Grippewelle 2025: Wer sich jetzt unbedingt impfen lassen sollte

Die Grippesaison 2025 startet früh und heftig. Welche Personengruppen nach Ansicht der EU-Gesundheitsbehörde ECDC besonders betroffen sind und sich jetzt impfen lassen sollten. (Symbolbild)
Hauke-Christian Dittrich/dpaUngewöhnlich früh und heftig beginnt in diesem Jahr die Grippesaison. Die EU-Behörde ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten) schlägt Alarm und rät bestimmten Personengruppen zu einer schnellstmöglichen Impfung.
Erste Grippewelle 2025 ungewöhnlich früh
Während die Auswirkungen der bevorstehenden Grippesaison auf das Gesundheitswesen noch unsicher seien, bereitet sich die EU-Gesundheitsbehörde auf eine schwerere Grippewelle in Europa als in den vergangenen Jahren vor: „Die gemeldeten Influenza-Fälle steigen dieses Jahr deutlich früher. Das erhöht den Zeitdruck“, sagt Edoardo Colzani, Leiter der Fachsektion Atemwegsviren beim ECDC. Er rät: „Wer Anspruch auf eine Impfung hat, sollte nicht warten. Die Impfung schützt jetzt am besten vor schweren Erkrankungen im Winter.“
Wer sollte sich jetzt gegen Grippe impfen lassen?
Der ECDC-Bericht zur diesjährigen Grippe stellt bestimmte Personengruppen als besonders gefährdet heraus und empfiehlt dringend eine Impfung. Diese Risikogruppen gibt es laut Einschätzung der EU-Behörde:
- Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe sollen sich sofort impfen lassen. Dazu zählen Personen über 65 Jahren, Schwangere, Menschen mit Grund- und chronischen Erkrankungen oder mit geschwächtem Immunsystem sowie Bewohnerinnen und Bewohner geschlossener Einrichtungen wie Pflegeheime.
- Beschäftigte im Gesundheitswesen und in Pflegeeinrichtungen sollen sich ebenfalls impfen lassen. Einrichtungen im Gesundheitsbereich und in der Langzeitpflege sollen zudem ihre Notfall- und Hygienepläne stärken und Personal sowie Besuchende zum Tragen von Masken anhalten, wenn Atemwegsviren stark zirkulieren.
In Deutschland rät die Ständige Impfkommission (Stiko) unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zur Grippeimpfung.
Neue Grippevariante A(H3N2)
Aus der Risikobewertung der EU-Gesundheitsbehörde geht außerdem hervor, dass eine neu aufgetauchte Influenza-Mutation mit der Bezeichnung A(H3N2) die derzeitige Virusverbreitung vorantreibt. In Großbritannien kommt es laut Berichten der medizinischen Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ) derzeit zu einer erhöhten Rate stationärer Krankenhausaufenthalte bei älteren Menschen sowie Schulkindern. Die neue Variante besitzt eine erhöhte Übertragungsrate. Das geht aus ersten Modellrechnungen aus Großbritannien hervor. Diese Symptome sind bei der H3N2-Grippevariante häufig.
Wirkt der aktuelle Grippeimpfstoff gegen A(H3N2)?
Laut BMJ weist die aktuell kursierende Virenmutation sieben zentrale Mutationen im Vergleich zum aktuellen Impfstoffstamm auf. Die Impfempfehlung basiert auf dem von der WHO im Februar 2025 festgelegten Stamm. Laut den Daten aus dem britischen Fachjournal schützt die Impfung dennoch 70 bis 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahren sowie 30 bis 40 Prozent der Erwachsenen vor schweren Verläufen.
Grippewelle 2025: So ist die Lage in Deutschland
Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist in Deutschland bisher kein drastischer Anstieg der Grippeerkrankungen festzustellen. Zwar steigen laut dem aktuellen Wochenbericht zu sogenannten „akut respiratorischen Erkrankungen“ (Grippe, Covid-19, RSV) die Fälle, liegen aber noch auf einem moderaten Niveau.
Ist die neue Virusmutation bereits in Deutschland?
Das Robert Koch-Institut hat in dieser Saison bis Mitte November erst vereinzelte Fälle von Grippe nachgewiesen und unter anderem auch A(H3N2) registriert.
