Hit-Song „Golden“: K-Pop gewinnt erstmals einen Grammy

Audrey Nuna, EJAE und Rei Ami treten während der 68. GRAMMY Awards Pre-GRAMMY Gala & GRAMMY Salute to Industry Icons zu Ehren von Avery Lipman und Monte Lipman am 31. Januar 2026 im Beverly Hilton in Beverly Hills, Kalifornien, auf.
FRAZER HARRISON/AFPK-Pop ist bei den Grammys lange vor allem über Nominierungen präsent gewesen – nun gibt es erstmals einen echten Sieg. Der Titel „Golden“ aus dem Netflix-Animationsfilm „KPop Demon Hunters“ gewann bei der Premiere Ceremony die Kategorie „Best Song Written for Visual Media“. Ausgezeichnet wurden die Songwriter EJAE, Teddy Park, 24 und IDO. Damit ist zum ersten Mal ein Team mit klarer K-Pop-Prägung offiziell Grammy-preisgekrönt.
In den Top-Kategorien reicht es noch nicht
Trotz des Erfolgs blieb K-Pop in den prestigeträchtigen Hauptfeldern, dem General Field, ohne Auszeichnung. Dort waren sowohl „Golden“ als auch „APT.“, eine Zusammenarbeit von BLACKPINK-Star Rosé und Bruno Mars, für „Song of the Year“ nominiert. „APT.“ war außerdem für „Record of the Year“ im Rennen. Beide Titel gingen am Ende leer aus.
Die Grammys in den großen Kategorien gingen in diesem Jahr an andere Stars: Billie Eilish gewann „Song of the Year“ mit „Wildflower“, „Record of the Year“ ging an Kendrick Lamar und SZA für „Luther“. Den Preis für „Album of the Year“ holte Bad Bunny mit „Debi Tirar Mas Fotos“ – als erstes spanischsprachiges Album, das diese Auszeichnung erhielt.
Viele Nominierungen, viel Aufmerksamkeit
Der Erfolg von „Golden“ blieb nicht die einzige K-Pop-Spur bei der Verleihung. Der Song war in mehreren Kategorien vertreten, darunter auch „Best Pop Duo/Group Performance“. Zudem wurden ein Remix von David Guetta sowie der komplette Soundtrack zu „KPop Demon Hunters“ in weiteren Kategorien nominiert, ohne am Ende zusätzliche Preise zu holen.
Auch „APT.“ gehörte zu den auffälligsten K-Pop-nahen Titeln der diesjährigen Grammys. Der Song war gleich mehrfach nominiert und erhielt zusätzlich Aufmerksamkeit durch seine Präsenz im Rahmen der Show – ein seltener Moment, weil K-Pop bei den Grammys im Hauptprogramm bislang nur vereinzelt sichtbar war.
KATSEYE schafft es in die wichtigste Newcomer-Kategorie
Neben den Songs stand auch eine Gruppe im Fokus: KATSEYE, eine US-basierte Girlgroup aus dem Umfeld von HYBE Labels, war für „Best New Artist“ nominiert. Damit tauchte K-Pop-Einfluss auch in einer der zentralen Grammy-Kategorien auf. Der Preis ging am Ende jedoch an die britische Newcomerin Olivia Dean.
KATSEYE war außerdem mit „Gabriela“ für „Best Pop Duo/Group Performance“ nominiert und trat bei der Veranstaltung mit einer Performance von „Gnarly“ auf.
Historischer Sieg – und ein klares Zeichen für den Wandel
Der Grammy-Gewinn für „Golden“ markiert einen Meilenstein: K-Pop ist bei den Grammys nicht mehr nur ein Thema am Rand, sondern erstmals auch offiziell ausgezeichnet. Gleichzeitig zeigt das Ergebnis, dass die wichtigsten Preise weiterhin hart umkämpft bleiben – selbst bei starker Sichtbarkeit und mehreren Nominierungen.
Unterm Strich dürfte der Abend für K-Pop trotzdem als Erfolg gelten: Ein erster Grammy-Sieg, auffällige Nominierungen in den Hauptkategorien und mehr Präsenz im Programm als in vielen Jahren zuvor. Das Genre hat damit eine neue Schwelle überschritten – auch wenn der ganz große Triumph im General Field vorerst noch auf sich warten lässt.
