Papstwahl
: Was ist das Konklave?

Befasst man sich mit der Papstwahl, begegnen einem eine Reihe außergewöhnlicher Begrifflichkeiten. So zum Beispiel „Konklave“. Was steckt hinter dieser historischen Bezeichnung?
Von
David Hahn
Vatikan
Jetzt in der App anhören
Papst Franziskus sitzt in einem Stuhl bei seiner wöchentlichen Generalaudienz in der Halle Paul VI. im Vatikan. (zu dpa: „Papst Franziskus: Einige dachten bereits an Konklave»)

Papst Franziskus sitzt in einem Stuhl bei seiner wöchentlichen Generalaudienz in der Halle Paul VI. im Vatikan.

Andrew Medichini

Nach dem Tod eines Papstes kommt es zu einer seltenen Prozedur, die jedoch schon seit Jahrhunderten durchgeführt wird: der Papstwahl. Stets steht die Wahl des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche in großem öffentlichem Interesse. Sie ist historisch stark aufgeladen und bringt so manchen komplizierten Begriff mit sich, wie zum Beispiel „Konklave“. Was steckt hinter dem Begriff?

Was ist das Konklave?

Das Konklave bezeichnet die Versammlung von Kardinälen der katholischen Kirche, die sich zur Wahl des neuen Papstes einfinden. Das Wort „Konklave“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „mit Schlüssel verschlossen“. Da die Teilnehmer des Konklaves vor Beginn der Wahl schwören, absolute Geheimhaltung zu wahren, und während der Wahl keinen Kontakt zur Außenwelt haben dürfen, betont der Begriff „Konklave“ die Geheimhaltung und Besinnung bei der Papstwahl.

Wie viele Päpste gab es bisher? Alle Päpste seit dem 16. Jahrhundert finden sich hier aufgelistet.

Wo findet das Konklave statt?

Die Kardinäle versammeln sich zu dem Konklave in der Sixtinischen Kapelle innerhalb des Apostolischen Palastes. Die Sixtinische Kapelle ist für ihre Schönheit und ihre Verbindung zur katholischen Tradition bekannt, sowie gut bewacht und abgeschirmt, sodass die Vertraulichkeit der Wahl gewährleistet werden kann.

Wer darf am Konklave teilnehmen?

Wahlberechtigt sind nur die Kardinäle, welche von einem amtierenden Papst ernannt wurden und die das Alter von 80 Jahren noch nicht erreicht haben. Offiziell zugelassen sind als Obergrenze nur 120. Diese Regelung wurde jedoch in Ausnahmefällen überschritten.

Wer leitet das Konklave und organisiert die Papstwahl?

Geleitet wird die Prozedur vom Kardinaldekan, der von den Kardinälen aus ihren eigenen Reihen gewählt und vom Papst bestätigt wurde. In der Regel bleibt ein Kardinaldekan bis zu seinem 80. Geburtstag im Amt oder tritt aus anderen Gründen zurück. Derzeitiger Kardinaldekan ist Giovanni Battista Kardinal Re, der bereits 91 Jahre alt ist.

Was war die längste Papstwahl und was die kürzeste? Beide Rekorde gibt es in diesem Artikel.