In einer mittleren Entfernung von etwa 384.400 Kilometern umkreist er unsere Erde. Weil der Mond mit seiner extrem dünnen Atmosphäre Gase wie Sauerstoff nicht halten kann, ist Leben dort nicht möglich.
Brauchen wir diesen natürlichen Satelliten eigentlich? Was wäre, wenn es den Mond gar nicht gäbe? „Die Erde wäre eine ganz andere Welt“, erklärt die US-Raumfahrtbehörde NASA. Was das konkret heißt.

Ohne Mond ändern sich Jahreszeiten, Tag- und Nachtrhythmus

Jahreszeiten: Ohne den Mond würden sich die Jahreszeiten verändern. In Deutschland erleben wir Frühling, Sommer, Herbst und Winter, weil die Erdachse, um die sich der Planet dreht, im Vergleich zu seiner Bahn um die Sonne um etwa 23,5 Grad geneigt ist. Bliebe die stabilisierende Wirkung des Mondes aus, wäre es möglich, dass sich die Neigung stark ändert. Ein solches Szenario spielen die Royal Museums Greenwich in Großbritannien durch: Ohne Neigung gäbe es demnach keine Jahreszeiten mehr. Eine stärkere Neigung hingegen hätte Extrem-Wetter zur Folge.
Tageslänge: Der Mond sorgt auch dafür, dass sich die Erde so schnell dreht, wie es aktuell der Fall ist. Würde er verschwinden, wäre unser Tag nicht mehr 24 Stunden lang, sondern würde nur noch zwischen 6 bis 12 Stunden dauern. Das hätte Konsequenzen für unseren lebensnotwendigen Tag- und Nachtrhythmus. Würden die Tage kürzer, hätten wir deutlich mehr davon in unserem Kalenderjahr – statt 365 wären es grob 1000.
Der Mond hat Auswirkungen auf die Jahreszeiten, Gezeiten, aber auch auf die Tierwelt.
Der Mond hat Auswirkungen auf die Jahreszeiten, Gezeiten, aber auch auf die Tierwelt.
© Foto: Michael Helbig

Klima und Tiere auch von Mond abhängig

Gezeiten: Der Mond spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Gezeiten in den Ozeanen. Ohne ihn würden Ebbe und Flut viel geringer ausfallen und etwa auf ein Drittel der bekannten Größe schrumpfen. Die Gezeiten sind wichtig, etwa für das Leben in den Meeren. Sie sorgen für Bewegung, wodurch etwa Küstenökosysteme gedeihen können. Krabben, Muscheln, Seesterne und Schnecken sind auf die Gezeiten angewiesen.
Temperatur: Die Gezeiten tragen auch zur Stabilisierung des Erdklimas bei. Meeresströmungen werden von ihnen angetrieben, die Wasser um den Globus verteilen und das globale Klima beeinflussen. Ohne diesen Einfluss könnten die Temperaturen auf der Erde extremer sein.
Licht: Ein fehlender Mond würde auch in der Tierwelt für Verwirrung sorgen. Raubtiere verlassen sich teilweise in der Nacht auf das Licht des von der Sonne angestrahlten Mondes. Ohne dieses Licht könnte es manchem Jäger schwerer fallen, seine Beute zu entdecken. Ein Eingriff in diesen Kreislauf würde möglicherweise zum Aussterben bestimmter Raubtiere führen.
Rund 50 Jahre nach der ersten Mondlandung von Nasa-Astronauten wollen die USA wieder Menschen auf den Erdtrabanten bringen. Dann soll eine der letzten Männerbastionen fallen. Denn Frauen haben inzwischen zwar auch das All erobert, aber auf dem Mond war noch keine. Ein Blick in die Geschichte:
1957: Mit „Sputnik 1“ schießt die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten ins All. Bald darauf umkreist die Hündin „Laika“ an Bord von „Sputnik 2“ die Erde.
1961: Der Russe Juri Gagarin ist der erste Mensch im All, als erster Amerikaner folgt Alan Shepard an Bord einer „Mercury“-Raumkapsel. US-Präsident John F. Kennedy kündigt an, schon bald werde ein Amerikaner auf dem Mond landen.
1963: Als erste Frau wird die Russin Valentina Tereschkova ins All geschickt. Die Kosmonautin umrundet an Bord des Raumschiffs „Wostok 6“ die Erde 49 Mal.
1965: Als erster Mensch schwebt der Russe Alexej Leonow zehn Minuten frei im All. An Bord von „Gemini IV“ unternimmt Edward White den ersten Weltraumspaziergang eines US-Astronauten.
1966: Die sowjetische Mondfähre „Luna 9“ setzt auf dem Erdtrabanten auf. Es ist die erste kontrolliert abgebremste Landung auf dem Mond.
1968: Als erste bemannte Mission startet „Apollo 8“ mit drei Astronauten an Bord und umrundet den Mond.
Juli 1969: „Apollo 11“-Kommandant Neil Armstrong (USA) setzt als erster Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche des Mondes und schreibt Geschichte.
November 1969: Wenige Monate später gelingt der Besatzung von „Apollo 12“ die zweite Landung. Diesmal betreten Charles Conrad und Alan Bean den Mond.
1971/72: Vier Missionen folgen - bis im Dezember 1972 die Fähre von „Apollo 17“ als bislang letztes bemanntes Raumschiff den Mond erreicht. Insgesamt haben 12 Menschen den Mond betreten - jeder von ihnen ein männlicher, weißer US-Amerikaner.
1983: Für die USA startet erstmals eine Frau ins All. Die 32-jährige Sally Ride ist Teil der fünfköpfigen Crew der US-Weltraumfähre „Challenger“. Inzwischen haben Dutzende Frauen vieler Nationen an Weltraummissionen teilgenommen - zuletzt die US-Astronautin Kayla Barron, die zusammen mit dem Deutschen Matthias Maurer an Bord der Weltraumstation ISS arbeitete.
2019: Der damalige US-Vizepräsident Mike Pence kündigt an, dass die USA wieder Astronauten zum Mond schicken wollen: „Die erste Frau und der nächste Mann auf dem Mond werden beide amerikanische Astronauten sein, die mit amerikanischen Raketen von amerikanischem Boden abgehoben sind.“ Das Zieldatum 2024 wurde inzwischen aber auf 2025 verschoben.