Kinder und ADHS
: Hilfe und Beratungsstellen in Brandenburg

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) kann das Leben für alle Betroffenen schwermachen. Welche Beratungsstellen und Angebote es für neurodivergente Personen und Familien in Brandenburg gibt.
Von
Anousch Mueller
Frankfurt (Oder)
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Personen und Kinder mit ADHS – Welche Beratungsstellen es für Hilfe in Brandenburg gibt.(Symbolbild)

©Robert Kneschke/adobe.stock.com

Wenn Kinder kaum zur Ruhe kommen, Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren und spätestens in der Schule Probleme bekommen, dann könnte das auf die Aufmerksamkeitsdefizit–Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS, hindeuten. Die meisten Eltern werden bei Verdacht zunächst den Kinderarzt aufsuchen. Dieser kann neben der Diagnosestellung auch zum Facharzt für Kinder– und Jugendpsychiatrie überstellen. Neben der medizinischen und eventuell medikamentösen Behandlung sind auch spezielle Beratungsstellen, insbesondere die Sozialpädiatrischen Zentren, unverzichtbare Anker für die betroffenen Familien. Sie informieren und klären auf und können außerdem bei der Alltagsbewältigung unterstützen. Hier gibt es einen Überblick über Angebote im Land Brandenburg.

Sozialpädiatrisches Zentrum in Frankfurt (Oder)

Das Sozialpädiatrische Zentrum des Klinikums Frankfurt (Oder) (SPZ) richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Störungen in der körperlichen, geistigen oder seelischen Entwicklung. ADHS gilt als zumeist angeborene Hirnfunktionsstörung. Ein Netz aus Fachkräften wie Kinderärzten, Psychologen, Krankengymnasten, Logopäden und Sozialarbeitern behandelt und betreut die Kinder. Der interdisziplinäre Ansatz zieht auch die Familie in den Prozess mit ein. Zudem wird eine Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen, Frühförderstellen und sonderpädagogischen Einrichtungen angestrebt.

Anmeldung: Überweisung vom Kinderarzt erforderlich

Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 07:30 bis 16:00 Uhr

Die Terminvergabe erfolgt nach telefonischer Absprache unter Tel. +49 335 548 4980
Ort: Sozialpädiatrisches Zentrum am Klinikum Frankfurt (Oder), Müllroser Chaussee 7
15236 Frankfurt (Oder)

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Sozialpädiatrisches Zentrum in Potsdam

Auch das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) in Potsdam ist eine interdisziplinär arbeitende ambulante Einrichtung. Neben der Diagnostik geht es um Begleitung und Therapie für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsauffälligkeiten oder neuronalen Störungen wie ADHS.

Anmeldung: Zuvor ist ein Anmeldebogen auszufüllen und vom Kinderarzt abstempeln zu lassen. Terminvereinbarung: Telefonisch täglich von 9:00 bis 12:30 Uhr unter 0331 241—35973

Ort: Behlertstraße 45 A, 14467 Potsdam

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Sozialpsychiatrischer Dienst in Potsdam Mittelmark

Der Sozialpsychiatrische Dienst unterstützt Menschen mit akuten und chronischen psychischen Erkrankungen oder Syndromen wie ADHS. Der Schwerpunkt liegt auf unkomplizierter Beratung und Information. Sie helfen die Mitarbeiter auch bei der Vermittlung von ambulanten Behandlungen, die für Kinder und Eltern oft eine wichtige Krisenintervention bilden. Zu den weiteren Angeboten zählen Hilfe zur Selbsthilfe, Unterstützung bei Antragstellungen für gezielte psychosoziale oder gesundheitliche Hilfen. Auch die familiären Konflikte, die oftmals aus einer solchen Störung entstehen können, können vertraulich besprochen werden.

Eine Überweisung ist nicht nötig, die Beratungen sind kostenlos.

Ansprechpartner: Die Zuständigkeit richtet sich nach dem Wohnort des/der Hilfesuchenden und kann über die Homepage abgefragt werden.

Ort: Die Beratung des Sozialpsychiatrischen Dienstes findet an den Standorten Bad Belzig, Brandenburg an der Havel, Werder (Havel) und Teltow statt (siehe Homepage).

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Sozialpädiatrisches Zentrum in Cottbus

Das Sozialpädiatrische Zentrum Cottbus bietet eine umfangreiche Anamnese an. Das Kind wird in seinem Verhalten genau beobachtet und körperlich–neurologisch umfassend untersucht. An die Diagnose schließt sich eine spezifische psychoedukative und medikamentöse Therapie an. Die Familie wird bei diesem Prozess vom SPZ intensiv begleitet.

Anmeldung: Telefonisch oder per Mail, mit Elternfragebogen und Überweisungsschein vom Kinderarzt.

Terminvereinbarung: +49 355 46 2445

Ort: Carl–Thiem–Klinikum, Thiemstr. 111, 03048 Cottbus.

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AD(H)S Selbsthilfe in Cottbus

Die regionale Kontakt– und Informationsstelle für Selbsthilfe (REKIS) Cottbus bietet insbesondere eine Unterstützung für „Kinder mit Lernstörungen“. Denn von ADHS betroffene Kinder leiden überdurchschnittlich häufig auch an der Lese–Rechtschreibschwäche (Legasthenie) oder an Rechenschwäche (Dyskalkulie) — übrigens unabhängig von der Höhe des Intelligenzquotienten. Das führt bei den Kindern oft zu Frust, gestörtem Selbstwertgefühl bis hin zu Schulversagen. Die Selbsthilfegruppe steht beratend zur Seite, informiert über Behandlungsansätze und möchte vor allem Mut machen.

Anmeldung: Telefonisch unter 0355/543205

https://www.selbsthilfe–cottbus.de/ads/

Ort: REKIS Cottbus, Thiemstraße 55, 03050 Cottbus

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Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) in Eberswalde

In der Psychiatrischen Institutsambulanz Eberswalde arbeiten verschiedene Fachrichtungen zusammen bei der Anamnese, Diagnose und Therapie des ADHS. Ärzte, Psychologen und auch Sozialarbeiter und Pflege– und Erziehungsdienste stehen den jungen Patienten und ihren Eltern zur Seite. Auch eine stationäre Aufnahme oder der Aufenthalt in einer Tagesklinik ist möglich. Ziel ist aber auch hier, die Kinder auf einen geregelten Alltag vorzubereiten. Dabei kann auch das Schulprojekt „You`ll never walk alone“ beitragen. Die Plattform möchte Kinder und Jugendliche aus Brandenburg mit seelischen Problemen unterstützen. Dazu ist eine Kooperation zwischen der jeweiligen Schule und der Psychiatrischen Institutsambulanz Voraussetzung.

Kontakt: 03334 53—701

Ort: Oderbergerstr. 8, 16225 Eberswalde

Verbund zur Hilfe zur Erziehung in Templin

Die gemeinnützige und christliche Stephanus–Stiftung in Templin unterhält betreute Wohngruppen und Tagesgruppen für Kinder und Jugendliche emotionalen Beeinträchtigungen, traumatischen Erfahrungen und/oder ADS und ADHS Symptomatiken. Die Tagesgruppe Albatros in Templin bietet für neun Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren Unterstützung bei der Bewältigung sozialer und emotionaler Schwierigkeiten, die oft mit ADHS einhergehen können. In geborgener Atmosphäre lernen Kinder einen regelmäßigen Tagesablauf und Strategien für ein selbständiges Leben und Lernen. Neben den psychoedukativen Aspekten kommen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz. In Sportvereinen und bei Freizeitaktivitäten können die Kinder einfach Kinder sein.

Kontaktaufnahme: Telefonisch unter 039886 34 36 17

Ort: Engelsburg 1, 17268 Milmersdorf

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Lebenshilfe Uckermark e.V. in Schwedt/Oder

Die Tagesgruppe „Einstein“ der Lebenshilfe Uckermark e.V. ist speziell für Kinder von 6 bis 12 Jahren da, die ADHS–Symptomatiken aufweisen und entsprechende Schwierigkeiten in Familie und Schule haben. Das pädagogische Konzept sieht verschiedene Konzentrationstrainings, Hausaufgabentraining, Strukturierung des Tagesablaufs, Förderung der Motorik, die bei Kindern mit ADHS gestört sein kann sowie Eltern–Kind–Aktivitäten und eine enge Zusammenarbeit mit Lehrern und Ärzten vor. Das Ziel ist es, die Kinder im Erlernen sozialer Kompetenzen zu unterstützen. Neben den kindgerechten Räumen gibt es ein großes Außengelände für sportliche Aktivitäten. Die Tagesgruppe ist eine teilstationäre Form der Hilfen zur Erziehung, die im §32 SGB VIII festgeschrieben ist.

Kontakt: Telefonisch unter 03332 — 83 67 575

Ort: Heinrich–Heine Ring 25
16303 Schwedt/Oder

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LOS in Bernau (Lehrinstitute für Orthografie und Sprachkompetenz)

Das LOS Bernau bietet intensive Beratung Betreuung bei Lese–Rechtschreib–Schwierigkeiten an, die bei ADHS gehäuft vorkommt. Hier lernen die betroffenen Kinder in ihrem Tempo, die versäumten Lernschritte zu erkennen und gezielt nachzuholen. Die Pädagogen sind speziell für Kinder mit starken Konzentrationsschwierigkeiten ausgebildet und entsprechend geduldig.

Kontakt: Telefonisch unter 00800 90606060 (kostenlos)

Ort: LOS Bernau
Breitscheidstraße 51
16321 Bernau

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