Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar wird es am Brandenburger Tor in Berlin voraussichtlich keine Fanmeile geben. Das teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität und Klimaschutz der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Organisation der Fanmeile ist nicht Sache des Senats, die Senatsverwaltung ist aber für die Genehmigung entsprechender Sondernutzungsanträge zuständig. Ein privater Veranstalter habe zunächst solche Überlegungen gehabt, seinen Antrag aber inzwischen zurückgezogen, hieß es.
Der Geschäftsführer der in Berlin ansässigen K.I.T. Group, Willi Kausch, sagte, die Fanmeile sei wegen zu vieler Unwägbarkeiten nicht realisierbar. In der Vorweihnachtszeit sei dies ohnehin schwierig. Hinzu komme die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie. „Wir haben uns dann entschlossen, das nicht zu machen.“

Jahrmarktgefühl vor dem Brandenburger Tor

Die Fanmeile am Brandenburger Tor mit Imbissbuden, Bühne und Leinwänden für die Übertragung der Spiele hat bei früheren WM-Turnieren oft Hunderttausende von Fans angezogen. Im WM-Sommer 2006, als Deutschland Gastgeber war, waren es in vier Wochen Sommermärchen insgesamt rund neun Millionen. 2014, als Deutschland Weltmeister in Brasilien wurde, wurde die Mannschaft nach der Rückkehr auf der Berliner Fanmeile gefeiert. Zuletzt gab es im Juli 2018 eine WM-Fanmeile am Brandenburger Tor.
Diesmal müssten sich die Fans allerdings zu Public Viewing im Winter aufraffen. Die Eröffnungsfeier für die Fußball-WM in Katar und das Eröffnungsspiel zwischen dem Gastgeber und Ecuador ist für den 20. November geplant. Das Finale ist für den 18. Dezember vorgesehen. Die FIFA hatte 2015 entschieden, die WM in den Winter zu verlegen. In Katar herrschen in den traditionellen WM-Monaten Juni und Juli Temperaturen um die 40 Grad.
Das Turnier in Katar ist aus unterschiedlichsten Gründen umstritten. Das Emirat steht wegen Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit ausländischen Arbeitern stark in der Kritik.