Mineralwasser im Test
: Krebserregender Stoff nachgewiesen – Diese Marken sind besonders belastet

Mineralwasser gilt als reines Naturprodukt, doch wie sauber ist es wirklich? Eine aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST zu stillem Mineralwasser liefert teils alarmierende Ergebnisse.
Von
David Hahn
Berlin
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Hitzewelle: ARCHIV - 24.06.2019, Bayern, Kempten: Eine Frau trinkt im Sonnenschein aus einer Flasche sprudelndes Mineralwasser. (zu dpa: «Höchstwerte in der Region gemessen - in Potsdam 35 Grad») Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Welche Mineralwässer sind am stärksten mit Chrom VI belastet?

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

ÖKO-TEST hat insgesamt 53 Mineralwässer getestet, darunter bundesweit erhältliche Marken als auch regionale Anbieter und Eigenmarken von Supermärkten, Discountern und Drogerien. Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte der getesteten Mineralwässer schnitten dabei mit der Note „sehr gut“ ab. Die günstigsten empfehlenswerten Produkte sind bereits ab 19 Cent pro Liter erhältlich. Qualität muss demnach nicht unbedingt teuer sein.

In mehreren Produkten fanden sich jedoch auch bedenkliche Schadstoffe wie Chrom(VI), Arsen, Pestizidabbauprodukte und sogenannte Ewigkeitschemikalien wie Trifluoressigsäure (TFA). Sechs Marken fielen im Test durch – zwei davon auch wegen besonders hoher Belastung mit Chrom(VI).

Chrom (VI) im Mineralwasser: Gesundheitsrisiko bei langfristigem Konsum

In 11 der 53 Produkte wurde Chrom(VI) nachgewiesen. Unter anderem die EU-Chemikalienverordnung stuft den Stoff als krebserregend ein. Zwar seien die gemessenen Mengen laut ÖKO-TEST nicht akut giftig, doch eine dauerhafte Aufnahme über viele Jahre könne ein gesundheitliches Risiko darstellen. Besonders belastet sind laut ÖKO-TEST:

  • Emsland Quelle Naturelle
  • Thüringer Waldquell Still

Beide Produkte gehören zu den sechs Wässern, die im Test mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet wurden.

Stilles Mineralwasser: PFAS bei fast allen Marken nachgewiesen

Ein weiterer Kritikpunkt im Test ist das verbreitete Vorkommen von TFA (Trifluoressigsäure), einer Verbindung aus der Gruppe der PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen). Diese Stoffe gelten als äußerst langlebig, umweltschädlich und werden im Körper kaum abgebaut. Obwohl die gemessenen Mengen keine direkte Gesundheitsgefahr darstellen, wurde TFA jüngst von deutschen Behörden als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Zudem ist eine Gefahrenbewertung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) beantragt. Im Test kam TFA bei fast allen Marken zumindest in Spuren vor.

Alternative: ÖKO-TEST empfiehlt Leitungswasser

Statt zu stillem Mineralwasser in Flaschen zu greifen, empfiehlt ÖKO-TEST den Konsum von Leitungswasser. Es unterliege in Deutschland einer strengen und engmaschigen Kontrolle und schone durch den Wegfall von Verpackung und Transport auch die Umwelt. Vor allem ist es jedoch günstiger.

Der durchschnittliche Preis für einen Liter Leitungswasser liegt aktuell bei etwa 0,2 Cent (0,002 €). Zusätzlich kommen noch weitere Kosten wie eine Grundgebühr oder Schmutzwassergebühr hinzu, sodass sich insgesamt ein Preis von circa 0,4 Cent pro Liter ergibt. Ein Standardglas Wasser (250 ml) kostet daher gerade einmal 0,1 Cent. Das bedeutet, mit einem Euro könnte man rein rechnerisch 1.000 Gläser Wasser trinken! Oder anders ausgedrückt: Wer 1,5 Liter am Tag trinkt, hat für einen 1 Euro mehr als 166 Tage Trinkwasser zur Verfügung.

Zum Vergleich: Selbst billiges Flaschenwasser ist bei Discountern in Deutschland mit rund 20 Cent pro Liter (exklusive Pfand) ungefähr 50-mal teurer. Mit einem Euro könnte man sich abzüglich des Pfandes in den meisten Discountern demnach 5 Liter leisten, was rund 20 bis 25 Gläsern (200-250ml) entspricht. Bei einem täglichen Verbrauch von 1,5 Liter Trinkwasser, käme man damit knapp mehr als drei Tage weit.