Arzt in Brandenburg: Hunderte Ärzte fehlen – ist die Versorgung in Gefahr?

Die Ärzte in Brandenburg gelten als stark überaltert und es fehlen aktuell bereits zu viele niedergelassene Ärzte. Viele Mediziner gehen zudem bald in Rente. Ist die Gesundheitsversorgung rund um Berlin in Gefahr? (Symbolbild)
Peter Kneffel/dpa- In Brandenburg fehlen etwa 380 niedergelassene Ärzte, vor allem Hausärzte sind rar.
- Viele Ärzte sind überaltert und gehen bald in Rente, was die Versorgung gefährdet.
- Hunderte ausländische Ärzte warten auf ihre Zulassung, was lange dauert.
- Neue Projekte, wie ein Versorgungszentrum und mobile Landärzte, sollen helfen.
- Stipendien und Telemedizin werden zur Bekämpfung des Ärztemangels eingesetzt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Hunderte Ärzte fehlen in Brandenburg. Viele gelten als stark überaltert und gehen bald in Rente. Was wird dann aus der Gesundheitsversorgung rund um die Hauptstadt? Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?
Es ist kein neues Thema und wird schon Jahre diskutiert. Immer weniger Ärzte lassen sich nieder, dafür gehen mehr in Rente. Auch Nachfolger für bereits bestehende Praxen zu finden, scheint keine leichte Aufgabe zu sein.
Brandenburg: Etwa 380 niedergelassene Ärzte fehlen
In Brandenburg fehlen rund 380 niedergelassene Ärzte. Nach der letzten Zählung Ende 2023 waren allein 320 Hausarztsitze wegen fehlender Nachfolger unbesetzt, wie aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht hervorgeht. „Gerade auf dem Land und für ältere Menschen ist das eine katastrophale Situation“, sagte die Vorsitzende des nach ihr benannten Wahlbündnisses.
Hausärzte werden in Brandenburg immer weniger
Ende 2018 waren nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) knapp 160 Arztsitze unbesetzt – deutlich weniger als die Hälfte der heutigen Ärztelücke. Auch damals hatten die Hausärzte die größten Probleme, Nachfolger für ihre Praxen zu finden; Ende 2018 waren 130 Sitze unbesetzt.
An zweiter Stelle der Niederlassungsmöglichkeiten rangierten Ende 2023 mit großem Abstand Hautärzte mit 14 unbesetzten Stellen.
Es fehlen außerdem Nuklearmediziner und Kinderärzte
Für jeweils sieben Nuklearmediziner sowie Kinderärzte gab es Ende 2023 die Möglichkeit, eine Praxis zu übernehmen. Für Frauenärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Kinderärzte waren jeweils sechs Sitze zu besetzen.
Obwohl Deutschland das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt habe, fehlten immer mehr Ärzte, sagte Wagenknecht. „Die Krankenkassen werden immer teurer, aber die Grundversorgung wird immer mieser.“ Notwendig seien mehr Medizinstudienplätze, eine stärkere Verpflichtung zur Niederlassung als Hausarzt und ein besseres Vergütungssystem, forderte Wagenknecht.
Hunderte Ärzte aus dem Ausland warten auf Zulassung
Laut RBB, streben hunderte Ärzte und Ärztinnen aus dem Ausland eine Tätigkeit in Brandenburger Krankenhäusern und Arztpraxen an. Doch die Anerkennungsverfahren für ihre Approbation ziehen sich in der Regel über ein bis zwei Jahre. Aus Sicht der Bundesländer sollte dieser Prozess erheblich beschleunigt werden, damit schnellstmöglich der Ärztemangel hierzulande behoben werden kann.
Ärztemangel in Brandenburg – diese Lösungsansätze gibt es
In einigen Brandenburger Region wird sich schon länger um Lösungen gegen Ärztemangel bemüht.
In Lübben (Dahme-Spreewald) hat 2025 ein neues Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) eröffnet. Es soll u. a. mehr Ärzte in die Stadt ziehen.
Im Havelland wird ein neues Pilotprojekt „Mobiler Landarzt“ eingeführt, das vom Landkreis finanziell unterstützt wird. Es umfasst feste Sprechzeiten bei lokalen Ärzten, Hausbesuche durch die Gemeindeschwester sowie den Einsatz von Telemedizin.
Auch Stipendien sind in einigen Landkreisen zu vergeben, um angehende Ärzte finanziell zu unterstützen sowie für ein Medizin-Studium zu motivieren.
Es wird noch ein steiniger Weg, bis alle Ärztesitze besetzt sind, aber die Landkreise bemühen sich um zeitnahe Lösungswege.


