Gen-Z-Stare: Bedeutung, Herkunft und Beispiele für den „Gen-Z-Blick“

Jenna Ortega bei der Weltpremiere von «Wednesday» in der Central Hall.
Mario Mitsis/dpa/SOPA Images via ZUMA Press WireDie Generation Z hat es grundsätzlich nicht leicht, immer wieder werden den Mittzwanzigern Dinge unterstellt, die angeblich „Gen-Z-typisch“ sind. Auch der Gen-Z-Stare gehört dazu. Worum es sich dabei handelt, welche Bedeutung hinter dem Begriff steht und wie das „Starren der Generation Z“ aussieht.
Gen Z unter den Worten des Jahres 2025
Das, vor allem im amerikanischen Sprachraum etabliertes, Online-Wörterbuch dictionary.com kürt jährlich die Worte, die in Schlagzeilen, Trends in sozialen Medien oder Suchanfragen am häufigsten verwendet werden. Gewonnen hat in diesem Jahr im Ranking übrigens das 6-7-Meme (alles zur Herkunft und Bedeutung des 6-7-Memes). Aber auch der Gen Z Stare hat das Jahr geprägt.
Gen Z Stare: Bedeutung
Als „Gen Z Stare“ wird ein Blick bezeichnet, den - angeblich - die Generation Z anwenden soll, also junge Menschen, die ungefähr zwischen 1995 und 2010 geborenen worden sind. Gemeint ist eine Art starrer, ausdrucksloser Blick, der teilnahmslos, vielleicht auch genervt und etwas „zombiehaft“ wirkt. Der Blick hat sich über die sozialen Medien als eine Art satirische Geste verbreitet und kann vielleicht am besten mit einem Gen-Z-Augenrollen beschrieben werden.
Wo begegnet man dem Gen Z Stare?
Der Blick wird am häufigsten im Kundenkontakt mit älteren Menschen beschrieben, also beispielsweise in der Gastronomie oder im Einzelhandel, wenn Angehörige der Generation Z mit Fragen konfrontiert werden, die sie als überflüssig, unfreundlich oder vielleicht sogar absurd ansehen. Mit anderen Worten: Wer dumm fragt, bekommt – glaubt man dem Netzhype – keine dumme Antwort mehr, sondern eben „den starren Blick.“ Auch prominente Gen-Z-ler nutzen den teilnahmslosen Blick mittlerweile sogar als Stilmittel in den sozialen Medien oder auf Red-Carpet-Events, wie Lilly Rose Depp in diesem Video:
Gen Z Stare: Herkunft und Erklärungsversuche
Ausgerechnet die sogenannten Millennials, also alle, die zwischen ungefähr 1981 und 1995 das Licht der Welt erblickten, haben den Gen Z Stare bekannt gemacht, indem sie das Verhalten auf Instagram und TikTok kommentierten oder Parodien wie diese dazu veröffentlichten:
Schließlich wurde das vermeintliche „Starren einer ganzen Generation“ ein derart großes Thema im Netz, dass Mitte 2025 auch Medien wie NBC News, Forbes und die New York Times das Phänomen aufgriffen und sich an möglichen Erklärungen versuchten: Einige ordnen den Blick als Mischung aus trockenem Humor, sozialer Kritik und einer Art Schutzreaktion ein. Andere meinen, die Entstehung sei geprägt von Pandemie-Erfahrungen, wachsender Unsicherheit im direkten Kontakt mit anderen Menschen und einer Werteverschiebung, bei der die klassische Leistungsorientierung zunehmend an Bedeutung verliert und stattdessen der „Dienst nach Vorschrift“ (engl. „Quiet Quitting“) im Fokus steht. Nicht aus Unlust, sondern, um die Work-Life-Balance zu wahren.
Ist das Gen Z Starren wissenschaftlich belegt?
Nein, Studien dazu gibt es noch nicht. Gegenüber der Wirtschaftswoche erklärt Sozialwissenschaftlerin Gabriele Rohmann, Co-Leiterin des Archivs der Jugendkulturen in Berlin, der Gen Z Stare sei ein „klischee- und vorurteilsbehaftetes Phänomen“. Sicherlich gebe es junge Menschen, die sich so verhielten oder die bei Social Media das Verhalten nachahmten, sie hält es allerdings für falsch, derartiges Verhalten einer ganzen Generation zu unterstellen.

