Nach 16 Jahren
: Manuela Wisbeck verlässt „Notruf Hafenkante“ nicht freiwillig

Manuela Wisbeck hört bei „Notruf Hafenkante“ auf. Auf Instagram spricht sie offen über die Entscheidung der Produktion und zeigt sich enttäuscht.
Von
Katrin Jokic
Berlin/ Hamburg
Jetzt in der App anhören
Manuela Wisbeck als Frauke Prinz in der Folge "Schwarzer Tod" von "Notruf Hafenkante".

Manuela Wisbeck als Frauke Prinz in der Folge "Schwarzer Tod" von "Notruf Hafenkante".

ZDF und Boris Laewen

Nach 16 Jahren ist Schluss: Manuela Wisbeck verlässt die ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“. Das gab die Schauspielerin auf Instagram bekannt. In der Serie verkörpert Wisbeck seit September 2009 die Rolle der Frauke Prinz. Für viele Zuschauerinnen und Zuschauer galt die Figur als feste Größe im fiktiven Elbkrankenhaus.

„Nach 16 wunderbaren Jahren heißt es für mich Abschied nehmen von Notruf Hafenkante“, schreibt Wisbeck in ihrem Beitrag. Die Rolle der Frauke Prinz sei für sie „etwas ganz Besonderes“ gewesen und werde „immer einen festen Platz“ in ihrem Herzen haben.

Manuela Wisbeck spricht von Entlassung aus „ökonomischen Gründen“

Bereits am 8. Mai hatte sich Wisbeck in einem Video auf Instagram ausführlich zu ihrem Aus bei der Serie geäußert. Darin schildert sie, dass sie wenige Tage zuvor einen Anruf von der Produktion erhalten habe. Die Begründung sei gewesen, dass die Rolle der Frauke Prinz „aus ökonomischen Gründen“ auserzählt sei. Zudem sei ihr mitgeteilt worden, dass es sich bei der Figur nur um eine Randfigur handle.

Wisbeck zeigte sich davon sichtlich getroffen. Sie sei „wahnsinnig geschockt“ gewesen, sagte die Schauspielerin in dem Video. Besonders die Einschätzung, Frauke Prinz sei nur eine Randfigur, habe sie enttäuscht. „Ich finde, die Rolle der Frauke Prinz ist nicht auserzählt. Ich finde, man hat in den 16 Jahren gar nicht richtig angefangen, die Rolle zu erzählen“, sagte Wisbeck.

Sie drehe noch bis Juli dieses Jahres weiter. Aufgrund des Produktionsvorlaufs werde ihre Figur nach ihren Angaben noch etwa anderthalb Jahre im Fernsehen zu sehen sein.

„Ein Schock und ein Stich ins Herz“

Für Wisbeck endet damit eine lange Zeit bei der Vorabendserie. Sie habe bei „Notruf Hafenkante“ viele Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die mittlerweile auch Freunde geworden seien. Der Abschied falle ihr entsprechend schwer.

„16 Jahre ist eine wahnsinnig lange Zeit“, sagte Wisbeck. Die Entscheidung der Produktion sei für sie „ein Schock und ein Stich ins Herz“ gewesen. Zugleich betonte sie, dass sie die Entscheidung hinnehmen müsse. In der Schauspielbranche müsse man immer damit rechnen, dass eine Rolle ende. Dass es nun so schnell gehe, habe sie jedoch nicht erwartet.

Auch ihre Absage für ein Meet and Greet am vergangenen Wochenende begründete Wisbeck mit der Situation. Nach dem Anruf der Produktion habe sich eine Teilnahme für sie „falsch“ angefühlt.

Gerit Kling (l.) und Manuela Wisbeck in ihren Rollen in "Notruf Hafenkante".

Gerit Kling (l.) und Manuela Wisbeck in ihren Rollen in "Notruf Hafenkante".

ZDF und Boris Laewen

Fans reagieren enttäuscht auf das Aus von Frauke Prinz

Unter Wisbecks Beitrag reagierten viele Fans enttäuscht und verärgert. Einige kritisierten vor allem die Art und Weise, wie die Schauspielerin nach so langer Zeit über ihr Serien-Aus informiert worden sei. Ein Fan schrieb: „Ist es eigentlich bei TV-Produktionen üblich, Schauspieler nach 16 Jahren mit einem Anruf zu entlassen? Das finde ich unmöglich und überhaupt nicht wertschätzend.

Auch die Rolle der Frauke Prinz wird von vielen Zuschauerinnen und Zuschauern offenbar nicht als Randfigur wahrgenommen. „Frauke ist das EKH, geht doch gar nicht ohne“, heißt es in einem Kommentar. Ein anderer Nutzer schrieb: „Ich habe nie verstanden, warum Frauke keine Hauptrolle ist. Weil ohne sie ist die Serie für mich zu Ende.“

Schauspiel-Kollege Fabian Harloff, der bei „Notruf Hafenkante“ Dr. Philipp Haase spielt, kommentierte den Beitrag mit den Worten: „Ich bin komplett schockiert.“

Matthias Schloo und Manuela Wisbeck.

Matthias Schloo und Manuela Wisbeck.

ZDF und Boris Laewen

Wer ist Manuela Wisbeck?

Manuela Wisbeck wurde 1983 in Stralsund geboren. Nach ihrer Schauspielausbildung an der Theaterakademie Vorpommern begann sie ihre Karriere 2007 mit der RTL-Serie „Böse Mädchen“. Später war sie unter anderem in Formaten wie „Alarm für Cobra 11“, „Doctor’s Diary“ und „Siebenstein“ zu sehen.

Einem größeren Fernsehpublikum wurde Wisbeck vor allem durch „Notruf Hafenkante“ bekannt. Seit Folge 84 gehörte sie zur Besetzung der ZDF-Serie. 2013 nahm sie außerdem an der RTL-Show „Let’s Dance“ teil und erreichte mit Tanzpartner Massimo Sinató den fünften Platz.

Schauspielerin Manuela Wisbeck und Tänzer Massimo Sinato erreichten bei "Let's Dance" 2013 den 5. Platz.

Schauspielerin Manuela Wisbeck und Tänzer Massimo Sinato erreichten bei "Let's Dance" 2013 den 5. Platz.

picture alliance / dpa

Worum geht es bei „Notruf Hafenkante“?

„Notruf Hafenkante“ ist eine deutsche Fernsehserie des ZDF. Die Polizeiserie spielt in Hamburg und verbindet die Arbeit der Polizeibeamten des PK 21 mit den Fällen im fiktiven Elbkrankenhaus. In jeder Folge arbeiten Polizei und Krankenhauspersonal an der Aufklärung eines Falls zusammen.

Die erste Folge wurde im Januar 2007 ausgestrahlt. Zu den Darstellerinnen und Darstellern der ersten Stunde gehören Sanna Englund als Melanie Hansen, Rhea Harder-Vennewald als Franzi Jung und Fabian Harloff als Dr. Philipp Haase. Manuela Wisbeck stieß 2009 als Frauke Prinz zur Serie.

Abschied nach 16 Jahren

In ihrem Abschiedspost bedankte sich Wisbeck bei ihren Kolleginnen und Kollegen, dem gesamten Team und den Fans der Serie. „Danke für 16 unvergessliche Jahre“, schrieb sie. Trotz der Enttäuschung blickt sie auch dankbar auf die Zeit zurück.

Für die Zuschauerinnen und Zuschauer bedeutet das: Frauke Prinz wird nicht sofort verschwinden. Wegen des Produktionsvorlaufs soll die Figur noch rund anderthalb Jahre in „Notruf Hafenkante“ zu sehen sein. Danach endet für Manuela Wisbeck ein Kapitel, das sie selbst als prägend beschreibt: „Notruf Hafenkante wird immer in meinem Herzen bleiben.“