Nach gescheiterten Tarifverhandlungen
: Droht bald ein Streik bei Eurowings?

Aktuell läuft eine Urabstimmung unter den Mitgliedern der Vereinigung Cockpit. Stimmen diese zu, drohen möglicherweise Streiks.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Eurowings am Flughafen Stuttgart

Eurowings am Flughafen Stuttgart.

Bernd Weißbrod/dpa

Bei der Fluggesellschaft Eurowings könnte es in den kommenden Wochen zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat eine Urabstimmung unter den Pilotinnen und Piloten eingeleitet. Hintergrund sind gescheiterte Tarifverhandlungen über die betriebliche Altersvorsorge.

Der Vorstand der Vereinigung Cockpit beschloss am 6. März, die Mitglieder bei Eurowings über mögliche Streikmaßnahmen abstimmen zu lassen. Die Abstimmung läuft noch bis zum 16. März 2026 um 10 Uhr.

Wird bald gestreikt?

Ob es tatsächlich zu Streiks kommt, hängt vom Ausgang der Abstimmung unter den Piloten ab. Erst wenn sich eine ausreichende Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen ausspricht, könnte die Gewerkschaft zu Streiks aufrufen.

Für Passagiere bedeutet die laufende Urabstimmung zunächst noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Flugbetrieb. Ob und wann es zu möglichen Streiks kommen könnte, hängt vom Ergebnis der Abstimmung und den weiteren Entwicklungen im Tarifkonflikt ab.

Streit über betriebliche Altersvorsorge

Nach Angaben der Gewerkschaft konnten sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite in mehreren Verhandlungsrunden nicht auf eine Lösung zur betrieblichen Altersversorgung einigen.

VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte, der Arbeitgeber habe eine letzte Frist für weitere Gespräche ungenutzt verstreichen lassen. „Trotz wiederholter Aufforderungen sowie einer Konkretisierung unserer Forderungen zur betrieblichen Altersversorgung ließ der Arbeitgeber eine letzte Frist in dieser Woche ungenutzt verstreichen“, sagte Pinheiro. Die Gewerkschaft sehe derzeit keine Bereitschaft der Geschäftsleitung zu ernsthaften Verhandlungen oder zu einem Entgegenkommen.

Die VC fordert eine höhere Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge auf Basis einer kapitalmarktorientierten Anlage. Nach Darstellung der Gewerkschaft habe Eurowings dagegen lediglich einen Umverteilungsmechanismus innerhalb des bestehenden Systems vorgeschlagen. Dieser sehe keine Erhöhung des Gesamtvolumens vor und verlagere das Renditerisiko vollständig auf die Beschäftigten.

Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission der VC, bezeichnete die Einleitung der Urabstimmung als notwendige Konsequenz. Die Arbeitgeberseite sei auch nach mehreren Verhandlungsrunden nicht bereit gewesen, substanziell in die betriebliche Altersversorgung zu investieren.