Grönland: Warum gehört die größte Insel der Welt (noch) zu Dänemark?

Grönland - auf diese Insel im Eis hat es US-Präsident Donald Trump abgesehen.
Ebrahim Noroozi/AP/dpaGrönland ist zwar die größte Insel der Welt, aber in den Schlagzeilen ist das eisige Land im hohen Norden trotzdem normalerweise nicht so oft. Aktuell ist Grönland wieder überall Gesprächsthema und Schuld daran ist der ehemalige und künftige US-Präsident Donald Trump. Denn der will (mal wieder), dass Grönland zur USA gehört. Was ist dran an der Geschichte?
Warum will Donald Trump, dass Grönland zur USA gehört?
Es sind wohl vor allem zwei Gründe, die Donald Trump zu seiner Grönland-Idee bewogen haben: die strategische Lage der Insel und der Rohstoffreichtum Grönlands. „Aus Gründen der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt sind die Vereinigten Staaten der Meinung, dass der Besitz und die Kontrolle über Grönland eine absolute Notwendigkeit ist“, erklärte Trump noch vor seiner Amtseinführung als Präsident. Neben der militärischen Bedeutung schielt Trump wohl auch auf die reichhaltigen natürlichen Ressourcen Grönlands. Dazu zählen Öl, Gas, Gold, Diamanten, Uran, Zink und Blei. Nach dem Angriff der USA auf Venezuela scheint jetzt wieder Grönland in den Trump-Fokus zu geraten.
Wem gehört Grönland eigentlich und warum?
Grönland war im 18. Jahrhundert von Dänemark kolonisiert worden und hat seit 1979 Autonomiestatus. Es gehört aber weiterhin offiziell zum dänischen Königreich.
Grönland in Zahlen und Fakten:
- Größe: Gesamtfläche zwischen 2.166.086 und 2.486.000 Quadratkilometern, davon 410.000 Quadratkilometer eisfrei (zum Vergleich: Deutschland ist 357.588 Quadratkilometer groß)
- Einwohnerzahl: ca. 56.000
- Hauptstadt: Nuuk
- politischer Status: parlamentarische Monarchie mit Selbstverwaltung
- Staatsoberhaupt: Dänemarks König Frederik X.
(vertreten durch die Reichsombudsfrau Julie Wilche) - Landessprache: Gröndländisch (Kalaallisut) und Dänisch
- Landeswährung: Dänische Krone
Der Einfluss Dänemarks auf Grönland reicht bereits mehrere Jahrhunderte zurück. Bereits im Jahr 1721 erlaubte der dänische König Friedrich IV der Kirche die Missionsarbeit in Grönland. In den Folgejahren gab es immer wieder mal Konflikte um die Insel - beispielsweise mit holländischen Walfängern. 1782 ordnete Dänemark die Kolonialverwaltung in Nord- und Südgrönland und festigte seinen Anspruch. Holländische und englische Kolonialisierungsbestrebungen nahmen ab. Nach dem sogenannten Kanonenbootkrieg zwischen England und Dänemark fiel Grönland dann 1812 endgültig an Dänemark. Ende des 19. und im 20. Jahrhundert führten neuen Wirtschaftsstrukturen wie Landwirtschaft und Bergbau zu einer Zentralisierung und Urbanisierung. Im Zweiten Weltkrieg während der Besetzung Dänemarks durch die deutsche Wehrmacht wurden die Handelsbeziehungen mit den USA intensiviert. Basen der US-Armee entstanden in Grönland. Im Kalten Krieg spielte Grönland eine zentrale Rolle, da das Land auf halber Strecke über den Nordpol zwischen den USA und der Sowjetunion lag. Seit 1979 erlangt Grönland von Dänemark immer mehr Eigenständigkeit. Zum Beispiel gibt es seitdem ein eigenes grönländisches Parlament und eine Regierung. Am 21. Juni 2009 wurde die Selbstverwaltung eingeführt und Grönland erhielt unter anderem das Recht an den eigenen Rohstoffen.
Was sagen die Grönländer selbst zu der Trump-Forderung?
Grönlands Regierungschef Jens Frederik Nielsen hat die wiederholt von US-Präsident Donald Trump bekundeten Ansprüche auf die Insel mit scharfen Worten zurückgewiesen. „Das reicht jetzt“, erklärte Nielsen in der Nacht zum 5. Januar 2026 im Onlinedienst Facebook. „Kein weiterer Druck. Keine weiteren Andeutungen. Keine weiteren Annexions-Fantasien. Wir sind offen für Dialog. Wir sind offen für Diskussionen“, schrieb der grönländische Regierungschef. Dies müsse aber „über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen“, betonte er.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte Washington am Wochenende aufgefordert, seine „Drohungen gegen einen historischen Verbündeten“ einzustellen. „Ich muss dies den USA sehr klar sagen: Es ist absolut absurd zu sagen, dass die Vereinigten Staaten die Kontrolle über Grönland übernehmen sollten“, erklärte sie. Sie verwies darauf, dass Dänemark, „und damit auch Grönland“, ein Nato-Mitglied sei und somit durch Sicherheitsgarantien des Bündnisses geschützt.
