Glatteis in Berlin und Brandenburg
: Hier bekommen Sie jetzt noch Streugut

Es ist glatt in Berlin und Brandenburg und Streugut fast überall ausverkauft. Wo bekommt man jetzt noch Streugut und gibt es auch Hausmittel?
Von
Nicole Züge
Frankfurt (Oder)
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Ein Mitarbeiter hält auf einem Betriebshof der Berliner Stadtreinigung (BSR) Streusalz für den Winterdienst. Angesichts des anhaltenden Winterwetters wird Streusalz für Straßen zum gefragten Gut. Nach den Glatteis-Tagen Anfang Januar sei zu höheren Nachbestellungen von Streusalz gekommen, berichtete der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen der dpa. Es seien allerdings keine flächendeckenden Engpässe bei der Verfügbarkeit zu beobachten, hieß es. Einzelne Kommunen berichten von Problemen kurzfristig an Nachschub zu kommen. (zu dpa: «Winterwetter sorgt für hohen Streusalzverbrauch») +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Mitarbeiter hält auf einem Betriebshof der Berliner Stadtreinigung (BSR) Streusalz für den Winterdienst. Wo Privatpersonen jetzt noch Streugut herbekommen und welche Hausmittel es gibt.

Christophe Gatea/dpa

Glatteisalarm in Deutschland. Auch Brandenburg und Berlin stecken tief im Winter fest. In der Nacht hat sich zu leichtem Schneefall vielerorts Eisregen dazugesellt und Straßen wie Wege in spiegelglatte Rutschbahnen verwandelt. Streumittel wie Sand und Salz sind fast überall ausverkauft, die Räumpflicht für Grundstückseigner aber bleibt. Wo bekommt man jetzt noch Streumittel her?

Streugut fast überall ausverkauft

Öffentliche Streugutbehälter sind in den meisten Kommunen (noch) gefüllt. Ganz anders sieht es momentan im Handel aus: Dort sucht man aktuell größtenteils vergeblich nach Streumitteln. Sogar Streusalz, das in Brandenburg und Berlin für den privaten Verbrauch größtenteils verboten ist, ist ausverkauft.

Darf man sich aus öffentlichen Streugutbehältern bedienen?

Privatpersonen dürfen sich in vielen deutschen Kommunen in haushaltsüblichen Mengen bedienen, um ihrer Räum- und Streupflicht auf öffentlichen Wegen und Straßen nachzukommen. Wer unsicher ist, sollte bei der zuständigen Gemeinde nachfragen, wie die Streugut-Entnahme geregelt ist. Die Boxen enthalten in der Regel abstumpfendes Material wie Sand, Splitt, Blähton oder ein Gemisch.

Ausnahmen gibt es aber: Ausgeschlossen von der Nutzung sind in der Regel Winterdienst-Unternehmen. Die Regelung sichert, dass ausreichend Material für private Anlieger verfügbar bleibt. Bei Unsicherheiten hilft die zuständige Stadtverwaltung weiter. Viele Kommunen listen die Standorte der Behälter zudem auf ihren Webseiten.

Der Landesbetrieb für Straßenwesen in Brandenburg weist zudem darauf hin, dass zusätzlich rund 500 Streugutbehälter an Steigungsstrecken aufgestellt sind. Verkehrsteilnehmende können sich auch dort bei Bedarf selbst mit Material versorgen, zum Beispiel, wenn der Winterdienst an der entsprechenden Stelle noch nicht angekommen ist oder aber, die Wetterverhältnisse die Straße schnell wieder glatt machen.

Einige Kommunen geben kostenlosen Sand und Splitt ab

Angesichts der Wetterverhältnisse in den vergangenen Wochen haben einige Kommunen zudem kostenlosen Sand verteilt. In Velten ist das unter anderem der Fall. Auch in Potsdam wurde eine entsprechende Aktion gestartet. Als falsch erwiesen sich Meldungen, dass die Gemeinde Schönefeld kostenloses Streugut verteilt.

Auch die Berliner Stadtreinigung gibt an drei BSR-Höfen in der Stadt kostenlosen Splitt ab. Das Angebot umfasst eine Abgabe von 10 Litern pro Person. Wichtig ist: Die Behälter zur Abfüllung müssen selbst mitgebracht werden.

Streugut: Diese Hausmittel kann man nutzen

Auch Hausmittel können anstelle von Sand und Salz eingesetzt werden, um Wege abzustumpfen:

  • Sägespäne: Wer Kleintiere zu Hause hat oder eine Tischlerei in der Nähe, kann zur Not Sägespäne bzw. Kleintierstreu aus dem Drogeriemarkt zur Absicherung von Treppen und Gehwegen nutzen.
  • Sand, Kies oder Asche: Holzasche aus dem Kamin kann zum Abstumpfen von Wegen verwendet werden. Natürlich sind auch Sand und Kies mögliche Streumittel, wenn man sie denn noch bekommt. Notfalls muss der Sandkasten als letzte Reserve herhalten, manche Baumärkte haben zudem auch noch Rasensand oder Spielsand vorrätig, der ebenfalls abstumpft. Faustregel für alle Streumittel: Je gröber das Streumittel ist, desto großzügiger sollte es aufgetragen werden.