Nikolaustag 6.12.: Woher der Brauch der geputzten Stiefel kommt

Nikolaustag 2024: Wann Nikolaustag ist, wer Nikolaus wirklich war und warum wir Stiefel vor die Tür stellen. (Symbolbild)
Patrick Pleul/dpa- Nikolaustag wird jährlich am 6. Dezember gefeiert, zu Ehren des Heiligen Nikolaus aus Myra.
- Kinder stellen am Vorabend geputzte Stiefel vor die Tür, die Nikolaus über Nacht füllt.
- Der Brauch stammt aus dem Mittelalter, basierend auf Legenden über Nikolaus’ Wohltaten.
- Nikolaus war ein gütiger Bischof im 4. Jahrhundert, bekannt für seine Großzügigkeit.
- Traditionen umfassen Nikolausumzüge, Lieder und das Verschenken von Nüssen und Äpfeln.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Morgen ist Nikolaustag. Jedes Jahr stellen Kinder am 5. Dezember abends die geputzten Schuhe vor die Tür, sodass der Nikolaus in der Nacht eine kleine Überraschung hinein stecken kann. Am Morgen des Nikolaustages ist die Freude dann groß.
Diesen Brauch kenn jeder – doch wer weiß, wer der Heilige Nikolaus war, warum dieser so berühmt wurde und warum wir unsere Schuhe für ihn putzen?
Wir haben alle Informationen zum Nikolaus in einer Übersicht:
- Wann ist Nikolaustag 2024
- Bräuche und Traditionen zum Nikolaus
- Grund für die Stiefel vor der Tür
- Wer Nikolaus wirklich war
Wann ist Nikolaustag 2024?
Jedes Jahr am 6. Dezember wird der Nikolaustag gefeiert. Der 6. Dezember ist der Todestag des Heiligen Nikolaus aus Myra. Ihm zu Ehren gibt es Kapellen, die nach ihm benannt sind. Am Nikolaustag gibt es besonders in katholisch geprägten Gebieten Prozessionen, um St. Nikolaus zu gedenken.
Bräuche zum Nikolaustag
- Geputzte Schuhe vor die Tür stellen
- Nüsse und Äpfel schenken
- Eine Rute schenken
- Nikolausumzug
- Nikolauslieder singen
Warum werden Stiefel für Nikolaus aufgestellt?
Der Brauch, dass am Nikolaustag Kinder beschenkt werden, kommt aus dem Mittelalter. Ein oft zitierter Ursprung des Brauchtums liegt im mittelalterlichen Kinderbischofsspiel, bei dem ein Kind für einen Tag in die Rolle eines Bischofs schlüpfte.
Seit dem 13. Jahrhundert wurde das Spiel meist am 6. Dezember gefeiert. An einem oder mehreren Tagen hatte der Kinderbischof dann die Autorität, den Segen zu spenden, Umzüge in bischöflicher Kleidung mit Gesängen und Tributforderungen zu leiten. Einige behaupten auch, dass der Kinderbischof die Lehrer bewerten, belohnen oder bestrafen durfte. An anderer Stelle wird erwähnt, dass sich daraus der Brauch entwickelte, von Haus zu Haus zu gehen und die Kinder zu prüfen.
Eine weitere Erklärungsmöglichkeit: Die berühmteste Nikolausgeschichte erzählt von einem verarmten Adligen mit drei Töchtern. Er war so arm, dass er seinen Töchtern keine Mitgift für eine Hochzeit geben konnte. In seiner Verzweiflung plante er, die Dienste seiner Töchter an vorbeiziehende Männer zu verkaufen.
Nikolaus von Myra erfuhr davon und um die Jungfräulichkeit der Mädchen zu bewahren, warf er an drei aufeinanderfolgenden Nächten Goldklumpen durch das offene Fenster des Hauses. In einer Variante der Geschichte warf der Bischof das Gold durch den Kamin in die dort zum Trocknen aufgehängten Socken. Diese Legende wurde durch englische Einwanderer in die USA gebracht, wo dann der amerikanische Weihnachtsbrauch entstand, zu Weihnachten Socken aufzuhängen.
Im deutschsprachigen Raum führte diese Legende dazu, dass Stiefel aufgestellt wurden in der Hoffnung, dass am nächsten Morgen ein Geschenk darin stecken würde.
Wer war Nikolaus?
Heutzutage erkennt man den Nikolaus an seinem Kostüm: Bischofsmantel, weißes Gewand, einen Bischofsstab und eine Bischofsmitra (spitz zulaufender, hoher Bischofshut). Er hat oft ein goldenes Buch mit Aufzeichnungen über böse und gute Taten der Kinder dabei. Doch wer war der heilige Nikolaus wirklich?

Heutzutage erkennt man den Nikolaus an seinem Kostüm: Bischofsmantel, weißes Gewand, einen Bischofsstab und eine Bischofsmitra (spitz zulaufender, hoher Bischofshut).
Thomas Warnack/dpaSt. Nikolaus gab es tatsächlich – das ist belegt. Nikolaus war Bischof in Myra. Er lebte Ende des 3. und Anfang des 4. Jahrhunderts nach Christus. Bereits mit 19 Jahren wurde er zum Priester geweiht und später zum Bischof von Myra geweiht. Die Stadt Myra liegt in der heutigen Türkei, etwa 100 Kilometer von Antalya entfernt.
Als Priester und Bischof soll Nikolaus überaus gütig, großherzig und großzügig gewesen sein. Der Legende nach verteilte er die Besitztümer seiner verstorbenen, reichen Eltern an die Armen. Er war ein beliebter Bischof und ist nun einer der beliebtesten Heiligen des Christentums.
Aus den Legenden und belegten Geschichten über den Bischof Nikolaus entstand die heutige Tradition des Nikolaus, der jedes Jahr am 6.12. die Kinder beschenkt. In vielen Regionen hat der gute Nikolaus einen angsteinflößenden Begleiter dabei, um die Kinder, die sich nicht so verhalten, wie es die Erwachsenen wünschen, zu bestrafen. Im deutschsprachigen Raum kann das Knecht Ruprecht oder Krampus sein.
Ursprünglich wurde am Nikolaus’ Todestag, am 6.12., große Bescherung gefeiert. Doch das endete mit Martin Luther, der die Heiligenverehrung bekämpfte und einführte, dass das Christkind an Heiligabend die Kinder beschenkt.
Aus Sankt Nikolaus (niederländisch: Sinterklaas) wurde später der amerikanisch Santa Claus. Der Heilige Nikolaus diente als Vorlage für den heutigen Weihnachtsmann, was die guten Taten und auch das Kostüm angeht.



