzeln der Erdbeerpflanzen betroffen. Ich habe entdeckt, dass Engerlinge hier alles abfressen, die Pflanzen dann verdorren. Was kann man dagegen an Mitteln einsetzen?
Es gibt sehr verschiedene Arten von Engerlingen. Den größten Schaden richten in der Regel die Larven der Maikäfer an. Wenn Sie also in den Vorjahren einen entsprechenden Käferflug beobachtet haben, könnte dies der Fall sein. Aber auch Junikäfer oder Gartenlaubkäfer könnten hier die Verursacher sein. Chemische Mittel dagegen gibt es nicht. Sie können zur mechanischen Beseitigung greifen, also die Pflanze vorsichtig ausheben, den Boden darum aufgraben und kontrollieren.
Fraßfeinde an den gesunden Pflanzen suchen
Entdecken Sie eine trockene Pflanze, dann ist es dafür allerdings schon zu spät, denn die Wurzel ist abgefressen und die Larve in der Regel schon weitergewandert zur Nachbarpflanze. Deshalb suchen Sie rund um die noch gesund erscheinenden Erdbeeren nach den Fraßfeinden. Noch ist dies durch die ausreichende Wärme des Bodens möglich, denn die Larven sind noch in der obersten Bodenschicht zu finden. Handelt es sich um Gartenlaubkäferengerlinge, dann könnte man als Gegenmittel insektenpathogene Nematoden einsetzen. Diese Fadenwürmer kann man kaufen und als Gießbehandlung einsetzen. Vorher sollte allerdings eine genaue Bestimmung der Engerlingsart durch Spezialisten, zum Beispiel beim Pflanzenschutzdienst, erfolgen.
Vor Jahren haben wir eine Nordmanntanne mit Ballen als Weihnachtsschmuck gekauft und diese dann später ausgepflanzt. Lange hatten wir Freude daran, jetzt allerdings verliert der Baum immer mehr die Nadeln, verkahlt und ist wirklich nicht mehr ansehnlich. Kann es an der Trockenheit liegen, und würde deshalb regelmäßiges Wässern helfen?
Nadelbäume werfen gerade in trockenen Phasen immer ältere Nadeln ab und versorgen in extremen Stressphasen nur noch die diesjährig gewachsenen. Damit setzt die von Ihnen beschriebene Verkahlung ein und Ihre Vermutung, was die Trockenheit betrifft, ist da sicherlich richtig. Allerdings werden Sie auch mit regelmäßigem Gießen bei der Wurzelgröße und -ausbreitung, die der Baum sicherlich im Laufe der Jahre entwickelt hat, keine wirkliche Zustandsänderung erreichen. Der wenige Regen oder auch Gießwasser dringen nicht bis in die tieferen Schichten ein. Da können Sie nicht wirklich erfolgreich gegensteuern. Bereits seit mehreren Jahren ist der Boden an vielen Standorten tiefgründig ausgetrocknet, was zu einem allgemeinen Vitalitätsverlust bei vielen Gehölzen führt.
Im Frühjahr habe ich zwischen Rosen und Hortensien erstmalig Rindenmulch ausgebracht, recht dick sogar. Im Sommer dann war ich sehr zufrieden, dass es wenig Unkraut gab und die Feuchtigkeit besser im Boden geblieben ist in den trockenen Wochen. Muss ich jetzt im Herbst etwas von der Schicht entfernen oder erneuern?
Rindenmulch sorgt für saure Bodenverhältnisse. Für die Rosen würde ich raten, dem Boden im pflanzennahen Bereich etwas Kalk zuzuführen, da die Rose eher Bodenverhältnisse im basischen Bereich mag.
Hortensien benötigen sauren Boden
Ehe Sie neu mulchen, schauen Sie auf der Verpackung, ob angegeben ist, worum es sich bei dem Mulch handelt. Ist es die Rinde von Nadelhölzern, dann ist dies gerade für die Hortensien gut. Diese Pflanzen benötigen sauren Boden, was durch die Nadelholzrinde gefördert wird. Deshalb bedeckt man beispielsweise auch den Boden rund um Heidelbeerpflanzen mit Rindenmulch, weil diese die sauren Bodenverhältnisse mögen und mit gutem Gedeihen reagieren.
Meine Aroniasträucher sind abgeerntet. Die Pflanzen sind etwa fünf Jahre alt. Sollte ich Sie jetzt im Herbst schneiden?
Dazu würde ich nur bedingt raten. Nehmen Sie nur einige alte Fruchtäste heraus oder solche, die sich kreuzen. Entfernt werden sollte alles an Ästen, wo Sie eine Verkahlung erkennen können. Mehr allerdings nicht. Aronia fruchtet immer am einjährigen Holz, deshalb würden Sie sich bei einem zu argen Schnitt die kommende Ernte abschneiden. Bei stark vergreisten Sträuchern kann ein radikaler Rückschnitt aller Äste erfolgen, um einen komplett neuen Austrieb zu erhalten; ausreichende Wasserversorgung ist dabei aber zwingend erforderlich.
In diesem Jahr haben meine Heidelbeeren nicht getragen, vorher immer reichlich. Sollte ich jetzt deshalb mal mit Kalk düngen?
Davon ist zwingend abzuraten. Während Himbeeren oder Brombeeren Kalk mögen, der mit der Winterfeuchte eingewaschen werden sollte, ist dies bei Heidelbeeren nicht der Fall. Sie mögen ein saures Bodenmilieu. Vielleicht lassen Sie mal eine Bodenanalyse machen. Daraus lässt sich dann besser erkennen, was dem Boden und damit den Heidelbeerpflanzen fehlt.
Meine Weinreben haben jetzt stark Mehltau an Blättern und Beeren. Was könnte ich wirkungsvoll dagegen tun?
Erst einmal muss man unterscheiden, ob es sich um Echten oder Falschen Mehltau handelt. Das kann man selbst feststellen. Beim Echten Mehltau sind die Blattoberseiten befallen, ein weißer bis grauer, mehlartiger Belag überzieht auch die Früchte. Die Beeren platzen auf, man sieht die Kerne, das heißt die Samenanlagen. Als erste Gegenmaßnahme hilft ein starker Rückschnitt, da der Pilz an den Rebruten überdauert. Entsorgen Sie die Pflanzenreste möglichst restlos und sicher. Als chemisches Abwehrmittel fragen Sie in einem Fachgeschäft nach Netzschwefelpräparaten.
Beim Falschen Mehltau reagiert die Pflanze mit braunen Blättern und die Weinbeeren fallen schlaff förmlich in sich zusammen. Als Pflanzenschutzmittel kann Polyram genutzt werden, welches vor allem im Sommer bei Gewitterlagen vorbeugend ausgebracht werden kann.
Alle abgefallenen Blätter sollte man entsorgen
Wichtig ist auch, dass man alle abgefallenen Blätter einsammelt, denn dort überdauert der Schadpilz den Winter und ist im Folgejahr bei ausreichend feuchtem Wetter wieder präsent. Einige alte Rebsorten sind sehr anfällig gegenüber diesen Schadpilzen. Es ist deshalb oftmals besser, moderne, resistente oder gegen Mehltau widerstandsfähige Sorten neu zu pflanzen.
Meine Agapanthuspflanze hat in diesem Sommer nur sehr dürftig geblüht. Sollte ich jetzt düngen, um im kommenden Jahr eine größere Blütenpracht zu haben?
Auf gar keinen Fall jetzt düngen. Die Schmucklilien stellen im Winter das Wachstum ein und brauchen es vor allem kühl, aber hell. Manchmal verweigern die Pflanzen auch das üppige Blühen, weil ihnen in guter Absicht ein zu großer Topf bewilligt wurde oder sie zu häufig umgepflanzt, mit neuer Erde verwöhnt wurden. Gerade für diese Pflanzen ist ein zu enger Topf die Voraussetzung für eine üppige Blütenbildung.
Ich habe Probleme mit meinen Bauernhortensien. Diese haben im Sommer viel Laub entwickelt, die Blütenansätze waren auch sichtbar aber mehr passierte dann nicht. Wie könnte ich gegensteuern?
Das Blühen ist in der Regel abhängig von Nähstoffen und Standortbedingungen. Bauernhortensien mögen es halbschattig. Zu viel oder auch zu wenig Sonne kann dafür verantwortlich sein, dass die Hortensie nicht blüht.sSss
Bauernhortensien mögen es feucht
Ein anderer Punkt: Wenn Sie die Pflanze beispielsweise zu viel gedüngt haben, gerade mit Stickstoff, dann würde auch das zu Ihren Schilderungen passen, dass besonders üppig Blätter entwickelt werden. Diese Hortensien mögen es vor allem feucht. Aus diesem Grund sollten Sie stetig für eine ausreichende Wasserzufuhr sorgen. Bei der speziellen Versorgung der Pflanze würde ich raten, dass Sie es mal mit einer kaliumbetonten Düngung versuchen.




