Hohe Spritpreise: Wie viel Liter Benzin darf man aus Polen mitnehmen?

ARCHIV - 01.04.2026, Polen, Leknica: Ein Tankrüssel steckt in einem Benzinkanister. Zahlreiche Menschen aus grenznahen Regionen tanken in Polen.
Frank Hammerschmidt/dpaSteigende Spritpreise in Deutschland sorgen derzeit dafür, dass viele Autofahrer an die Grenze ausweichen. Besonders an Tankstellen im polnischen Grenzgebiet – etwa in Słubice bei Frankfurt (Oder) – ist Kraftstoff deutlich günstiger. Der Preisdruck ist so groß, dass einzelne Tankstellen nahe der Grenze zeitweise sogar ausverkauft sind. Doch wer günstig im Ausland tankt und zusätzlich Kanister füllen möchte, sollte die gesetzlichen Regeln kennen.
Große Preisunterschiede an der Grenze
Der Preisunterschied zwischen Deutschland und Polen ist derzeit erheblich. Aktuell liegt der Durchschnittspreis bei:
- Deutschland: Diesel ca. 2,43 €, Benzin ca. 2,18 €
- Polen: Diesel ca. 2,02 €, Benzin ca. 1,68 €
Damit lässt sich bei einer Tankfüllung schnell ein zweistelliger Betrag sparen. Entsprechend groß ist der Andrang an Tankstellen nahe der Grenze.
Wie viel Kraftstoff darf man transportieren?
Zunächst gilt das Gefahrgutrecht – also die Frage, was überhaupt im Auto mitgeführt werden darf.
In Deutschland (und praktisch identisch in Polen) sind erlaubt:
- maximal 60 Liter pro Behälter
- höchstens 240 Liter insgesamt pro Fahrzeug
Diese Werte werden auch in polnischen Quellen genannt. Sie betreffen rein den sicheren Transport, nicht die Steuerfrage.
Wichtig: Diese Obergrenzen sind theoretische Maximalwerte. Sie spielen im Alltag kaum eine Rolle, weil vorher andere Vorschriften greifen.
Entscheidender Punkt: Steuerrecht
Für Autofahrer viel wichtiger ist das Energiesteuerrecht bei der Einfuhr nach Deutschland.
Hier gilt:
- Bis zu 20 Liter Kraftstoff im Reservekanister sind steuerfrei
- Alles darüber ist steuerpflichtig
Der Kraftstoff im Fahrzeugtank selbst ist davon nicht betroffen.
Das bedeutet:
Wer mehr als 20 Liter im Kanister über die Grenze bringt, muss grundsätzlich Energiesteuer zahlen – unabhängig davon, ob der Transport technisch erlaubt wäre.
Warum es zu Engpässen an der Grenze kommt
Die großen Preisunterschiede sorgen für starken Tanktourismus. Autofahrer fahren gezielt nach Polen, um günstiger zu tanken – oft auch mit Kanistern.
In Grenzorten wie Słubice führte das zeitweise dazu, dass Tankstellen leergekauft waren.
