Mecklenburg-Vorpommern
: Wann droht der nächste Streik im ÖPNV?

Sollten in der nächsten Verhandlungsrunde keine Einigung gefunden werden, drohen in Mecklenburg-Vorpommern unbefristete Streiks. Wann könnte es so weit sein?
Von
David Hahn
Schwerin
Jetzt in der App anhören
Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Rostock: 13.03.2025, Mecklenburg-Vorpommern, Mühlen Eichsen: An einer digitalen Infotafel an einer Haltestelle wird über den Warnstreik im Öffentlichen Nahverkehrs ( PNV) informiert. Verdi hatte Warnstreiks in neun Verkehrsbetrieben angekündigt, auch in den kommenden Tagen bleiben Busse und Bahnen in Mecklenburg-Vorpommern im Depot. Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Schon bald könnten die nächsten Streiks in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden.

Jens Büttner/dpa
  • Warnstreiks im ÖPNV in Mecklenburg-Vorpommern endeten am 20.03.2025.
  • Verdi droht mit unbefristeten Streiks, falls die Verhandlungen am 28. März scheitern.
  • Über 94% der Verdi-Mitglieder stimmten für unbefristete Streiks.
  • Verdi fordert 430 Euro mehr Lohn und 500 Euro jährliche Sonderzahlung.
  • Arbeitgeber kritisieren die Forderungen als unbezahlbar und kontraproduktiv.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach fünf Werktagen in Folge gingen die ÖPNV-Warnstreiks in der Nacht zum 20.03.2025 zu Ende. Neben Rostock, Schwerin und Wismar waren unter anderem auch Stralsund und Rügen betroffen. Scheitern die nächsten Verhandlungen, drohen Mecklenburg-Vorpommern sogar unbefristete Streiks. Wann könnten diese stattfinden? Der aktuelle Stand laut Verdi und der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am 24.03.2025 im Überblick.

MV: Verdi droht mit unbefristetem Streik

Im Tarifstreit im öffentlichen Personennahverkehr haben Gewerkschaft und Arbeitgeber laut der Deutschen Presse-Agentur grundsätzlich Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Nachdem Verdi die Verhandlungen für MV am 6. März für gescheitert erklärt hatte, wird es nächste Woche eine fünfte Verhandlungsrunde geben und so ein unbefristeter Streik zumindest vorerst abgewendet. Diese findet am 28. März statt. Andernfalls wären unbefristete Streiks bereits ab nächster Woche möglich gewesen. Vorausgegangen war eine Urabstimmung unter den Verdi-Mitgliedern der 2.800 Beschäftigten. Dabei stimmten über 94 Prozent für einen unbefristeten Streik.

ÖPNV: Wann findet der nächste Streik statt?

Im Februar und März hatten landesweit an zehn Warnstreiktagen in vielen Regionen Busse und Straßenbahnen still gestanden. Hunderttausende Menschen waren betroffen. Allein die Rostocker Straßenbahn AG gibt die Zahl ihrer Fahrgäste an durchschnittlichen Werktagen mit bis zu 150.000 an. Verdi wollte mit den Aktionen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Wann genau der nächste Streik stattfindet, lässt sich aktuell nicht genau vorhersagen. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde verzichtet Verdi auf weitere Warnstreiks. Falls diese jedoch scheitert, müssen Fahrgäste anschließend mit weiteren Streiks in Mecklenburg-Vorpommern rechnen. Unbefristete Streiks drohen ohne Einigung ab dem 30. März.

Hintergrund der aktuellen Tarifverhandlungen

Die Gewerkschaft verlangt eine Erhöhung der Löhne um 430 Euro monatlich und eine jährliche Sonderzahlung von 500 Euro. Das bedeute für die kommunalen Nahverkehrsunternehmen jährlich eine Mehrbelastung von 17,5 Millionen Euro, rechneten die Arbeitgeber vor. Das sei schlicht nicht leistbar, so die KAV, die auf die zurückliegenden Tariferhöhungen hinwies. Der Verband wirft der Gewerkschaft vor, für ihre Forderungen die Fahrgäste in „Geiselhaft“ zu nehmen.