Für diesen Tag gibt es viele Namen: Epiphanie, Erscheinung des Herrn, Großneujahr, in Österreich auch Weihnachtszwölfer genannt. Und auch in anderen Sprachen und Ländern, kommt er vor: Epiphany, Epifanía, Épiphanie, Epifania – das Dreikönigsfest.
Wir erklären, wo es seine Ursprünge hat, in welchen Bundesländern es ein Feiertag ist und welche Traditionen es an diesem Tag gibt – in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, aber auch dem Rest Deutschlands und der Welt.

Die christliche Weihnachtsgeschichte

Die Heiligen Drei Könige, auf die sich dieser Tag bezieht, sind in der Weihnachtsgeschichte diejenigen, die vom Stern von Bethlehem zu Jesus geführt werden: Caspar, Melchior und Balthasar. Sie bringen ihm Myrrhe, Weihrauch und Gold und huldigen dem neugeborenen „König der Juden“. Sie gelten als die ersten Missionare, da sie die Botschaft der Geburt Christi als erste in die Welt heraustrugen.
Deswegen wurden ursprünglich Epiphanie und die Geburt Christi am selben Tag, dem 6. Januar, gefeiert. Beispielsweise die armenischen Christen machen das heute noch so. Andere, wie die orthodoxe Kirche, feiern ebenfalls beide Tage gemeinsam, aber am 25. beziehungsweise 26. Dezember.

Die Heiligen Drei Könige – ein Feiertag?

In Deutschland ist der 6. Januar nur in drei Bundesländern Feiertag: in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. Weltweit ist er staatlicher Feiertag in folgenden Ländern: Österreich, Liechtenstein, Italien, San Marino, Spanien und Andorra, Schweden, Island, Finnland, Kroatien, der Slowakei, Griechenland und Polen.

Traditionen und Bräuche

Am Dreikönigstag werden vielerorts Krippen aufgebaut, Kinder und Jugendliche gehen als „Sternsinger“ um die Häuser und sammeln Spenden oder es werden spezielle Speisen zubereitet oder gegessen.
Vielerorts gehen Kinder und Jugendliche zum Dreikönigssingen: Sie ziehen um die Häuser, singen oder sagen Gedichte auf und sammeln Spenden. Hier zu sehen ist die 65. Aktion Dreikönigssingen, welche am Freitag (30.12.2022) auf dem Römerberg in Frankfurt am Main eröffnet wurde.
Vielerorts gehen Kinder und Jugendliche zum Dreikönigssingen: Sie ziehen um die Häuser, singen oder sagen Gedichte auf und sammeln Spenden. Hier zu sehen ist die 65. Aktion Dreikönigssingen, welche am Freitag (30.12.2022) auf dem Römerberg in Frankfurt am Main eröffnet wurde.
© Foto: Tim Wegner/dpa
So gibt es den sogenannten Dreikönigskuchen, den es in verschiedenen Varianten in der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, England und Spanien, Mexiko und New Orleans zu finden gibt. Ihnen allen ist gemein, dass in den Kuchen ein kleiner Gegenstand – eine kleine Figur, eine getrocknete Bohne oder eine Münze – eingebacken wird und derjenige, der ihn in seinem Stück findet, diesen einen Tag lang König spielen darf. In Spanien beispielsweise kann es aber auch geschehen, dass man beides – ein Porzellanfigürchen und eine getrocknete Bohne – in seinem Kuchen findet: Derjenige, der die Figur findet, darf König sein, derjenige, der die Bohne findet, muss den Kuchen zahlen.
An besonderen Tagen gibt es häufig besondere Speisen: Hier ist es der Dreikönigskuchen, den es in verschiedenen Variationen in vielen Ländern auf der Welt gibt.
An besonderen Tagen gibt es häufig besondere Speisen: Hier ist es der Dreikönigskuchen, den es in verschiedenen Variationen in vielen Ländern auf der Welt gibt.
© Foto: Christian Beutler/dpa
Es gibt noch weitere Brauchtümer: In Italien bringt die Hexe Befane den Kindern in der Nacht auf den 6. Januar Geschenke. Auch sie befindet sich auf ihrem Besen auf der Suche nach dem Jesuskind, ist aber zu spät aufgebrochen und straft oder beschenkt Kinder, die sie auf ihrem Weg antrifft. In Spanien bekommen Kinder ebenfalls in dieser Nacht Geschenke, da hier die weihnachtliche Bescherung geschieht. Es finden Umzüge statt und als König Verkleidete werfen für die Kinder Süßigkeiten in die Menge.
Vor allem in ländlicheren Regionen wie dem Allgäu weiht man Wasser in Erinnerung an die Taufe Jesu oder Salz und Menschen räuchern ihre Häuser zum Schutz vor bösen Geistern.

Die Heiligen in der Musik und beim Wetter

Die Heiligen Drei Könige finden sich auch in der Musik: Johann Sebastian Bach komponierte zwei Kantaten zu diesem Fest und auch ein Teil seines Weihnachtsoratoriums ist ihm gewidmet: „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“.
Und auch beim Wetter. So gibt es zwei volkstümliche Wetterregeln: „Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Weinjahr.“ und „Ist bis Dreikönig kein Winter, folgt keiner dahinter.“ Es bleibt also abzuwarten, welchen Ausblick uns die Könige auf das kommende Jahr geben werden.