Hochwasser in Brandenburg
: Alarm der Stufe 2 an Elbe und Havel – Blick nach Sachsen

Die Wasserstände der Elbe bei Wittenberge fielen leicht, sollen aber wieder steigen. Es gelten weiterhin die Alarmstufen 1 und 2. So ist die Lage im Ober- und Mittellauf in Sachsen.
Von
dpa, tw
Wittenberge / Neuruppin
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Die Elbe führt Hochwasser. So ist die Lage in der Prignitz und der aktuelle Stand in Sachsen (Foto entstand in Bad Schandau).

Sebastian Kahnert /dpa

Bei Wittenberge überschritt der Pegel am Dienstag (2. Januar) die Sechs-Meter-Marke leicht. Es wird laut Stadt damit gerechnet, dass damit der höchste Wasserstand erreicht wurde und sich die Lage entspannt. Nach Angaben des Landesumweltamtes soll der Wasserstand am Pegel Wittenberge bis Anfang nächster Woche trotzdem wieder steigen.

In Wittenberge stand vor allem das Deichvorland unter Wasser. Der Hafen am Elbufer und eine Baustelle für die neue Brücke der Autobahn A14 wurden überschwemmt.

Auch an der Havel ist der Wasserstand leicht gestiegen. In Wittenberge hatte vor rund zehn Jahren ein schweres Hochwasser mit einem Wasserstand von 7,85 Meter große Schäden angerichtet.

Hochwasser-Alarm an der Prignitz wieder ausgerufen

Im Fluss Stepenitz in der Prignitz kann der Wasserstand wieder steigen. Seit späten Dienstagabend gilt für den Flussabschnitt von der Einmündung der Dömnitz bis einschließlich Perleberg wieder die Alarmstufe 1, wie das Landesumweltamt auf der Internetseite mitteilte.

Es sei mit einer Überflutung von ufernahen Flächen zu rechnen. Am Pegel Wolfshagen/Stepenitz sei aufgrund der vorhergesagten Niederschläge auch ein deutlicher Wiederanstieg des Wasserstands sehr wahrscheinlich. Ein Erreichen der Alarmstufe II sei in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen, hieß es.

Wegen steigender Havel-Wasserstände ist die Hochwasseralarmstufe für mehrere Flussabschnitte im Kreis Ostprignitz-Ruppin am Dienstagnachmittag auf 2 angehoben worden. Das teilte der Kreis mit. Die zweite Alarmstufe gelte im Südwesten des Landkreises. Betroffen sind Abschnitte des Rhinkanals, der Dosse und der Neuen und Alten Jäglitz. Für den Havel-Pegel in Rathenow gilt nach wie vor die Alarmstufe 1, wie das Landesumweltamt mitteilte.

Hochwasser in der Elbe – so ist die aktuelle Lage in Sachsen

Ein Blick nach Sachsen zeigt, wie sich der Wasserstand der Elbe im Oberlauf kurz hinter der Grenze zu Tschechien und im Mittellauf entwickelt: „Die Niederschläge im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe und Moldau sowie der Abtauprozess der Schneedecke im oberen Bergland führen zu einem weiteren Anstieg der Wasserführung an allen sächsischen Elbpegeln„, heißt es in einer Mitteilung des Landeshochwasserzentrums Sachsen. „Dabei überschreiten die Wasserstände am Pegel Schöna am 04.01. vormittags, am Pegel Dresden am 04.01. abends und am Pegel Riesa im Tagesverlauf des 05.01. die Richtwerte der Alarmstufe 2.“

Für Dresden bedeutet das ein Übersteigen der Fünf-Meter-Marke. Am Mittwochmittag lag der Wert bei 4,39 Metern, normal sind zwei Meter. Laut Prognose können es am Samstag 5,71 Meter sein. Von den Rekordwerten ist die Elbe in Dresden aber noch weit entfernt. Bei der Jahrhundertflut 2002 betrug der Wasserstand hier 9,40 Meter.

Danach kommt es laut Mitteilung zum weiteren Anstieg der Wasserstände im Bereich der Richtwerte der Alarmstufe 2. Am Pegel Torgau wird demnach bis zum 05.01. abends der Richtwert der Alarmstufe 1 überschritten.

In Sachsen-Anhalt gibt es aktuell nur für die Flüsse Ehle und Havel Hochwasserwarnungen.