Kurz vor dem Dreieck Havelland fuhr ein Schwerlasttransporter auf der Autobahn A10 in Richtung Hamburg. Entgegen seines Namens hatte das tonnenschwere Fahrzeug allerdings überhaupt keine schwere Last zu schleppen. Die Ladefläche war leer. Fast leer. Denn stattdessen hatte er nur ein rotes Bobbycar geladen.
Und dieses Bobbycar war sogar perfekt gesichert mit Spanngurten, sodass das Kinderspielzeug während der Fahrt nicht verrutschen kann.
Tatsächlich kommt es auf deutschen Autobahnen immer wieder vor, dass Schwerlasttransporter mit Bobbycars gesichtet werden. Doch was hat es damit auf sich? Auf Nachfrage bei der Firma des abgebildeten Sattelschleppers bestätigte ein Sprecher des Unternehmens, dass es sich dabei lediglich „um einen Spaß des Fahrers“ gehandelt und „keinen tiefergehenden Hintergrund“ habe.

Trend in Europa ursprünglich ein Protest gegen Leerfahrten

Begonnen hatte der Trend unter den Schwerlastfahrern in Deutschland und Europa ursprünglich jedoch als Protest, da die Fahrer es unsinnig fanden, Leerfahrten zu machen. Seitdem laden viele sich ein Bobbycar auf den Anhänger – und das zaubert zumindest anderen Autofahrern ein Lächeln auf die Lippen.

Trucker in den USA gedenkt verstorbenem Sohn

In den USA, dem Mutterland der Trucks und Trucker, hat dieses Phänomen jedoch einen traurigeren Ursprung. Dort war es der Tod eines Kindes, dessen Vater – ein Lastwagenfahrer – als Erinnerung an seinen Sohn das Bobbycar des Kindes stets mit auf seine Tour nahm. Aus Solidarität taten es ihm andere US-Trucker gleich. Mit dem Trend in Europa hat dies jedoch nichts zu tun, hier war der Protest gegen Leerfahrten der Auslöser der Bobbycar-Transporte.
Dieser Text ist ursprünglich im Oktober 2022 erschienen. Weil er weiter auf großes Interesse stößt, wurde er aktualisiert und noch einmal veröffentlicht.