Coronavirus Mutation Spike-Protein
: Medienberichte: Mutation macht Corona mutmaßlich ansteckender

Die Mutation „D614G“ auf dem S-Gen des Coronavirus macht manchen Wissenschaftlern Sorgen. Probleme gibt es auch mit Nerzen in Dänemark.
Von
Michael Maier
Ulm
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Das Coronavirus stellt die Wissenschaft immer noch vor Rätsel.

pixabay

Eine Mutation auf dem S-Protein soll das Coronavirus in realen Clustern von Infizierten um bis zu 20 Prozent ansteckender gemacht haben. Das berichtet die Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ in ihrer Online-Ausgabe. Unter Laborbedingungen habe eine Forschungsgruppe sogar potenziell eine 10-fach erhöhte Ansteckungskraft ergeben. Im Reagenzglas hatten Wissenschaftler das so genannte S- oder Spike-Protein des Coronovirus mit Material aus dem Aids-Erreger HIV zu „Pseudoviren“ kombiniert und waren dabei auf den extrem hohen Wert gekommen.

Corona Mutation: Mit Gen „D614G“ bis zu 10 mal ansteckender?

Verantwortlich für die gefährlichen Eigenschaften ist angeblich das Gen „D614G“, das zu Anfang der Pandemie selten vorkam, inzwischen aber in nahezu 100 Prozent der Coronaviren die dominierende Variante ist. Andere Publikationen gehen jedoch davon aus, dass eine größere Ansteckungsfähigkeit nicht eindeutig erwiesen sei und dass die Mutation möglicherweise gar keine reale Bedeutung hat. Das Ärzteblatt hält die Gefahr eines „Supervirus“ jedenfalls für gering.

Es gibt auch die Theorie, dass sich besonders ansteckende Krankheitserreger in der Evolution tendenziell harmloser werden, da ihnen ein toter Wirt nichts nutzt. Umgekehrt könnten wenig ansteckende Erreger unter Umständen immer virulenter und schädlicher für den einzelnen Infizierten werden, weil Aggression ihre einzige Überlebenschance sei. Auch künstliche Eingriffe in das biologische Gleichgewicht einer Population seien dazu geeignet solche Entwicklungen begünstigen, heißt es.

Corona Dänemark: Resistente Mutation des Coronavirus bei Nerzen?

Unterdessen ist im November bekannt geworden, dass Dänemark Millionen von Nerzen töten lässt, nachdem das Coronavirus in den Tieren eine Mutation erfahren hat. Zwar ist es dadurch nicht schädlicher für einzelne Infizierte. Jedoch wird befürchtet, dass die Mutation bei Nerzen in Dänemark resistent gegen Antikörper und zukünftige Impfstoffe sein könnte. Das Land entschied sich daher zu einem regionalen Lockdown in Nordjütland. Die Bewohner bleiben zu Hause, damit sich die Mutation nicht ausbreitet. „Die Augen der Welt sind auf uns gerichtet“, sagte Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen.

Coronavirus weltweit

48.996.342 Infizierte

1.237.773 Tote

12.490.012 Fälle in Europa

21.168.405 Fälle in Nord- und Südamerika

9.529.882 Fälle in Südostasien

3.243.195 Fälle in Vorderasien

1.347.237 Fälle in Afrika

755.036 Fälle in Australien und Ozeanien

Stand: 6. November

Quelle: JHU/WHO