Kabelfernsehen 2024
: Nicht mehr über die Nebenkosten – Diese Möglichkeiten haben Mieter ab Juli

Wer als Mieter Kabelfernsehen schaut und über die Nebenkosten bezahlt, muss bis spätestens Juli 2024 aktiv werden, sonst bleibt der TV schwarz. Die Alternativen zum Kabel TV und was sie kosten.
Von
Nicole Züge
Berlin/Potsdam
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Ein junger Mann sitzt mit einer Fernbedienung vor dem Fernseher. Ab Sommer müssen viele Mieterinnen und Mieter sich selbst um einen Anschluss kümmern oder eine TV-Alternative finden.

Britta Pedersen, dpa

Millionen Mieter müssen bald neue Wege gehen, um in ihrer Wohnung weiter fernsehen zu können. Ab dem Sommer dürfen Vermieter die TV-Gebühren nicht mehr auf die Nebenkosten umlegen.

Jahrelang betraf diese Praxis circa 12 Millionen Mieter. Ende Juni 2024 endet das, bereits in den 1980er Jahren eingeführte Nebenkostenprivileg, das den Kabelnetzbetreibern Vodafone und Tele Columbus einen Vorteil beschert hat.

  • Welche Möglichkeiten haben Mieter, um weiterhin Fernsehen zu schauen und was kosten die einzelnen Anbieter?
  • Reicht das Netz in Brandenburg für DVB-T2 oder muss man auf Alternativen ausweichen?
  • Was kostet das Kabelfernsehen in Zukunft?

Kabel-TV: Bald nicht mehr in den Nebenkosten enthalten

In der heutigen Zeit gibt es unwahrscheinlich viele Möglichkeiten, das lineare TV-Programm zu schauen. Eine davon ist das Kabelfernsehen. Diese Möglichkeit haben viele Mieter in Berlin und Brandenburg hatten bisher genutzt.

Ganz freiwillig war diese Wahl nicht immer. Die großen Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften haben mit den Kabelanbietern bereits in den Anfangsphasen des Kabelfernsehens Verträge abgeschlossen.

Der Vorteil damals: Die Anbieter hatten Planungssicherheit, konnten das Kabelfernsehen für Mieter vergünstigt anbieten und dabei dennoch ihre Netze ausbauen. Die Vermieter konnten die Kabelgebühren auf die Nebenkosten umlegen. Viele Mieter profitierten schließlich auch davon, denn wer in eine neue Wohnung zog, musste einfach nur den Fernseher an die Kabelbuchse anschließen und war „auf Empfang“.

Mittlerweile gibt es unzählige Möglichkeiten, Fernsehen zu schauen. Da passt der aufgezwungene Kabelanschluss nicht mehr. Zumal die Netze auch längst ausgebaut sind.

Darum ist ab dem 1. Juli 2024 Schluss damit. Wer dann noch Fernsehen schauen möchte, muss sich selbst um einen Vertrag kümmern.

Diese Alternativen zu Kabelfernsehen gibt es

Fernsehen über Satellit:

Dafür braucht man einen Triple-Tuner im TV-Gerät, was allerdings alle Geräte, die jünger als zehn Jahre sind, haben. Außerdem muss im Falle einer Satellitenschüssel geklärt werden, ob diese am eigenen Balkon oder auf der Terrasse installiert werden darf (unbedingt mit dem Vermieter klären!) und nicht zuletzt muss die Sat-Antenne auch richtig ausgerichtet werden. Je nach Lage der Wohnung kann das zu Problemen führen. Zudem bedeutet diese Art des Fernsehens zunächst einmal hohe Anschaffungskosten für die dazugehörige Technik.
Monatliche Kosten für HD+-Senderpakete: 6 Euro/Monat

Fernsehen über Antenne:

Eine DVB-T2 Antenne ist die deutlich einfachere Möglichkeit. Allerdings müssen auch hier einige Voraussetzungen erfüllt sein. In Ballungsräumen sollte eine Zimmerantenne genügen, da hier das Netz in der Regel sehr gut ausgebaut ist. In den ländlichen Regionen Brandenburgs muss man oft auf eine Dachantenne ausweichen und selbst damit kann es - je nach Region - teilweise weniger starke Signale geben. Ob und wie man am eigenen Wohnort DVB-T2 empfangen kann und wie stark das Signal letztlich wird, lässt sich hier prüfen.
Monatliche Kosten: für die reine DVB-T2 Antenne und den Receiver muss man nur die Anschaffungskosten zahlen. Wer aber private HD-Sender empfangen möchte, braucht freenetTV für 7,99 Euro /Monat.

Fernsehen über das Internet (Streaming Apps):

Anbieter wie Magenta TV von der Deutschen Telekom, Sky und GigaTV (Vodafone) sowie Waipu und Zattoo bieten teilweise sehr einfache Möglichkeiten, um Fernsehen zu schauen. Teilweise benötigt man für diese Variante nur die passende App bzw. einen Smart-TV, der die App ausspielen kann. Alternativ kann man die Dienste natürlich auch auf dem Laptop, Tablet oder Handy nutzen.
Monatliche Kosten:

  • Zattoo im Basisangebot ist kostenlos, wer aber auch alle privaten Sender bzw. dauerhaft über den TV streamen möchte, sollte die Bezahltarife ab 9,99 Euro/Monat in Erwägung ziehen.
  • Waipu gibt es ab 7,49 Euro/Monat,
  • Magenta TV über die App ab 10 Euro/Monat,
  • GigaTV kostet 9,99 Euro/Monat,
  • Sky Q kostet ab 12,50 Euro/Monat.

Fernsehen über IPTV:

Deutlich komfortabler und umfangreicher, dafür aber auch teurer, sind Anbieter, die IPTV zur Verfügung stellen. Hier streamt man auch über das Internet und benötigt eine dementsprechende Bandbreite. Zu den Anbietern von IPTV gehören momentan Magenta TV, Vodafone Giga TV Net und 1&1 HD Fernsehen. Hier benötigt man allerdings einen Receiver, eine Box oder einen Stick. Die Endgeräte werden in der Regel zum Vertrag dazugemietet.
Monatliche Kosten:

  • Magenta-TV-Pakete gibt es derzeit zum Einführungspreis für Wechsler (teilweise sind die ersten Monate kostenlos), ansonsten kosten die TV-Pakete ab knapp 23 Euro/Monat, dazu kommt der Receiver für 5 Euro/Monat.
  • Giga TV von Vodafone kostet im ersten Jahr 9,99 Euro/Monat, danach 14,99 Euro/Monat.
  • Am günstigsten ist IPTV bei 1&1. Hier bucht man das TV-Paket zum DSL-Anschluss ab 4,99 Euro/Monat dazu.

TV über Kabel:

Natürlich kann man in Zukunft auch weiterhin über Kabel Fernsehen schauen. Nur um den Vertrag muss man sich als Mieter nun selbst bemühen. Die Kabelanbieter bieten neue Verträge und Vereinbarungen an, mit denen Mieter außerhalb der Nebenkosten weiterhin von relativ günstigen Konditionen profitieren können.

Hierfür sind die Kabelanbieter Vodafone, Pyur und unitymedia erneut Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften eingegangen, um die Preise für Mieter günstig zu halten. Zwischen acht bis zehn Euro soll der Kabelanschluss somit in Zukunft kosten. Bisher waren es über die Nebenkosten um die sieben Euro pro Monat. Wessen Vermieter keinen Rahmenvertrag abgeschlossen hat, der muss in Zukunft mit noch höheren Kosten rechnen.

Allerdings hat diese Variante den entscheidenden Vorteil, dass man keine zusätzlichen Geräte benötigt und sich auch sonst nicht viel ändert. So müssen keine neuen Kabel gesteckt oder Sender neu angeordnet werden. Wer einfach die gewohnten Sender in der eingestellten Reihenfolge weiterschauen möchte und darüber hinaus keine zusätzlichen Mediatheken oder Funktionen benötigt, fährt mit dieser Variante wahrscheinlich am besten.

Monatliche Kosten:

  • Vodafone Kabel: 8,99 Euro/Monat (inkl. HD-Sender und -Rekorder, zuzüglich Bereitstellungskosten)
  • Pyur TV: ab 10 Euro/Monat
  • unitiymedia TV: ab 9,99 Euro/Monat.
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