Neues Pfandsystem in Polen
: Verbraucherzentrale warnt - nur so gibt es Geld zurück

Seit Oktober hat Polen ein Pfandsystem eingeführt. Es gibt aber zwei Fallstricke, die deutsche Verbraucher kennen müssen.
Von
Nicole Züge
Frankfurt (Oder)
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Das neue Pfandsystem in Polen könnte noch bis Ende 2025 zu Verwirrungen führen. Darüber informiert die Verbraucherzentrale in Brandenburg.

Das neue Pfandsystem in Polen könnte noch bis Ende 2025 zu Verwirrungen führen. Darüber informiert die Verbraucherzentrale in Brandenburg. (Symbolbild)

Jens Kalaene/dpa

Seit dem 1. Oktober 2025 gilt in Polen ein neues Pfandsystem für Getränkeverpackungen. Wer regelmäßig im Nachbarland einkauft oder Urlaub macht, sollte die Regeln kennen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat kürzlich allerdings darüber informiert, dass gerade in der Übergangszeit bis Ende 2025 Probleme oder Verwirrungen auftreten können.

Neues Pfandlogo „KAUCJA“ zeigt Pfandpflicht an

Wie in Deutschland wird nun auch in Polen auf viele Getränkeflaschen und Dosen Pfand erhoben. „Wer jenseits der Oder einkauft, sollte auf das neue Pfandlogo ‚KAUCJA‘ achten, um unnötige Zusatzkosten zu vermeiden“, sagt Karolina Wróblewska von der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Pfand-Logos, die ab Oktober 2025 in Polen auf Getränkeverpackungen zu finden sein werden. Sie berechtigen zur Rückgabe des ausgewiesenen Pfands in jedem Markt mit über 200 Quadratmeter Verkaufsfläche. Kleinere Läden können freiwillige Pfandflaschen zurücknehmen.

So sieht das polnische Pfandlogo aus. Der Betrag im Logo ändert sich, je nachdem, welcher Pfand erhoben wird.

Grafik, Ministerium für Klima und Umwelt/Ministerstwo Klimatu i Środowiska

Das System sei klar erkennbar: Das Logo zeigt, welche Verpackungen pfandpflichtig sind. Der Aufdruck „0,50 Zł“ oder „1 Zł“ nennt den Rückgabewert.

Pfandpreise in Polen

Pfandpflichtig sind Einweg-Kunststoffflaschen bis 3 Liter und Getränkedosen bis 1 Liter. Hier beträgt das Pfand 0,50 Złoty, also rund 12 Cent. Für Mehrweg-Glasflaschen bis 1,5 Liter werden 1,00 Złoty fällig, etwa 23 bis 24 Cent. Ausgenommen sind Milch, Joghurt und andere Milchprodukte sowie Einweg-Glasflaschen.

Rückgabe ohne Bon, aber nur mit Etikett

Supermärkte ab 200 Quadratmetern Verkaufsfläche, die Getränke in Pfandverpackungen anbieten, müssen diese zurücknehmen. Das geschieht entweder über Automaten („Butelkomat“) oder an Sammelstellen. Kleinere Geschäfte können sich freiwillig beteiligen. Zusätzlich soll jede Gemeinde mindestens eine Rückgabestelle anbieten. „Ein Kassenbon ist nicht nötig, die Flaschen und Dosen müssen aber leer, unbeschädigt und mit Etikett zurückgegeben werden“, erklärt Wróblewska. Das bedeutet auch, dass Dosen und Flaschen nicht zerdrückt sein dürfen. Pfandverpackungen aus Polen können in Deutschland nicht eingelöst werden.

Übergangszeit bis Jahresende 2025: Hier lauern Probleme

Die Einführung erfolgt schrittweise. Märkte dürfen alte Bestände ohne Pfandlogo noch bis 31. Dezember 2025 verkaufen. Bis dahin sind Verpackungen mit und ohne Kennzeichnung im Umlauf. „Nur Flaschen und Dosen mit Pfandlogo können später zurückgegeben werden“, betont Wróblewska.

Darüber hinaus wurde jede Gemeinde verpflichtet, mindestens eine stationäre Sammelstelle für pfandpflichtige Verpackungen und Verpackungsabfälle einzurichten.