Öko-Test untersucht Rahmspinat
: Das sind die Tops und Flops im Test

Öko-Test hat 22 Rahmspinat-Sorten aus der Tiefkühltruhe getestet. Die Testergebnisse überraschen, nur 4 Produkte erreichen ein „sehr gut“.
Von
Nicole Züge
Berlin
Jetzt in der App anhören
Frau bereitet Blattspinat zu: ILLUSTRATION - Das Spurenelement Eisen steckt etwa in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und in grünem Blattgemüse wie Spinat. (zu dpa: «Eisenmangel: Kennen Sie diese 3 Fakten?») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Tiefkühlspinat ist ein beliebtes Produkt für die schnelle Küche. Allerdings schneiden einige Marken schlecht ab, besonders bei den Belastungen durch Pestizide oder Schwermetalle. Der Testsieher überrascht.

Christin Klose/dpa

Obwohl sein besonders hoher Eisengehalt ein Mythos ist, der sich hartnäckig hält: Spinat ist gesund. Bei den meisten Menschen kommt das Gemüse in Form von Tiefkühl-Rahmspinat in den Einkaufswagen und später auf dem Teller. Das Magazin Öko-Test hat 22 tiefgekühlte Rahmspinat-Sorten unter die Lupe genommen. Nur vier Produkte überzeugten mit „sehr gut“.

Vor allem Nitrit, Schwermetalle und Pestizide sorgten für Abwertungen in mehr als der Hälfte der Produkte. Bei den Testsiegern gab es einige Überraschungen, denn nicht immer ist teuer gleich gut. 

Öko-Test Rahmspinat: So wurde getestet

  • getestete Produkte: 22 Marken aus Supermarkt, Discounter und von TK-Bringdiensten; darunter 7 Bio-Marken
  • Preis: 500 g kosteten zwischen 0,56 € und 3,12 €
  • Laboranalysen: Untersucht wurden Pestizide, Schwermetalle, Nitrat/Nitrit, problematische Rückstände und Keime
  • Außerdem analysierten die Tester den tatsächlichen Sahnegehalt sowie die Verpackung (Nutri-Score, Werbe- und Umweltaussagen auf der Packung)
  • Die detaillierten Testergebnisse können Sie hier bei Öko-Test einsehen (Bezahlinhalt).

Nitrat im Rahmspinat: Darum ist das so bedenklich

Blattgemüse wie Salate, Mangold und Spinat (aber auch Gemüsesorten wie Rote Bete und Rettich) nehmen vergleichsweise viel Nitrat aus dem Boden auf und speichern es. Nitrat an sich ist dabei erst einmal für den menschlichen Körper relativ unbedenklich, das bestätigt auch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Bei unsachgemäßer Lagerung oder Verarbeitung kann Nitrat allerdings teilweise zu Nitrit umgewandelt werden, welches den Sauerstofftransport im Blut hemmen und im Magen zu krebserregenden Nitrosaminen reagieren kann.

Öko-Test hat darum alle Testprodukte auf Rückstände untersucht. Im Test wurden 12 der 22 Produkte wegen „erhöhter“, zwei sogar wegen „stark erhöhter“ Nitritmengen abgewertet.

Giftige Schwermetalle und Pestizide in einigen Produkten

Ebenfalls aus den Böden stammen laut Öko-Test Schwermetalle, die der Spinat aufnimmt. Ein Produkt sticht im Test beim Bleigehalt heraus und überschreitet den zulässigen Grenzwert. Blei kann sich im menschlichen Körper anreichern, insbesondere in Knochen und Zähnen. Die längere Aufnahme von Blei kann zudem gesundheitliche Folgen haben, speziell für Kinder und Schwangere ist das gefährlich.

In drei Produkten wies das Labor zudem erhöhte Cadmiumgehalte nach. Cadmium und Cadmiumverbindungen sind als krebserzeugend, erbgutverändernd und reproduktionstoxisch eingestuft. Das Schwermetall kann über einen längeren Zeitraum, in hohen Dosen aufgenommen, zu Nieren- und Knochenschäden führen. Auch auf Pestizidrückstände hat Öko-Test die Rahmspinat-Marken hin überprüft. In drei Produkten wurde das, für Säugetiere, Wasserorganismen und Bienen giftige, Lambda-Cyhalothrin gefunden. Ein Produkt wies Rückstände des Insektizid Spinosad auf, ein weiteres Produkt war mit Rückständen des nicht mehr zugelassenen Antipilzmittels Dimethomorph belastet.

Bio-Rahmspinat: Nur ein Produkt sehr gut

Von den insgesamt sieben Bio-Produkten im Test konnte nur ein Bio-Rahmspinat mit der Note „sehr gut“ abschneiden. Es war ausgerechnet das günstigste Produkt bei den Bio-Sorten, nämlich der K-Bio Rahmspinat von Kaufland (500 g für 1,88 Euro). Die übrigen Bio-Sorten im Test konnten lediglich das Testurteil „befriedigend“ erreichen.

Schlusslicht im Test: 2 Produkte ungenügend

Mit der schlechtesten Test-Note „ungenügend“ schnitten zwei Produkte ab, darunter der Frosta Rahmspinat (portionierbar, 1,99 Euro/500 g). Das Produkt enthielt im Test stark erhöhte Spuren von Nitrit sowie Spuren des Pestizids Lambda-Cyhalothrin. Auch die Werbung mit „Selbstverständlichkeiten“ auf der Verpackung führte hier zu einer Herabstufung. Frosta schreibt, so Öko-Test kritisch, „ohne Farbstoffe“ auf die Verpackung, obwohl dies im Falle von Rahmspinat eigentlich selbstverständlich ist.

Testsieger: Es sind nicht unbedingt die Teuren!

Insgesamt erreichten vier der 22 getesteten Rahmspinat-Sorten die Note „sehr gut“, darunter der bereits genannte Bio Rahmspinat von Kaufland als einziges Bio-Produkt. Auch Aldi (All Seasons Rahmspinat für 0,56 Euro/500 g) sowie der Ja! Rahmspinat von Rewe für 0,99 Euro/500 g konnten die Testerinnen überzeugen.