Offensichtlich hat er sich befreit
: Wal am Timmendorfer Strand ist weg

Nach Angaben des NDR deutet vieles darauf hin, dass sich das Tier selbst befreien konnte und zurück in die Ostsee geschwommen ist.
Von
Lukas Böhl
Niendorf
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Wal an der Ostseeküste gestrandet

Der Wal ist offenbar verschwunden.

Marcus Brandt/dpa

NDR-Reporter Hauke Bülow, der vor Ort berichtet, sagte, an der Stelle auf der Sandbank, an der der Wal in den vergangenen Tagen gelegen hatte, sei inzwischen nichts mehr zu sehen – lediglich einige Bojen markieren noch den Bereich. „Offensichtlich hat sich der Wal die Rinne genutzt, die gestern für ihn gegraben wurde, und hat den Weg hinaus in die Ostsee gesucht“, so Bülow.

Wo ist der Wal jetzt?

Wo sich der Buckelwal aktuell befindet, ist unklar. Laut NDR ist das Tier nicht mit einem Sender ausgestattet, sodass es derzeit nicht geortet werden kann. Auch in der Nacht hätten die Einsatzkräfte vor Ort keine Geräusche mehr wahrgenommen. Es sei daher möglich, dass der Wal bereits seit mehreren Stunden unterwegs ist. Ob und wo er wieder gesichtet wird, müsse sich in den kommenden Tagen zeigen.

Noch am Donnerstagabend hatte es Bewegung gegeben: Wie NDR-Reporter Phillip Kamke berichtete, setzte sich der etwa zehn bis zwölf Meter lange Wal plötzlich rund 20 Meter in Richtung Ostsee in Bewegung. Dabei habe das Tier gekämpft und laute Geräusche gemacht. Anschließend verharrte es wieder weitgehend ruhig, bewegte jedoch weiterhin die Schwanzflosse.

So wurde der Wal befreit

Zuvor hatten Einsatzkräfte mit Baggern eine rund 50 Meter lange, sechs Meter breite und etwa 1,20 Meter tiefe Rinne in die Sandbank gegraben. Ziel war es, dem geschwächten Tier den Weg in tiefere Gewässer zu ermöglichen. Nach Einschätzung vor Ort fehlten dem Wal zeitweise nur noch wenige Meter bis in die Ostsee.

Die Rettungsarbeiten waren am Donnerstagabend aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden. Für den Freitagmorgen war eine Fortsetzung geplant. Dazu kam es nun offenbar nicht mehr – weil der Wal die vorbereitete Rinne möglicherweise eigenständig genutzt hat.

Ob das Tier die Strapazen überstanden hat und sich weiter in der Ostsee bewegt, bleibt derzeit offen.