Giftige Nord- und Ostsee: Meeresschaum an Stränden mit PFAS-Chemikalien belastet

Giftiger Meeresschaum an Nordsee und Ostsee: Wie gefährlich der Schaum wirklich ist und was Sie bei Kontakt beachten müssen. (Symbolbild)
Bernd Wüstneck/dpa- Greenpeace-Tests zeigen, dass Meeresschaum an Nord- und Ostsee hohe PFAS-Werte enthält.
- Proben wiesen bis zu 3777-fach höhere Werte als dänische Grenzwerte für Badegewässer auf.
- PFAS sind gesundheitsschädlich, können Krebs und Leberschäden verursachen.
- Nach Kontakt mit Meeresschaum sollte die Haut gründlich mit klarem Wasser gereinigt werden.
- Deutsche Behörden haben bisher keine strengen Regelungen für PFAS.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer hat nicht schon mal den weiß-gelblich schimmernden Schaumteppich am Nord- oder Ostsee-Strand gesehen und sich gefragt, wo der wohl herkommt und ob er gefährlich ist?
Dieser Meeresschaum an Stränden und Küsten der Nordsee und Ostsee ist momentan hoch belastet. Stichproben von Greenpeace ergaben besorgniserregende Ergebnisse. Wie hoch die Gefahr für Mensch und Umwelt ist und was Sie im Notfall beachten müssen.
Übersicht
- Stichproben und die Grenzwerte
- Was sind PFAS-Chemikalien?
- Was diese hohe Belastung für uns bedeutet
- Was ist zu tun bei Kontakt mit dem giftigen Meeresschaum?
Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace mitteilte, wurden im November und Januar neun Stichproben auf der niedersächsischen Insel Norderney, in Schleswig-Holstein auf Sylt und in Sankt Peter-Ording sowie in Boltenhagen und Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern genommen.
PFAS: Enorme Grenzwert-Überschreitung an Nord- und Ostsee
Dabei lagen alle Proben zwischen 290-fach und 3777-fach über dem dänischen Grenzwert für Badegewässer von 40 Nanogramm pro Liter. Deutsche Behörden haben bisher hingegen keine Grenzwerte für Badegewässer erlassen. Doch wird ab kommendem Jahr, der in Deutschland geltende Grenzwert für Trinkwasser von 100 Nanogramm pro Liter deutlich überschritten.
Diese Chemikalien bauen sich nicht mehr ab
Diese hohe Belastung der Meere durch schädlichen PFAS-Chemikalien ist erschreckend. PFAS-Chemikalien (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind Stoffe, die sich in der natürlichen Umwelt nicht mehr abbauen und für die menschliche Gesundheit und die Umwelt schädlich sein können. Sie werden auch Ewigkeitschemikalien genannt.
Sie befinden sich zum Beispiel in zahlreichen Verbraucherprodukten wie Kosmetika, Kochgeschirr, Papierbeschichtungen oder Textilien. Zudem werden PFAS auch zur Oberflächenbehandlung von Metallen und Kunststoffen, in Pflanzenschutzmitteln oder Feuerlöschmitteln verwendet.
Krebs, Leberschäden, Störung von Hormon- und Immunsystem
Es besteht außerdem der Verdacht, dass diese Stoffe ernsthafte Gesundheitsprobleme, wie Krebs oder Leberschäden, verursachen und auch das Hormonsystem beeinträchtigen können. Das Immunsystem können sie ebenfalls schädigen sowie sich negativ auf die Fortpflanzung und Entwicklung von Kleinkindern auswirken.
Obwohl es inzwischen für fast alle Anwendungen in Alltagsgegenständen Alternativen ohne PFAS gibt, verwendet die Industrie diese Stoffe weiterhin. Die Bundesregierung hat bisher keine strengen Regeln eingeführt, um den Einsatz von PFAS zu begrenzen.
Das ist bei Kontakt mit der Haut zu tun
„In Dänemark und den Niederlanden warnen die Behörden vor dem Kontakt mit Meeresschaum und erklären, wie man sich nach einem Strandbesuch dekontaminiert“, sagte Julios Kontchou von Greenpeace. Es wird geraten, nach dem Kontakt mit Meeresschaum, die Haut gründlich mit klarem Wasser abzuspülen. Deutsche Behörden hingegen testen nicht mal offiziell, wie hoch die Konzentration von PFAS in den Meeren und Meeresschaum wirklich ist.

