Klimawandel als Risiko-Faktor
: So gefährlich ist Hitze für Schwangere

Hitze kann in der Schwangerschaft das Risiko für Frühgeburten erhöhen. Im Zuge des Klimawandels gibt es auch in Deutschland mehr dieser besonders heißen Tage.
Von
Florian Huth
Berlin
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Gut betreut: Hebammen helfen Schwangeren außerhalb und im Kreißsaal sowie vor und nach der Geburt.

ACHTUNG: SPERRFRIST 2. DEZEMBER 17:00 UHR. ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 2. DEZEMBER 17.00 UHR, VERÖFFENTLICHT WERDEN! EIN BRUCH DES EMBARGOS KÖNNTE DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER STUDIEN EMPFINDLICH EINSCHRÄNKEN. - ARCHIV - 02.05.2018, Nordrhein-Westfalen, Münster: Eine Hebamme tastet den Bauch einer Frau ab, die im neunten Monat schwanger ist. (zu dpa "Klimawandel-Effekt: Verkürzte Schwangerschaften bei mehr Hitze" am 02.12.2019) Foto: Caroline Seidel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hitze kann für Schwangere gefährlich werden.

Caroline Seidel/dpa

Der Klimawandel bedeutet für Schwangere mehr Risiken. Fast überall auf der Welt und auch in Deutschland liege die Zahl der gefährlichen Hitzetage weit höher als sie ohne Erderwärmung wäre.

Hitzetage können Frühgeburten auslösen

Als Hitzetage, die für Schwangere ein höheres Risiko darstellen, sind in der Auswertung solche Tage definiert, an denen die Höchsttemperatur 95 Prozent der historisch lokal gemessenen Temperaturen überstieg. Solche Tage gingen unter anderem mit einem höheren Risiko für Frühgeburten einher, hieß es. „Schon ein einziger Tag mit extremer Hitze kann das Risiko für schwere Schwangerschaftskomplikationen erhöhen“, sagt die Vizepräsidentin für Wissenschaft der gemeinnützigen US-Organisation Climate Central, Kristina Dahl.

In Deutschland sind es im Schnitt 22 Hitzetage pro Jahr

In Deutschland gibt es seit 2020 im Schnitt jährlich 22 solcher Hitzetage. Das hat Climate Central ausgewertet. Um zu bestimmen, welchen Anteil die menschengemachte Erderwärmung daran hat, berechnete das Team ein theoretisches Szenario ohne Erderwärmung und verglich die tatsächlich beobachtete Zahl der Hitzetage damit. Die Zahl der Hitzetage in Deutschland hat sich durch den Klimawandel von ursprünglich im Schnitt zehn pro Jahr mehr als verdoppelt.

Schwangere in Ländern mit schwacher Gesundheitsversorgung besonders betroffen

Oft seien Schwangere in Ländern betroffen, in denen es auch an ausreichender Gesundheitsversorgung mangelt - etwa in der Karibik, Zentral- und Südamerika sowie Südostasien und Subsahara-Afrika.
In insgesamt 90 Prozent der 247 untersuchten Länder und Regionen lag die Zahl der als gefährlich eingestuften Hitzetage im Zeitraum von 2020 bis 2024 mindestens doppelt so hoch wie sie in einer Welt ohne Erderwärmung läge, hieß es von Climate Central. In fast einem Drittel der berücksichtigten Gebiete gibt es demnach klimawandelbedingt einen ganzen Monat an solchen Hitzetagen mehr.

Auch andere Klimafolgen für Schwangere gefährlich

Neben Hitze sind Climate Central zufolge auch andere Klimawandelfolgen gefährlich für Schwangere. So können Überflutungen oder andere Extremwetterereignisse zu einer schlechteren oder zeitweise eingeschränkten Gesundheitsversorgung führen.