Gesundheit und Wissenschaft: Durchbruch in der Krebsforschung?

Durchbruch in der Krebsforschung: Magdeburger Chemikern ist ein Durchbruch in der Krebsforschung gelungen. Diese Entdeckung könnte die Zukunft der Krebstherapie revolutionieren. Alle Details zum aktuellen Stand der Wissenschaft. (Symbolbild)
Peter Steffen/dpa- Magdeburger Wissenschaftler haben einen Durchbruch in der Krebsforschung erzielt.
- Sie synthetisierten den Wirkstoff Disorazol Z1, der Krebszellen zerstört.
- Der Stoff kann gezielt angepasst und für medizinische Anwendungen optimiert werden.
- Das Projekt wurde mit 1,7 Millionen Euro finanziert und soll patentiert werden.
- Weitere Forschung wird die Substanz zur gezielten Bekämpfung von Krebs weiterentwickeln.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Durchbruch in der Krebsforschung: Chemikern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) ist nach eigenen Angaben ein wissenschaftlicher Durchbruch im Kampf gegen Krebszellen gelungen. Sie konnten einen Stoff herstellen, der bekannt ist für seine zellzerstörenden Eigenschaften. Alle Details zum aktuellen Stand und wie es weiter geht.
In der Welt der medizinischen Forschung gibt es immer wieder Momente, die den Lauf der Wissenschaft entscheidend beeinflussen können. Ein solcher Moment ist nun den Wissenschaftlern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gelungen.
Magdeburg: Durchbruch für die Krebsforschung im Labor
Sie haben den natürlichen Wirkstoff Disorazol Z1, der normalerweise nur von Bakterien produziert wird, im Labor synthetisch hergestellt. Doch was macht diese Entwicklung so besonders und welche Möglichkeiten eröffnet sie für die Behandlung von Krebs?
Dieser Stoff kann das Wachstum von menschlichen und tierischen Zellen verhindern und diese auch zerstören. Aufgrund seiner hohen Wirksamkeit wird die Disorazol Z-Familie bereits seit längerem als natürliches Antikrebsmittel untersucht.
Sicherheitsvorkehrungen bei der Herstellung
Dieter Schinzer, Chemiker an der OVGU, erklärt: „Die Substanz ist extrem aktiv“. „Wir sprechen von picomolaren Konzentrationen, also zwölf Nullen hinter dem Komma.“ Aus Sicherheitsgründen wurde daher zunächst nur eine Menge von zwei Milligramm hergestellt, wobei strenge Schutzvorkehrungen wie Handschuhe, Mundschutz und geschlossene Abzüge getroffen wurden. „Hätten wir größere Mengen produziert, hätte das gesundheitliche Folgen haben können“, so Schinzer.
Die Synthese von Disorazol Z1 im Labor bietet erhebliche Vorteile für die Krebsforschung. Laut den Magdeburger Wissenschaftlern kann der Wirkstoff gezielt verändert und in Tumorzellen eingesetzt werden. „Wir haben die Natur nachgeahmt, aber mit einem entscheidenden Vorteil“, sagt Schinzer.
Der synthetische Stoff kann gezielt angepasst werden
„Bakterien produzieren Disorazol Z1 nur in einer bestimmten Form, wir können es gezielt anpassen und für medizinische Anwendungen optimieren.“ Dadurch finde der Zelltod nur noch dort statt, wo er erwünscht sei. „In Zusammenarbeit mit der Industrie soll die Substanz nun so weiterentwickelt werden, dass sie gezielt den Krebs angreift, während gesunde Zellen weitgehend verschont bleiben“, fügte Schinzer hinzu.
Finanziert wurde das Projekt mit 1,7 Millionen Euro
Das Forschungsprojekt wurde aus Landesmitteln sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert und hatte ein Volumen von 1,7 Millionen Euro. Die nächsten Schritte nach diesem Erfolg sind die zeitnahe Patentierung sowie Veröffentlichung der Entdeckung.