Orkantief Detlef sorgt für Chaos: Sturmflut überflutet Häfen und legt Fährverkehr lahm

Die Sturmflut trifft auf den Norden Deutschlands: Am 05.10.2025 wurden Teile des Fährhafens von Dagebüll überflutet, der Fischmarkt in Hamburg und Campingplätze stehen unter Wasser. Das Orkantief Detlef hält den Norden auf Trab.
Bodo Marks/dpaEin kräftiges Sturmtief hat am Wochenende weite Teile Norddeutschlands erreicht. Besonders betroffen waren Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Häfen liefen über, Fähren fielen aus, Campingplätze standen unter Wasser – Orkantief Detlef sorgte für unruhige Nächte an der Küste.
Orkantief Detlef sorgt für Hochwasser an der Küste
Laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) stieg das Wasser an Nord- und Ostseeküste um bis zu zwei Meter über das mittlere Hochwasser. Auch an der Elbe kam es zu Überflutungen.
Feuerwehreinsätze und Sturmböen bis 110 km/h
Böen bis 110 Kilometer pro Stunde beschäftigten die Feuerwehren im Norden. Umgestürzte Bäume sorgten für zahlreiche Einsätze – unter anderem in Aurich, Neubrandenburg und im Landkreis Nordwestmecklenburg.
Verletzt wurde laut Leitstellen niemand.
Überflutete Häfen und Campingplätze
In Cuxhaven musste die Polizei den überfluteten Hafen absichern und Autos umsetzen. Auf Norderney stand ein Campingplatz unter Wasser, auf Wangerooge spülte die Sturmflut Sand vom Strand.
Auch in Hamburg trat die Elbe über die Ufer – der Fischmarkt stand zeitweise unter Wasser. Viele Schaulustige verfolgten das Naturschauspiel, die Polizei hatte das Gebiet vorsorglich abgesperrt.
Zwei Jugendliche wurden in Moorwerder vom Hochwasser überrascht und mussten von der Feuerwehr per Boot gerettet werden.

Der Fischmarkt in Hamburg wurde durch das Sturmtief Detlef überflutet.
Benjamin Haller/dpaFalscher Sirenenalarm sorgt für Aufregung
Am Sonntagabend lösten in Hamburg versehentlich Sirenen in der ganzen Stadt aus.
„Die Sirenen eben waren wegen Hochwasser und hätten eigentlich nur in Overwerder ausgelöst werden sollen!“, erklärte die Polizei auf X. Ursache war ein Bedienungsfehler. Zahlreiche Anrufe gingen daraufhin beim Notruf ein.
Fährverkehr und Schifffahrt betroffen
Mehrere Fährverbindungen zu den Ostfriesischen Inseln sowie zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum mussten gestrichen oder angepasst werden. Auch das Kreuzfahrtschiff „Aidaperla“ konnte den Hamburger Hafen wegen der Schlechtwetterlage nicht verlassen.
DWD erwartet nachlassenden Wind
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete am Montag noch mit Böen bis 80 km/h, vor allem auf Fehmarn und entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Im Laufe des Tages sollte der Wind allmählich abnehmen – und der Norden durchatmen können.