Ich geh' mit meiner Laterne
: Der Liedtext zu St. Martin

Wann findet Sankt Martin statt und was steckt dahinter? Und woher kommt eigentlich das bekannte Lied „Ich geh mit meiner Laterne“? Den Hintergrund und Text gibt es hier.
Von
Theresa Thiem
Berlin
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ARCHIV - 11.11.2014, Baden-Württemberg, Friedrichshafen: Kinder halten ihren leuchtenden Laternen in die Höhe. Kinder ziehen in Grüppchen durch die Straßen und umklammern dabei ihre gut gefüllten Beutel, um sie an jeder Haustür erwartungsvoll vorzustrecken. Die Szenen ähneln sich am Martinstag (11.11.) und an Halloween (31.10.). (zu dpa: "Halloween und Sankt Martin: Konkurrenz beim Süßigkeiten sammeln") Foto: Felix Kästle/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

St. Martin findet am 11. November 2025 statt.

Felix Kästle/dpa

Der heilige Sankt Martin gehört zu den bekanntesten Heiligen und wird dem Sankt-Martins-Tag gefeiert. Zu seinen Ehren finden in ganz Deutschland und Österreich Laternenumzüge statt. Woher kommt eigentlich die Tradition des damit verknüpften Liedes „Ich geh' mit meiner Laterne“?

Sankt Martin: Wann wird der heilige Martin geehrt?

Am 11. November wird der Martinstag zu Ehren des heiligen Martin begangen – 2025 fällt er auf einen Dienstag. Das Datum erinnert an die Beisetzung des Bischofs Martin von Tours im Jahr 397. Der dritte Bischof von Tours gilt bis heute als einer der populärsten Heiligen der katholischen Kirche. Seine Bekanntheit verdankt er vor allem seiner Nächstenliebe, als er in seiner Zeit als Soldat seinen Mantel zerteilte und eine Hälfte einem frierenden Bettler gab.

Ich geh' mit meiner Laterne: Hintergrundinfos

Bereits im Jahr 1818 tauchen die ersten Text- und Melodiezeilen in einem sogenannten Quodlibet eines Wiener Singspiels auf. Zudem berichtete der deutsche Lyriker Emanuel Geibel aus seiner Kindheit um 1820 von einem sehr ähnlichen, fast gleichlautenden Lied, das bei abendlichen Laternenumzügen gesungen wurde. Deshalb ist anzunehmen, dass das heutige „Ich geh' mit meiner Laterne“ bereits im 19. Jahrhundert verbreitet war.

Die heutige St. Martinstradition inklusive Laternenlauf und Mitsingen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunächst in katholischen Gebieten. Nach 1945 wurden dem Lied Strophen hinzugefügt, die die Verehrung von Martin von Tours ausdrückten. In evangelisch geprägten Regionen wurde das Lied im Laufe der Zeit ebenfalls in das seit dem 19. Jahrhundert verbreitete sogenannte Martinisingen aufgenommen, allerdings meist ohne jene Strophen, die sich auf Martin von Tours beziehen. Durch die Pflege dieser Tradition in Kindergärten und Schulen wurde „Ich geh' mit meiner Laterne“ zu einem der bekanntesten Kinderlieder in Deutschland.

Ich geh' mit meiner Laterne: Liedtext

1. Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten da leuchten wir.
St. Martin hier, wir leuchten dir,
rabimmel, rabammel, rabumm.

2. Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten da leuchten wir.
Ein Lichtermeer zu Martins Ehr,
rabimmel, rabammel, rabumm.

3. Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten da leuchten wir.
Mein Licht ist schön, ihr könnt es sehn,
rabimmel, rabammel, rabumm.

4. Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten da leuchten wir.
Ich trag mein Licht, ich fürcht mich nicht,
rabimmel, rabammel, rabumm.

5. Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten da leuchten wir.
Wie schön das klingt, wenn jeder singt,
rabimmel, rabammel, rabumm.

6. Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten da leuchten wir.
Laternenlicht, verlösch mir nicht,
rabimmel, rabammel, rabumm.

7. Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Da oben leuchten die Sterne,
hier unten da leuchten wir.
Mein Licht ist aus, wir gehn nach Haus,
rabimmel, rabammel, rabumm.