Nationalpark
: Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark liegt in Brandenburg

Wo Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark liegt und was ihn so einzigartig macht.
Von
Lisa Klopp-Jaber
Schwedt
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Wildgänse fliegen am farbenprächtigen Morgenhimmel über den Nationalpark Unteres Odertal nördlich von Schwedt. Der Nationalpark Unteres Odertal wurde 1995 gegründet und umfasst eine Fläche von 10.500 Hektar. Das untere Odertal ist Deutschlands einziger Auennationalpark und zugleich ein grenzüberschreitendes Großschutzgebiet mit Polen. Das Odertal ist eine der letzten naturnahen Flussauenlandschaften des westlichen Mitteleuropas mit einer Vielzahl von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. +++ dpa-Bildfunk +++

Nationalpark Unteres Odertal: Warum man ihn einmal besucht haben sollte.

Patrick Pleul/dpa

Insgesamt sechzehn Nationalparks gibt es bundesweit. In Brandenburg jedoch existiert Deutschlands einziger Flussauen-Nationalpark. Wo der Nationalpark liegt, was ihn besonders macht und alles Wichtige in einer Übersicht.

Wo ist der Nationalpark in Brandenburg: Unteres Odertal

In Brandenburg liegt einer der sechzehn deutschen Nationalparks. Im Osten Brandenburgs, an der deutsch-polnischen Grenze, im Barnim und in der Uckermark befindet sich das Untere Odertal. Auf deutscher Seite wird der Nationalpark vom großen Landschaftsschutzgebiet Nationalparkregion Unteres Odertal umgeben. Auf polnischer Seite wird das Untere Odertal vom polnischen Landschaftsschutzpark Unteres Odertal (Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry) und dem Zehdener Landschaftsschutzpark (Cedyński Park Krajobrazowy) umgeben. Das ganze Gebiert ist Teil des europäischen ökologischen Netzes Natura 2000. Gemeinsam mit dem polnischen Nationalpark und Schutzgebiet bilden sie den Internationalpark Unteres Odertal.

Verwaltet wird der Nationalpark Unteres Odertal im Schloss in Criewen im Nationalparkzentrum Unteres Odertal. Dort können Besucherinnen und Besucher das Nationalparkhaus und eine Ausstellung besuchen. Die Webseite des Nationalparks informiert die Besucher.

Blick von einem Aussichtsturm auf den deutsch-polnischen Grenzfluss Oder im Nationalpark Unteres Odertal. Der Nationalpark Unteres Odertal wurde 1995 gegründet und umfasst eine Fläche von 10.500 Hektar. Das untere Odertal ist Deutschlands einziger Auennationalpark und zugleich ein grenzüberschreitendes Großschutzgebiet mit Polen. Das Odertal ist eine der letzten naturnahen Flussauenlandschaften des westlichen Mitteleuropas mit einer Vielzahl von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Gebiet wird geprägt durch die sogenannten Polder, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach holländischem Vorbild für den Hochwasserschutz eingerichtet wurden, um dem Fluss bei hohen Wasserständen Raum zu geben. (zu dpa: «Ifo-Institut: Anpassung an den Klimawandel notwendig») +++ dpa-Bildfunk +++

Blick von einem Aussichtsturm auf den deutsch-polnischen Grenzfluss Oder im Nationalpark Unteres Odertal. Der Nationalpark Unteres Odertal wurde 1995 gegründet und umfasst eine Fläche von 10.500 Hektar. Das untere Odertal ist Deutschlands einziger Auennationalpark und zugleich ein grenzüberschreitendes Großschutzgebiet mit Polen. Das Odertal ist eine der letzten naturnahen Flussauenlandschaften des westlichen Mitteleuropas mit einer Vielzahl von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Gebiet wird geprägt durch die sogenannten Polder, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach holländischem Vorbild für den Hochwasserschutz eingerichtet wurden, um dem Fluss bei hohen Wasserständen Raum zu geben.

Patrick Pleul/dpa

Nationalpark in Brandenburg: Was macht ihn besonders

Im Nationalpark Unteres Odertal befindet sich die einzige intakte Polder-Landschaft Deutschlands. Ein Polder ist ein eingedeichtes niedrig gelegenes Gelände in der Nähe von Gewässern. Im Winter und Frühjahr werden die Sommerdeiche geöffnet und das Wasser der Oder kann sich über die Wiesen ausbreiten. Wenn im April die Flut zurückgeht, werden die Sommerdeiche geschlossen und die Wiesen abgepumpt. Durch die Polderwiesen im Unteren Odertal gibt es für die polnische Hafenstadt Stettin keine Hochwassergefahr im Winter und Frühjahr.

Die Polderwiesen werden im Sommer beweidet und bieten Lebensraum für viele geschützte Lebewesen und Pflanzen. Singschwäne, Pirole, Wachtelkönige, Eisvögel, Schwarzstörche und Elche gehören zu den Tieren, die dort leben.

Über die Stadt Schwedt oder Criewen können Besucherinnen und Besucher Wander- oder Radtouren durch den Nationalpark beginnen. Ein Teil des Oder-Neiße-Radweges führt für ein Stück auf einem der Deiche des Nationalparks entlang. Der Nationalpark verfügt über ein 200 Kilometer langes Wegenetz, 52 markierte Rad- und Wanderwege, drei Lehrpfade und drei Aufstiege mit tollem Panoramablick. Auch die Burg Stolpe befindet sich weiter südlich, die man zu bestimmten Zeiten auch besteigen kann. Der Turm ist mit 18 Metern Außendurchmesser der stärkste Bergfried in Deutschland.

Beobachtungstürme im Nationalpark in Brandenburg

  • Beobachtungsturm in Mescherin: Überblick auf den Staffelder Polder aus elf Meter Höhe
  • Beobachtungsturm Stützkow: elf Meter hohe Plattform mit Ausblick über die Polderlandschaft südlich der Stadt Schwedt und auf die Oderhänge auf der polnischen Seite des Oderstroms
  • Turm am Wrechsee: Turm in der Nähe der Schwedter Querfahrt
  • Beobachtungshütte „Seeschwalbe“: 1,5 Kilometer südlich der Gatower Brücke auf dem Winterdeich an der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße