Mega-Erdbeben vor Russland
: Tsunami-Warnungen im Pazifikraum ausgelöst

Eines starkes Erdbeben hat am Mittwochmorgen (30.07.) Tsunami-Warnungen im gesamten Pazifikraum ausgelöst. Betroffen sind Hawaii, die Westküste der USA, Japan und Russland.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Residents and visitors found themselves backed up in traffic as they try to leave the the Ala Way Harbor, Waikiki, Oahu, Hawaii on July 29, 2025, after an 8.7 earthquake off of Russia's far east prompted tsunami alerts. A powerful 8.7 magnitude earthquake off Russia's far east has prompted tsunami alerts across parts of the Pacific including Japan, Hawaii, Russia and Ecuador, and warnings along the California coast, US authorities said late on July 29. The massive temblor triggered warnings of waves up to three metres (10 feet) possibly hitting the coasts of Russia, Hawaii and even Ecuador and Chile along South America's west coast, according to the US Pacific Tsunami Warning Center based in Honolulu, Hawaii. (Photo by Eugene Tanner / AFP)

Ein Tsunami-Alarm nach einem der stärksten Erdbeben der Geschichte vor Russland hat auf Hawaii (Bild) und in Japan Tsumami-Warnungen ausgelöst.

EUGENE TANNER/AFP

In der Nacht von Dienstag auf den heutigen Mittwoch (30. Juli 2025) hat ein schweres Erdbeben vor der russischen Halbinsel Kamtschatka Warnungen vor Tsunami-Wellen im Pazifik ausgelöst. Betroffen sind neben den östlichen Küsten Russlands und Japans auch die westlichen Bundesstaaten der USA, inklusive Hawaii.

Mega-Erdbeben: Eines der stärksten der Geschichte

Mit einer Stärke von 8,8 war das Beben laut der US-Erdbebenwarte USGS das weltweit stärkste seit der Katastrophe von Fukushima im März 201. Seit Beginn der Messungen ist das Beben nur von fünf anderen Beben in seiner Stärke übertroffen worden.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass gab die Stärke mit 8,7 an, das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam mit 7,8. Die USGS, eine Behörde der USA, gibt das Beben mit einer Stärke von 8,8 aus. Das Zentrum des Bebens lag den Angaben zufolge in der offenen See, etwa 130 Kilometer vor der nur dünn besiedelten Küste Kamtschatkas, und relativ tief unter dem Meeresboden.

Erdbeben vor Russland: Weitere Nachbeben möglich

Laut der Russischen Akademie der Wissenschaften handelte es sich um das heftigste Erdbeben auf der Kamtschatka seit 1952. Mit weiteren Nachbeben sei noch etwa einen Monat lang zu rechnen, sie könnten Stärken von bis zu 7,5 erreichen.

In der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski rannten laut Tass verängstigte Menschen barfuß ins Freie. Kleiderschränke stürzten um, Autos rutschten über wackelnde Straßen und ein Kindergarten-Gebäude wurde schwer beschädigt. Zeitweise sei das Strom- und Telefonnetz zusammengebrochen.

In der russischen Region Sachalin wurden Küstenbewohner vorsichtshalber evakuiert. Stellenweise brandeten laut Tass Tsunami-Wellen von drei bis vier Metern Höhe an Land. Berichte über Verletzte oder gar Tote gab es zunächst nicht.

Tsunami-Warnungen auch in Japan und auf Hawaii

Die japanischen Behörden stuften ihre Tsunami-Warnung am Vormittag (Ortszeit) hoch: An der Pazifikküste drohten demnach bis zu drei Meter hohe Flutwellen, vor denen Anwohner in höher gelegenen Gegenden Schutz suchen sollten, meldet die Deutsche Presseagentur. An der Küste der nordöstlichen Präfektur Miyagi wurden zunächst Flutwellen von 50 Zentimetern Höhe registriert, in anderen Präfekturen wie Fukushima, Hokkaido und Aomori Wellen von bis zu 40 Zentimetern Höhe, wie der japanische Fernsehsender NHK meldete. Berichte über Probleme in Atomkraftwerken gebe es nicht.

Erdbeben vor Russlands Ostküste - Tsunami-Warnungen Japan

Aufgrund des Erdbebens vor Russlands Ostküste wurde auch in Japan Tsunami-Alarm ausgelöst. Menschen beobachten in Japan vom Hiyoriyama Berg das Meer in der Präfektur Miyagi.

Muneyoshi Someya/Kyodo News/AP/dpa

Japan richtet Krisenstab ein

Die japanische Regierung richtete einen Krisenstab ein. Ministerpräsident Shigeru Ishiba rief die Menschen auf, sich in höher gelegene Gebiete oder Evakuierungsgebäude zu begeben. Nach Aussagen eines Regierungssprechers gab es jedoch zunächst weder Berichte über Opfer noch über Schäden.

Tsunami-Wellen bis zu 3 Meter Höhe auf Hawaii möglich

Das staatliche Tsunami-Frühwarnsystem in den USA sprach ebenfalls von Wellen von bis zu drei Metern Höhe, die die Küste des Tausende Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernten Bundesstaats Hawaii kurz nach 7 Uhr am deutschen Morgen erreichen könnten. Küstenbewohner sollten die gefährdeten Gebiete sofort verlassen oder in mindestens zehnstöckigen Gebäuden Schutz suchen, hieß es. Außerdem sollten Schiffe auf Geheiß der US-Küstenwache die Häfen von Hawaii verlassen, um nicht von den Wellen an Land gespült zu werden.

Auch für Alaskas Westküste wurde eine Tsunami-Warnung erlassen. Weiter entfernte Pazifikstaaten wie die Philippinen und Indonesien wappneten sich ebenfalls für drohende Flutwellen.