Mutmaßliche Beziehungstat: Sechs Tote nach Schüssen in Mutter-Kind-Wohnheim in Niedersachsen

Einsatzkräfte und Spurensicherung am Tatort in Stade. Dort wurden sechs Menschen getötet.
Fabian Höfig/NEWS5/dpa- In einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade wurden nach Schüssen sechs Menschen getötet.
- Zwei Verdächtige wurden festgenommen, darunter der mutmaßliche Schütze – Hintergründe unklar.
- Vier Opfer sind drei erwachsene Frauen und ein Mann, zum sechsten Opfer gibt es keine Angaben.
- Mehrere Menschen wurden verletzt, teils schwer, die Zahl der Toten könnte noch steigen.
- Polizei sieht keinen politischen Hintergrund und warnt vor Gerüchten, Gefahr für Bevölkerung bestehe nicht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade steigt die Zahl der Todesopfer von zunächst fünf auf sechs. Bei vier von ihnen handelt es sich um drei erwachsene Frauen und einen Mann, wie ein Polizeisprecher am Tatort der Deutschen Presseagentur (dpa) sagte. Zum sechsten Opfer ist noch nichts bekannt. Weitere Angaben zur Identität der Opfer und zur Frage, in welcher Beziehung sie zu den mutmaßlichen Tätern stehen, gab es zunächst nicht. Einem Spiegel-Bericht zufolge soll es sich um eine „Beziehungstat“ gehandelt haben, es gebe persönliche Bezüge in die Jugendeinrichtung. Ein politischer oder extremistischer Hintergrund sei nach derzeitigem Stand der Ermittlungen nicht bekannt.
Die Ermittler nahmen zwei Verdächtige fest, darunter auch den mutmaßlichen Schützen. Auch zu den weiteren Verletzten gab es zunächst keine weiteren Informationen. „Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden“, hatte eine Polizeisprecherin früher am Nachmittag gesagt. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige.
Noch viele Fragen offen
Zu dem Tötungsdelikt kam es nach Polizeiangaben in einer Jugendhilfeeinrichtung, in der Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht sind. Nähere Angaben zu der Identität der Toten und der Tatverdächtigen machten die Ermittler offiziell bisher nicht. Offen ist auch noch, welche Rolle die zweite festgenommene Person bei der Tat gespielt haben soll. Laut Spiegel handelt es sich bei den Verdächtigen um einen Mann und eine Frau, beide älter als 21 Jahre.
Die Hintergründe des Gewaltverbrechens in der Stadt westlich von Hamburg sind zunächst völlig unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler gibt es jedenfalls keinen Zusammenhang zur sogenannten Clankriminalität.
Polizei und Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot im Einsatz. Sie riefen Menschen auf, den betroffenen Bereich weiträumig zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. „Aktuell besteht keine weitere Gefahr für die Bevölkerung“, betonte die Polizeisprecherin.
Viele Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte im Einsatz
Auf Bildern von der Umgebung des Tatortes waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Rettungskräfte zu sehen. Auch Kriminaltechniker in weißen Overalls waren vor Ort.
Ein Sprecher der Stadt Stade sagte, für eine Kindertagesstätte und eine Grundschule in der Nähe der Jugendhilfeeinrichtung habe keine Gefahr bestanden. Die Stadt habe nach den ersten Meldungen umgehend Kontakt zu den Einrichtungen gesucht. Die Kita-Kinder seien zum Zeitpunkt der Schüsse im Gebäude gewesen, sagte der Stadtsprecher. Eltern konnten ihre Schulkinder inzwischen abholen.
„Wir sind froh, dass es unseren Mitarbeitenden und den Kindern in Kita und Grundschule gut geht und ich bedanke mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihren Einsatz in dieser unübersichtlichen Lage“, sagte Stades Stadtrat Carsten Brokelmann in einer Mitteilung. Der Stadtrat sprach zudem im Namen der Stadtverwaltung seine Anteilnahme aus. „Gleichzeitig gilt unser tiefes Mitgefühl den Opfern dieser schrecklichen Tat sowie deren Hinterbliebenen.“ Noch seien die Hintergründe der Tat nicht bekannt. Er vertraue darauf, dass diese bald ermittelt würden, sagte Brokelmann in der Mitteilung weiter.
Die Polizei warnte zudem eindringlich vor Falschnachrichten und Gerüchten. In Chatgruppen und sozialen Netzwerken würden unbestätigte Informationen zu der Einsatzlage verbreitet, schrieb die Polizei in ihrem WhatsApp-Kanal. „Die kursierenden Darstellungen entsprechen nicht dem derzeit polizeilich bestätigten Sachstand.“
Die Polizei appellierte, keine ungeprüften Meldungen, Sprachnachrichten oder Gerüchte weiterzuverbreiten. „Dies kann zu Verunsicherung führen und polizeiliche Maßnahmen erschweren.“ Gesicherte Informationen gebe es über die offiziellen Kanäle der Polizei Stade.
Stade hat knapp 48.700 Einwohner und gehört zur Metropolregion Hamburg und ist auch als westliches Tor zum Alten Land bekannt, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Deutschlands. Die Hansestadt liegt rund 40 Kilometer von Hamburg entfernt.
