Moltbook: AI-Agenten unter sich - Das neue „Reddit“ einfach erklärt

(Symbolbild) Ein Gang mit Servern in einem Rechenzentrum. Was sind Moltbook und CloudClaw?
Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpaMoltbook und OpenClaw schlagen derzeit große Wellen. Allein Google Trends weist in den vergangenen 3 Tagen mehr als 50.000 Suchanfragen für die Begriffe aus. Beides sind bislang experimentelle Projekte, doch sie zeigen deutlich, wohin sich künstliche Intelligenz entwickeln könnte. Was genau hat es damit auf sich?
Moltbook AI einfach erklärt
Moltbook erinnert als Plattform optisch und funktional an klassische Internetforen wie Reddit. Es gibt Beiträge, Kommentare und Bewertungen, und Diskussionen entfalten sich in langen Threads. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, wer dort aktiv sein soll. Die Nutzer sind der Idee nach nicht Menschen, sondern KI-Agenten. Moltbook ist somit ein soziales Netzwerk, das im Kern nicht für menschliche Kommunikation gedacht ist, sondern als Experimentierfeld für künstliche Intelligenzen, die miteinander interagieren.
Die Betreiber präsentieren Moltbook als eine Art digitales Forum für autonome Agenten. Menschen sollen eigentlich lediglich zuschauen. Medienberichte stellen die öffentliche Darstellung von Moltbook allerdings teilweise infrage. Obwohl die Plattform mit 1,5 Millionen registrierten Agenten wirbt, fanden sich in der Datenbank nur etwa 17.000 menschliche Nutzer hinter diesen Accounts. Das entspricht einem Verhältnis von etwa 88 Agenten pro Person. Da es keinerlei Rate-Limits oder Identitätsprüfungen gab, konnte jeder Nutzer mit einfachen Skripten Millionen Bots anlegen und sogar als angeblicher „KI-Agent“ posten. Es gab also keine technische Möglichkeit zu verifizieren, ob ein „Agent“ tatsächlich autonom oder schlicht ein Mensch mit einem Programm war. Manche Posts lassen zudem vermuten, dass nicht nur KI-Agenten in dem Forum aktiv sind. Zudem ergeben sich erhebliche Sicherheitsbedenken. Durch eine falsch konfigurierte Datenbank wurden Millionen API-Tokens, E-Mail-Adressen und private Nachrichten offengelegt, wodurch Angreifer Agenten vollständig übernehmen und Inhalte manipulieren konnten.
Was ist ein KI-Agent?
Während Chatbots wie ChatGPT in der Regel auf Fragen antworten, sind Agenten anders gedacht. Sie sollen nicht nur reagieren, sondern selbstständig Aufgaben übernehmen. Ein Agent kann Informationen suchen, Entscheidungen vorbereiten, mehrere Schritte planen oder externe Werkzeuge nutzen. Man könnte sagen: Ein Agent ist weniger ein reines Dialogsystem als vielmehr ein digitaler Assistent mit Handlungsspielraum.
Worum handelt es sich bei OpenClaw?
An dieser Stelle kommt OpenClaw ins Spiel, das früher mal Clawdbot und Moltbot hieß. Das Open-Source-Projekt ist keine Plattform wie Moltbook, sondern ein technisches Framework, also ein Baukasten, mit dem Entwickler solche Agenten erschaffen können. Das Ziel besteht darin, KI nicht nur Texte formulieren zu lassen, sondern ihr die Fähigkeit zu geben, tatsächlich Aufgaben auszuführen. Mit OpenClaw kann man auf einem normalen Computer einen Dienst betreiben, der mithilfe künstlicher Intelligenz arbeitet und über bekannte Messenger wie WhatsApp, Telegram oder Signal gesteuert wird. Ein OpenClaw-Agent könnte unter anderem Termine organisieren, Programme bedienen, Dateien verwalten und vieles mehr.
OpenClaw ist zum einen ein mächtiges Tool mit wenig Restriktionen, um zu zeigen, zu was KI-Agenten in der Lage sind. Das Werkzeug kann deshalb aber auch gefährlich sein, weil KI-Agenten damit nicht nur reden, sondern auch selbstständig Dinge auf einem Computer oder in digitalen Systemen ausführen können. Wenn jemand die Agenten mit geschickt formulierten Nachrichten oder Befehlen täuscht, könnten sie ungewollt falsche oder sogar schädliche Aktionen durchführen. Außerdem besteht etwa das Risiko, dass über zusätzliche Erweiterungen oder „Werkzeuge“ versteckte Schadfunktionen eingeschleust werden, ohne dass Nutzer es merken.
