Milliardäre in Berlin und Brandenburg
: Das sind die reichsten Menschen der Region

Laut Oxfam stieg die Zahl der Milliardäre in Deutschland 2024 um neun auf 130. Welche Superreichen stehen davon in Verbindung zu Berlin und Brandenburg?
Von
David Hahn
Berlin
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Studie zum internationalen Luxusmarkt: ARCHIV - 13.08.2023, Spanien, Eivissa: Yachten liegen im Hafen von Ibiza. (zu dpa: «1,5 Billionen Euro Ausgaben auf dem Luxusmarkt 2024») Foto: Clara Margais/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Spanien, Eivissa: Yachten liegen im Hafen von Ibiza. Welche Menschen in Berlin und Brandenburg gehören zu den Superreichen?

Clara Margais/dpa

Laut einer aktuellen Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam gibt es weltweit inzwischen 2.769 Milliardärinnen und Milliardäre. Allein im vergangenen Jahr kamen 204 neue hinzu. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur am 20.01.2025. Welche Personen in Berlin und Brandenburg verfügen über ein Vermögen in Milliardenhöhe?

Die reichsten Menschen in Berlin und Brandenburg

Nach Angaben des rbb gibt es in Berlin und Brandenburg mindestens sieben öffentlich bekannte Milliardäre und Milliardärinnen. Mehrere Personen seien kurz davor, die Marke zu überschreiten. Ganz oben im Ranking erscheint Hasso Plattner. Sein Vermögen und das seiner Familie beläuft sich laut dem US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes auf mehr als 15 Milliarden Dollar. Im weltweiten Vergleich steht er auf der Liste der reichsten Menschen 2025 des Magazins auf Platz 141. Sein Reichtum stammt vor allem aus seinen unternehmerischen Aktivitäten. Zusammen mit vier Kollegen verließ er 1972 IBM und gründete die Firma SAP, welche 1988 an die Börse ging. Hasso Plattner ist aktuell 81 Jahre alt, in Berlin geboren und hat unter anderem einen Wohnsitz in Potsdam. Darüber hinaus gibt es noch folgende Milliardäre, die in Verbindung zu der Region stehen:

  • Friede Springer: Ehefrau des Verlegers Axel Springer. Zeitungen wie „Bild“ und „Welt“ gehören zu dem Unternehmen. Ihr Vermögen von Forbes auf rund 3 Milliarden US-Dollar geschätzt.
  • Mathias Döpfner: Seit 2002 Chef des Axel-Springer-Konzerns. Sein Vermögen beträgt laut „Forbes“ 1,2 Milliarden Dollar. Der 62-Jahre alte Manager wohnt in Potsdam.
  • Axel Oberwelland: Sein Urgroßvater August Oberwelland gründete 1903 die Werther’sche Zuckerwarenfabrik, die heutige August Storck KG.  Das Unternehmen zählt zu den größten deutschen Süßwarenherstellern (Werther’s Original, Riesen and Toffifee). Im Jahr 2003 übernahm Axel Oberwelland die Geschäftsführung von seinem Vater Klaus Oberwelland, der das Unternehmen seit 1971 geleitet hatte. Enkel Axel übernahm im Jahr 2003. Sein Vermögen wird von Forbes aktuell (Stand 22. Mai 2025) auf knapp 1,2 Milliarden Dollar geschätzt. Axel Oberwelland ist aktuell 58 Jahre alt und wohnt seit vielen Jahren in Berlin.
  • Samwer-Brüder: Marc, Oliver und Alexander Samwer wurden durch verschiedene Gründungen und Unternehmensbeteiligungen reich. Start-ups wie „Jamba“ gehen auf ihre Initiativen zurück. Bekannte Investitionen erfolgten unter anderem auch in „Zalando“ oder „Delivery Hero“. Das Vermögen von der Brüder wurde von Forbes für 2025 jeweils mit über einer Milliarde Dollar angegeben. Der Spiegel beziffert den Wert ihrer Immobilien in Berlin mit mindestens 150 Millionen Euro. Ihr Beteiligungsunternehmen Rocket Internet SE hat ebenfalls seinen Sitz in Berlin. Ob die Brüder in der Hauptstadt auch wohnen, ist allerdings nicht offiziell bekannt.

Milliardäre in Deutschland

Deutschland hat laut dem Oxfam-Bericht die viertmeisten Milliardäre weltweit. Ihre Zahl stieg demnach im vergangenen Jahr um neun auf 130. Ihr Gesamtvermögen liege inzwischen bei 625,4 Milliarden US-Dollar. Deutsche Milliardäre profitieren zudem überdurchschnittlich von Erbschaften, errechnete Oxfam. Während weltweit 36 Prozent des Vermögens von Milliardären aus Erbschaften stammt, sind es hierzulande sogar 71 Prozent. Darüber berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 20.01.2025

Ungleiche Verteilung von Vermögen in Milliardenhöhe

In Deutschland befinden sich über zwei Drittel des Vermögens über mehr als einer Milliarde Euro in den Händen von Männern, wie eine Studie von Oxfam und dem Netzwerk Steuergerechtigkeit zeigt. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 6. März 2025. Frauen besäßen demnach nur etwa 29 Prozent des Vermögens in Milliardenhöhe. Mit zunehmendem Reichtum werde die Ungleichverteilung zwischen den Geschlechtern deutlicher. Ursachen seien unter anderem geringere Einkommen, weniger große Erbschaften und Schenkungen sowie steuerliche Regelungen, die vor allem Männer begünstigen würden.

Die Studie basiert auf der Analyse von 249 deutschen Milliardär:innen aus dem Manager Magazin 2024. Bei Vermögensübertragungen innerhalb von Familien würden Männer deutlich bevorzugt – keine Frau habe einen größeren Unternehmensanteil als ein männlicher Nachkomme erhalten. Oxfam fordert daher eine Milliardärssteuer von mindestens zwei Prozent sowie die Abschaffung von Ausnahmen bei der Erbschaftsteuer, um mehr Steuergerechtigkeit und Investitionen in soziale Infrastruktur zu ermöglichen.

Superreiche: Vermögen wächst laut Oxfam weiter

Das Vermögen der Superreichen wächst immer schneller, wie aus dem Oxfam-Bericht hervorgeht, den die Organisation zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlichte. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 20.01.2025. Das Vermögen eines Milliardärs vergrößerte sich im vergangenen Jahr demnach im Schnitt um zwei Millionen US-Dollar pro Tag. Die reichsten zehn Milliardäre wurden sogar um durchschnittlich 100 Millionen Dollar pro Tag reicher. Selbst wenn sie über Nacht 99 Prozent ihres Vermögens verlieren würden, blieben sie Milliardäre, erklärte Oxfam.

Die Welt könnte innerhalb eines Jahrzehnts bereits fünf Dollar-Billionäre haben, schließt Oxfam. Im vergangenen Jahr sei das Vermögen der Milliardäre dreimal stärker gewachsen als noch im Vorjahr - von 13 auf 15 Billionen Dollar. „Der Vermögenszuwachs der Superreichen ist grenzenlos, während es bei der Bekämpfung der Armut kaum Fortschritte gibt und zum Beispiel Deutschland die Unterstützung einkommensschwacher Länder sogar kürzt“, kritisiert Serap Altinisik, Vorstandsvorsitzende von Oxfam Deutschland.

Sorgen bereitet Oxfam jedoch auch, dass sich die Wirtschaftsmacht der Milliardäre deutlich sichtbar auch in politischer Macht niederschlägt. Die Ungleichheit habe Folgen für die Demokratie, warnte Altinisik von Oxfam Deutschland. „Reichtum geht Hand in Hand mit politischer Macht.“ Das sei auch bei der Unterstützung des neuen US-Präsidenten Donald Trump durch den reichsten Menschen der Welt, Elon Musk, zu sehen.

Kritik an Bericht von Oxfam

Kritik an Oxfams Ungleichheitsbericht übt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW): „Eine Wiederbelebung der Vermögensteuer wäre in der aktuellen Wirtschaftslage ein gefährlicher Schritt. Sie würde deutsche Unternehmen zusätzlich belasten, Investitionen in die dringend benötigte Transformation blockieren und die internationale Wettbewerbsfähigkeit erheblich schwächen“, schrieb IW-Ökonom Maximilian Stockhausen.

Daten des aktuellen UBS-Weltvermögensberichts zeigen laut Angaben des Instituts eine rückläufige relative Ungleichheit der Nettovermögen zwischen 2008 und 2023. So sei der Gini-Koeffizient in Deutschland von 0,72 auf 0,68 gesunken. Der Gini-Koeffizient misst die Ungleichheit - etwa bei den Einkommen oder Vermögen - in einer Gesellschaft. Dabei bedeutet 0 vollständige Gleichheit und 1 maximale Ungleichheit.

Mit Material der dpa