Lotto-Gewinn
: 800 Millionen im Jackpot, aber nur ein Viertel auf dem Konto

Ein Lottospieler aus Florida hat 800 Millionen Dollar gewonnen – doch nach Sofortauszahlung und Steuern dürfte ihm davon nur rund ein Viertel bleiben.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Ein Lottospieler kauft Mega Millions Lotterielose an einem Kiosk. (Symbolbild)

Ein Lottospieler kauft Mega Millions Lotterielose an einem Kiosk. (Symbolbild)

picture alliance/dpa

Ein in Florida verkauftes Los hat den bislang größten US-Lottojackpot des Jahres geknackt. Auf dem Papier beträgt der Gewinn 800 Millionen Dollar. Entscheidet sich der Gewinner für die übliche Sofortauszahlung, bleibt nach Steuern jedoch nur etwas mehr als ein Viertel dieser Summe.

800 Millionen Dollar: Diese gewaltige Summe hat ein Spieler bei der US-Lotterie Mega Millions gewonnen. Das erfolgreiche Ticket wurde im Bundesstaat Florida verkauft und traf bei der Ziehung am Dienstag alle sechs Gewinnzahlen: 34, 48, 49, 59, 70 sowie den Mega Ball 12.

Doch der Gewinner wird nicht einfach einen Scheck über 800 Millionen Dollar erhalten. Wie viel tatsächlich auf seinem Konto landet, hängt zunächst davon ab, für welche Auszahlungsvariante er sich entscheidet.

Die 800 Millionen gibt es nur über Jahrzehnte

Der beworbene Jackpot von 800 Millionen Dollar gilt für die sogenannte Annuitätenoption. Dabei zahlt Mega Millions den Gewinn nicht auf einmal aus, sondern in insgesamt 30 Raten: einer ersten Zahlung direkt nach der Gewinnabwicklung und 29 weiteren jährlichen Zahlungen. Jede Rate fällt fünf Prozent höher aus als die vorherige.

Alternativ kann der Gewinner eine einmalige Sofortzahlung wählen. Für den aktuellen Jackpot beträgt diese sogenannte Cash Option lediglich 344,2 Millionen Dollar vor Steuern. Der Unterschied entsteht, weil die 800 Millionen Dollar den hochgerechneten Wert der Zahlungen über mehrere Jahrzehnte darstellen. Bei der Sofortauszahlung wird dagegen nur das tatsächlich im Jackpot verfügbare Kapital ausgezahlt.

Die meisten Großgewinner entscheiden sich für diese sofortige Auszahlung. In diesem Fall schrumpft der nominelle Gewinn bereits vor der ersten Steuerzahlung von 800 Millionen auf 344,2 Millionen Dollar.

Zunächst werden 24 Prozent einbehalten

Bei großen Lotteriegewinnen behält der US-Fiskus zunächst automatisch 24 Prozent Bundessteuer ein. Bei einer Sofortauszahlung von 344,2 Millionen Dollar wären das rund 82,6 Millionen Dollar. Zunächst würden dem Gewinner somit etwa 261,6 Millionen Dollar ausgezahlt.

Damit ist die Steuerrechnung allerdings noch nicht abgeschlossen. Bei den 24 Prozent handelt es sich lediglich um einen vorgeschriebenen Steuerabzug bei der Auszahlung – nicht zwingend um die endgültige Steuerbelastung.

Lotteriegewinne gelten in den USA als steuerpflichtiges Einkommen. Für das Steuerjahr 2026 liegt der höchste reguläre Bundessteuersatz bei 37 Prozent. Er greift bei alleinstehenden Steuerpflichtigen für Einkommen oberhalb von 640.600 Dollar. Ein Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe fällt daher weitgehend in die höchste Steuerstufe.

Nach einer vereinfachten Berechnung dürfte die gesamte Bundessteuer auf den Sofortgewinn bei etwa 127 Millionen Dollar liegen. Unter dem Strich blieben damit rund 217 Millionen Dollar übrig.

Die bereits einbehaltenen 24 Prozent werden dabei angerechnet. Sie kommen also nicht zusätzlich zu den 37 Prozent hinzu. Wie hoch die endgültige Steuerrechnung genau ausfällt, hängt unter anderem vom Familienstand, anderen Einkünften, möglichen Abzügen und der rechtlichen Form ab, in der der Gewinn beansprucht wird.

Florida verlangt keine zusätzliche Einkommensteuer

Zumindest eine weitere Belastung bleibt dem Gewinner erspart: Florida erhebt keine persönliche Einkommensteuer. Anders als in mehreren anderen US-Bundesstaaten wird dort deshalb keine zusätzliche bundesstaatliche Einkommensteuer auf den Lotteriegewinn fällig.

Der Weg von 800 Millionen zu rund 217 Millionen lässt sich somit in zwei entscheidenden Schritten zusammenfassen: Zunächst sinkt der Betrag durch die Wahl der Sofortauszahlung auf 344,2 Millionen Dollar. Danach gehen voraussichtlich etwa 127 Millionen Dollar an den Bund.

Trotz des drastischen Unterschieds bleiben dem Gewinner umgerechnet weiterhin mehrere Hundert Millionen Dollar – nur eben deutlich weniger, als die große Jackpotzahl zunächst vermuten lässt.

In Deutschland wäre der Gewinn steuerfrei

Für einen deutschen Lottogewinner sähe die Rechnung grundlegend anders aus. Ein klassischer Lotteriegewinn ist in Deutschland grundsätzlich nicht einkommensteuerpflichtig. Der Gewinn selbst gehört nicht zu den im Einkommensteuergesetz aufgeführten steuerpflichtigen Einkunftsarten.

Steuern können allerdings später anfallen, wenn das Geld angelegt wird und daraus neue Einnahmen entstehen. Zinsen, Dividenden, Mieterträge oder realisierte Wertsteigerungen können je nach Anlage und persönlicher Situation steuerpflichtig sein.

Auch Schenkungen aus dem Gewinn können Schenkungsteuer auslösen, wenn die geltenden Freibeträge überschritten werden. Der eigentliche Moment des Lottogewinns bleibt für einen privaten Spieler in Deutschland jedoch steuerfrei.

Ein deutscher Gewinner einer tatsächlich ausgezahlten Summe von 800 Millionen Dollar dürfte diese daher grundsätzlich vollständig behalten. Beim Mega-Millions-Gewinner aus Florida bleiben von der groß beworbenen Summe dagegen voraussichtlich rund 217 Millionen Dollar – etwa 27 Prozent des ursprünglichen Jackpots.