Nipah-Virus ausgebrochen: Gibt es Reisewarnungen? So reagiert das Auswärtige Amt

Menschen in Schutzanzügen begraben Opfer eines früheren Nipah-Virus-Ausbruchs in Indien. (Archivbild) Wie das Auswärtige Amt auf den jüngsten Ausbruch reagiert und ob es Reisewarnungen gibt.
K.Shijith/dpaMehrere Länder in Südostasien reagieren auf den Nipah-Ausbruch in Indien mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen: Thailand hat Berichten zufolge Vorkehrungen in Krankenhäusern getroffen. Malaysia verstärkt seine Grenzkontrollen, Singapur und Indonesien führen an Flughäfen, beispielsweise auf Bali, zusätzliche Checks für Reisende aus Indien ein. Und auch China hat seine Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Gibt es aktuell Reisewarnungen für deutsche Asien-Reisende? Wie das Auswärtige Amt reagiert und was Reisende zum Nipah-Virus wissen müssen.
Was ist das Nipah-Virus?
Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg ist die Nipah-Virus-Infektion selten, aber besonders schwerwiegend. Das Virus befällt Tiere und Menschen. In der Natur tragen primär Flughunde den Erreger. Von ihnen kann das Virus auf andere Tiere (z. B. Schweine) und auf den Menschen übergehen. Beim Menschen kann es eine Sterblichkeitsrate von bis zu 92 Prozent erreichen.
Tödliches Nipah-Virus: So reagieren die Behörden
Behörden in den meisten, angrenzenden Ländern sehen aktuell keine akute Gefahr, rufen aber zu Wachsamkeit auf. Vor allem China bereitet sich vor. Hintergrund ist die bevorstehende Reisesaison zum chinesischen Neujahr vom 17. Februar bis 3. März mit Millionen Auslandsreisen, vorwiegend nach Südostasien.
Gibt es Reisewarnungen für Indien oder andere Länder?
Bisher (Stand: 03.02.2026) hat das Auswärtige Amt weder für Indien, noch für angrenzende Länder, Reisewarnungen ausgegeben. Der Ausbruch in Indien ist Medienberichten zufolge unter Kontrolle. Im Dezember des letzten Jahres waren zwei Menschen im östlichen Bundesstaat Westbengalen am Nipah-Virus erkrankt, teilte das Gesundheitsministerium unter Berufung auf das staatliche Zentrum für Krankheitskontrolle mit. Betroffen sind zwei Krankenpflegerinnen aus einem Privatkrankenhaus nördlich von Kolkata, die sich vermutlich bei einem ungetesteten, inzwischen verstorbenen Patienten ansteckten und derzeit behandelt werden. Eine der Frauen soll sich in einem kritischen Zustand befinden.
Wie wird das Nipah-Virus übertragen?
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei engem Kontakt durch Tröpfchen aus der Atemluft, Husten oder Niesen möglich. Die Viren können nach Angaben des Instituts auch durch den Verzehr von unzureichend gegartem Schweinefleisch oder anderen tierischen Produkten übertragen werden. Auch vom Trinken von rohem Dattelpalmensaft oder anderen Baumsäften, die mit Speichel, Kot oder Urin von Fledermäusen kontaminiert sein können, wird abgeraten. Tropenmediziner raten darum dazu, bei Reisen in asiatische Länder Folgendes zu beachten:
- Kontakt mit Fledermäusen und anderen Wildtieren vermeiden
- Schweinefleisch und andere tierische Produkte gründlich kochen/durchgaren
- keinen rohen Palmensaft trinken
- häufiges Händewaschen
Welche Symptome verursacht das Nipah-Virus?
Die Symptome einer Nipah-Virus-Infektion fallen unterschiedlich aus. Der Krankheitsverlauf reicht von mild bis lebensbedrohlich. In leichten Fällen klagen Betroffene über Fieber, Husten sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Bei schweren Verläufen kommt es zu Gehirnentzündungen, Krampfanfällen und Koma. Diese Komplikationen können tödlich enden. Für eine Nipah-Virus-Infektion gibt es keine gezielte Therapie, behandelt werden nur Symptome. Antivirale Medikamente kommen vereinzelt zum Einsatz, ihre Wirksamkeit ist aber nicht hinreichend belegt. Derzeit gibt es außerdem keinen zugelassenen Impfstoff gegen die Nipah-Virus-Infektion. Eine Reihe von Impfstoffen befindet sich nach Auskunft des Bernhard-Nocht-Instituts jedoch in der Entwicklung.
