Grippeimpfung 2020
: Mangel an Grippe-Impfstoff - Gesundheitsminister Spahn gerät in Kritik

Von vielen Medizinern wird eine Impfung gegen die Grippe empfohlen. Doch der Impfstoff ist vielerorts Mangelware. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gerät deshalb immer weiter in Kritik.
Von
Uwe Keuerleber
Ulm
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Kritik wird laut an Bundesgesundheitsminister Spahn wegen Mangel an Grippe-Impfstoff.

dpa

Bereits im August hatte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besorgt geäußert: Eine größere Grippewelle zusätzlich zur Corona-Pandemie könne das Gesundheitssystem nur schwer verkraften, sagte er damals in einem Interview. Die Bundesregierung habe zusätzlichen Grippeimpfstoff besorgt, damit sich jeder impfen lassen könne, der das wolle.

Chaos bei der Grippeimpfung

Am Montag hatte die Ständige Impfkommission gemeinsam mit dem Deutschen Ethikrat und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina eine nationale Impfstrategie gegen Corona vorgelegt. Damit soll geklärte werden, wer und wann einen möglichen Corona-Impfstoff erhält - wenn er dann mal verfügbar ist.

Bereits grundsätzlich verfügbar ist ein Impfstoff gegen die Grippe - doch in vielen Gegenden in Deutschland sind die Impfdosen derzeit Mangelware. Damit wächst die Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Dass derzeit der Impfstoff in einigen Regionen Mangelware ist, wirft kein gutes Licht auf die Bundesregierung“, sagt die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung.

Hohe Nachfrage nach Grippeimpfung

Viele Hausärzte erleben gerade eine hohe Nachfrage nach einer Grippeschutzimpfung. Die Verteilung der Grippeimpfstoffe ist regional ganz unterschiedlich. Immer noch warten einige Praxen auf Nachschub. Weitere Dosen der Grippeimpfung wurden bereits nachgeordert und sollen laut Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) spätestens Mitte November verfügbar sein.

Die Gründe für die derzeitigen Engpässe sind aus Sicht der Vereinigung der Kassenärzte vielschichtig. Zum einen bestünden Schwierigkeiten bei den biologischen Herstellungsprozessen der Impfstoffe. Zum anderen sei die große Nachfrage im Frühjahr, als die Impfstoffmenge bestellt werden musste, noch nicht absehbar gewesen. Da ein Grippeimpfstoff an die jährliche Grippesaison angepasst wird, sind nicht verwendete Ampullen nach dem Ende der Saison wertlos. Die Bestellungen richten sich deshalb etwa nach Erfahrungen der Vorjahre, lassen sich jedoch nie passgenau abschätzen. Die hohe Nachfrage jetzt ist eine Folge der Corona-Pandemie.

Kosten für Impfung werden in BW von Kassen getragen

In Baden-Württemberg werden die Kosten für die Grippeimpfung jedoch unabhängig von den Empfehlungen der Impfkommission für alle Versicherten übernommen. Dies geht auf eine Empfehlung des baden-württembergischen Sozialministeriums zurück. Die Menge an verfügbaren Impfdosen bleibt dennoch begrenzt.