Griechenland-Proteste
: Auswärtiges Amt warnt vor Chaos in den Weihnachtsferien

Das Auswärtige Amt warnt deutsche Reisende: Aufgrund der anhaltenden Bauern-Proteste in Griechenland sind auch über die Weihnachtsferien Einschränkungen möglich!
Von
Nicole Züge
Berlin/Athen
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Das Auswärtige Amt warnt deutsche Reisende aufgrund der Bauern-Proteste in Griechenland. (Symbolbild)

Das Auswärtige Amt warnt deutsche Reisende aufgrund der Bauern-Proteste in Griechenland. (Symbolbild)

Socrates Baltagiannis/dpa

Seit Anfang Dezember protestieren in Griechenland über 20.000 Landwirte und Landwirtinnen gegen die Regierung. Es kam bereits zu Ausschreitungen, auch der Flugverkehr wurde gestört. Nun warnt das Auswärtige Amt deutsche Urlauber vor den Protesten. Es könne auch in den Weihnachtsferien und rund um Neujahr zu Einschränkungen, auch beim Flugverkehr, kommen.

Proteste in Griechenland: Das ist der Hintergrund

Hintergrund der Bauern-Proteste in Griechenland sind die, nach Ansicht der Bauernverbände zu spät gezahlten, EU-Agrarsubventionen. Zurück geht der Sachverhalt auf eine über 10 Jahre alte Änderung der Regelungen der gemeinsamen EU-Agrarpolitik. Seitdem hängen die Subventionszahlungen der EU maßgeblich von der Größe einer landwirtschaftlich bewirtschafteten Fläche ab.

In Griechenland waren allerdings viele Eigentumsverhältnisse zu diesem Zeitpunkt unklar oder Grundbücher lückenhaft. Das hatte zur Folge, dass Subventionen wohl ungerechtfertigt ausgezahlt wurden und die EU ein Betrugsermittlungsverfahren eingeleitet hat, welches nun weitere Auszahlungen verzögert.

Auswärtiges Amt warnt vor Chaos rund um Weihnachten

Das Auswärtige Amt hat aufgrund der Proteste die Reisehinweise für deutsche Staatsbürger aktualisiert. Es werden aktuell, so heißt es, landesweit bei Protesten von Landwirtinnen und Landwirten Autobahnen, wichtige Verkehrsknotenpunkte und Grenzübergänge blockiert. Die Protestlage sei „äußerst dynamisch und kann sehr kurzfristig lokal zu erheblichen Beeinträchtigungen und Sperrungen führen.“

Betroffen sind unter anderem die Hauptverbindungen zwischen Athen und Thessaloniki (Autobahn E 75) und die Grenzübergänge nach Bulgarien, Nordmazedonien, Albanien und in die Türkei. Blockaden von Hafenzugängen oder zeitweise Sperrungen von Flughäfen sind ebenfalls möglich. Die Dauer der Proteste ist noch nicht absehbar. Auch für Weihnachten und Neujahr wurden bereits Aktionen angekündigt.

Das Auswärtige Amt rät deutschen Reisenden, sich vor und während einer Reise über die lokalen Medien insbesondere zu möglichen Blockadepunkten zu informieren. Auch Menschenansammlungen und Demonstrationen sollten gemieden werden.