Jetzt beginnt der Kranich-Zug in MV: Die besten Beobachtungspunkte

Kraniche ziehen nach Sonnenuntergang zu ihren Schlafplätzen in den Boddengewässern zwischen der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und dem Festland. Hier gibt es besonders gute Beobachtungspunkte.
Jens Büttner/dpaMecklenburg-Vorpommern ist nicht nur für Menschen ein beliebtes Land zum Entspannen und Urlaub machen. Im Herbst kommen tausende Besucherinnen und Besucher im Federkleid, um auf ihrem Weg in den Süden Rast zu machen: Der Kranich-Zug zwischen September und Oktober ist ein atemberaubendes Naturschauspiel.
Wir haben die besten Beobachtungsplätze und Tipps, wie man den wunderschönen Vögeln nah kommen kann, ohne sie zu stören.
Kraniche rasten vor ihrer Reise in den Süden in Mecklenburg-Vorpommern
Kraniche kann man fast das gesamte Jahr über in Mecklenburg-Vorpommern beobachten. Im Herbst, gibt es für Naturinteressierte aber ein besonderes Schauspiel zu erleben: den Kranich-Zug. Die Tiere versammeln sich ab September, um ihren Flug in den Süden anzutreten. Das Schauspiel dauert oft bis in den Oktober, denn solange rasten die Tiere, bevor sie über Brandenburg weiter Richtung Wärme fliegen.
Wo kann man Kraniche beobachten?
Eine Region in MV ist sozusagen das ganze Jahr über „Kranichland“: Vorpommern-Rügen. Vor allem im Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“ sind die Tiere in den warmen Monate zahlreich vorhanden. Im Frühjahr kehren die Kraniche hierher aus den Winterquartieren zurück. In stillen Gebieten zeigen sie ab März Balztänze und brüten anschließend. Im Sommer ziehen die Altvögel mit ihren Jungtieren durch Wiesen und Feuchtgebiete.
Im Herbst folgt dann der Höhepunkt: Tausende Kraniche rasten an der Boddenküste bei Darß-Zingst, Rügen und im Umland, bevor sie ihren Zug zurück, in die wärmeren Winterquartiere antreten. Manche Kraniche bleiben sogar. In milden Wintern ohne Schnee finden die Tiere auch hierzulande ausreichend Nahrung.
Zingst ist das Epizentrum der Kranich-Rast
Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst liegen die besten Beobachtungsorte für den Kranich-Zug. Die Vögel nisten und rasten unter anderem am Pramort im Osten der Halbinsel. Der abgelegene Ort gilt als der größte Schlafplatz der Vögel in dieser Region. Hierher führen auch begleitete Radwanderungen mit Start in Zingst. Nähere Informationen zu solchen Touren mit erfahrenen Rangerinnen und Rangern bietet die Webseite des Kurortes Zingst.
Wichtig für Besuchende ist, dass der Zugang während der Herbstmonate durch die Nationalpark-Card beschränkt ist, um die Tiere zu schützen. Die Karte muss man entweder einzeln erwerben, bei den oben genannten Radwanderungen ist die Karte bereits inklusive.
Beste Zeit, um Kraniche zu beobachten
Am besten lassen sich Kraniche zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang beobachten. Sie verlassen morgens ihre Schlafplätze und kehren in der Dämmerung dorthin zurück. Aber auch tagsüber sind natürlich Sichtungen nicht ausgeschlossen.
Die besten Beobachtungspunkte für Kraniche auf Fischland-Darß-Zingst
Vogelausguck Pramort (derzeit beschränkter Zugang durch Nationalpark-Card)
Sundische Wiesen
Zingster Strom-Wiesen und Insel Kirr: Von Zingst aus werden hierher auch Abendfahrten organisiert. Immer mir dabei sein sollte ein Fernglas. In Zingst selbst gibt es ebenfalls zahlreiche Beobachtungsplattformen.
Barrierefreie Möglichkeiten zur Kranichbeobachtung
Das Kranorama am Günzer See ist zur Herbstrast der Kraniche täglich zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet und bietet die Gelegenheit, Kraniche tagsüber zu beobachten. Die Rangerinnen und Ranger vor Ort informieren über die Zugvögel und verfügen über Beobachtungstechnik. Wer vorab genau wissen möchte, wie viele Kraniche vor Ort rasten, kann hier die tagesaktuelle Anzahl der majestätischen Vögel erfahren.
