Krasser Winter in Brandenburg
: Wann gab es das zuletzt?

Dauerfrost, Schnee und eisige Nächte: Der Winter im Januar 2026 ist für Brandenburg ungewöhnlich hart. Wann gab es zuletzt einen vergleichbaren Winter? Ein historischer Überblick.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Frankfurt (Oder)
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Zwei Langläufer sind mit einem Hund im Schnee unterwegs: ARCHIV - Für gemeinsame Wintertouren eignen sich Langlauf-Gebiete mit speziellen Hunde-Loipen. (zu dpa: «Winterurlaub mit Wau-Faktor») Foto: Patrick Pleul/dpa - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Zwei Langläufer sind in Brandenburg mit einem Hund im Schnee unterwegs.

Patrick Pleul/dpa

Eisige Nächte, wochenlanger Dauerfrost und Schnee, der liegen bleibt. Der Januar 2026 fühlt sich für viele Menschen in Brandenburg ungewöhnlich hart an. Schnell ist vom „Jahrhundertwinter“ die Rede. Doch wie außergewöhnlich ist diese Wetterlage wirklich? Ein Blick in die Klimageschichte zeigt: Solche Winter gab es schon, aber sie sind seltener geworden.

Winter 2026 in Brandenburg: ein Winter, der aus dem Rahmen fällt

Der Januar 2026 bringt Brandenburg über mehrere Wochen hinweg winterliches Wetter, wie es in den vergangenen Jahren kaum noch erlebt wurde. Nächtliche Temperaturen im zweistelligen Minusbereich, anhaltender Frost über Wochen hinweg und verbreitete Schneedecken prägen das Bild. Meteorologisch handelt es sich um eine stabile Kaltluftlage, bei der arktische Luftmassen aus Osten und Norden nach Brandenburg strömen. Solche Wetterlagen sind heute deutlich seltener als noch vor einigen Jahrzehnten.

Die letzten vergleichbaren Winter liegen über zehn Jahre zurück

Vergleichbare Winter finden sich vor allem in den frühen 2010er-Jahren. Der Winter 2009/10 gilt in Brandenburg als einer der letzten ausgeprägt kalten Winter. Damals herrschten über Wochen hinweg Temperaturen unter dem langjährigen Mittel, begleitet von Schnee und anhaltendem Frost. Auch der Winter 2010/11 begann sehr kalt. Vor allem der Dezember und der frühe Januar waren von Dauerfrost und teils starken Minusgraden geprägt, bevor sich das Wetter im weiteren Verlauf deutlich milder zeigte.

Ein weiterer ähnlicher Winter war 2012/13. Auch hier traten längere Kältephasen auf, verursacht durch blockierende Hochdrucklagen über Nord- und Osteuropa. Diese sorgten dafür, dass milde Westwetterlagen ausblieben und die Kälte sich festsetzen konnte. Solche Konstellationen ähneln der Wetterlage im Januar 2026 deutlich.

Ein Jahrhundertwinter wie 1946/47 oder 1978/79?

Trotz aller Härte erreicht der Winter 2026 nicht die Dimension historischer Extremwinter wie 1978/79 oder 1946/47. Diese zeichneten sich durch monatelange Kälte, massive Schneeverwehungen und tiefere Durchschnittstemperaturen aus. Der aktuelle Winter ist kürzer und weniger extrem, fällt aber im heutigen Klima deutlich aus dem Rahmen.

Der Deutsche Wetterdienst zeigt in seinen Klimareihen, dass die Winter in Brandenburg seit den 1980er-Jahren insgesamt milder geworden sind. Kalte Phasen treten zwar weiterhin auf, sind aber meist kurzlebig. Ein Januar mit längeren Frostperioden wie 2026 ist deshalb kein Rekord, aber eine Ausnahmeerscheinung im modernen Klimaverlauf.

Wann hatten wir das letzte Mal so einen krassen Winter in Brandenburg?

Der letzte Winter, der dem Januar 2026 in Brandenburg wirklich ähnelt, liegt rund zehn bis fünfzehn Jahre zurück. Vor allem die Winter 2009/10, 2010/11 und 2012/13 zeigen vergleichbare Kältephasen. Der aktuelle Winter ist damit kein historischer Ausreißer, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass auch im Zeichen des Klimawandels kräftige Winter in Brandenburg weiterhin möglich sind. Selten geworden sind sie dennoch.

Warum sich der Winter heute schlimmer anfühlt

Dass der Winter 2026 als besonders hart wahrgenommen wird, liegt nicht nur an den Temperaturen. Viele Menschen haben sich an milde Winter mit Regen statt Schnee gewöhnt. In diesem Kontext wirkt ein klassischer Winter mit Eis und Schnee schnell extrem. Hinzu kommt, dass Infrastruktur und Alltag stärker auf milde Bedingungen ausgerichtet sind als noch vor zwanzig oder dreißig Jahren.