Blutroter Himmel an Pfingsten
: Seltenes Wetterphänomen über Deutschland möglich

Zum Pfingstwochenende erreicht nicht nur frühsommerliche Hitze Deutschland. Auch Saharastaub wird mit möglichen Auswirkungen auf Himmel, Sicht und Luftqualität erwartet.
Von
David Hahn
Berlin
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Saharastaub in Bayern

Am Pfingstsonntag und Pfingstmontag könnte der Himmel über Teilen Deutschlands rötlich eingefärbt sein.

Sven Hoppe/dpa-tmn/dpa

Sonne satt bei über 30 Grad: Deutschland steht ein frühsommerlich warmes bis heißes Pfingstwochenende bevor. Saharastaub könnte zudem den Himmel in den nächsten Tagen teils rötlich verfärben. Die Prognose für die nächsten Tage gibt es hier zusammengefasst.

Wetter an Pfingsten in Deutschland

Bereits am Freitag zeigt sich das Wetter laut dem Deutschen Wetterdienst meist sonnig und trocken. Im Norden und Osten ziehen zeitweise Quellwolken durch, Schauer bleiben aber selten. Die Temperaturen steigen auf 20 bis 28 Grad, am Oberrhein lokal bis knapp 30 Grad. Am Samstag wird es noch wärmer: Viel Sonne und trockenes Wetter bringen verbreitet 26 bis 30 Grad, im Südwesten sind bis zu 32 Grad möglich. Nur im äußersten Norden besteht ein geringes Schauerrisiko.

Auch der Sonntag bleibt überwiegend freundlich. Während es im Norden etwas wolkiger mit einzelnen Schauern werden kann, dominiert im Süden und Südwesten die Sonne. Dort steigen die Temperaturen auf bis zu 33 Grad. Zum Wochenstart setzt sich die frühsommerliche Wetterlage fort. Am Montag werden erneut vielerorts 26 bis 33 Grad erwartet, begleitet von viel Sonne und nur wenigen Wolken.

Saharastaub heute: Wo gibt es aktuell Wüstenstaub?

Wenn Saharastaub in großen Höhen nach Europa gelangt, streut und reflektiert er das Sonnenlicht. Dies führt dazu, dass der Himmel milchig, gelblich oder orangerot erscheint. An Pfingsten könnte dieses Wetterphänomen laut dem Atmosphere Monitoring Service auch wieder in Deutschland auftreten.

Saharastaub zieht am Freitag über das Mittelmeer primär nach Portugal und den Norden Spaniens hinweg. Am Samstag erreicht der Wüstenstaub auch Frankreich und Deutschland. Besonders am Pfingstsonntag und Pfingstmontag wird hierzulande die höchste Belastung mit Saharastaub erwartet.

Zunächst ist primär Norddeutschland betroffen, ehe sich der Saharastaub am Sonntag weiter Richtung Mitte und Süden ausbreitet. Am Montag verlagert sich der Schwerpunkt zunächst nach Süddeutschland, später tritt die Staubwolke erneut im Norden auf.

Karte zeigt Prognose: Saharastaub über Deutschland

Die folgende Karte zeigt die Konzentration von Saharastaub in 3000m Höhe:

Die folgende Karte zeigt die Belastung mit Saharastaub an der Erdoberfläche:

Ist Saharastaub gefährlich?

Saharastaub kann in Deutschland mehrmals im Jahr auftreten, besonders im Frühjahr und Herbst. Er entsteht, wenn starke Winde feinen Mineralstaub aus Wüsten wie der Sahara aufwirbeln und in große Höhen transportieren. Bestimmte Wetterlagen können diesen Staub über weite Strecken bis nach Deutschland bringen.

Mineralstaub ist ein zentraler Bestandteil der Atmosphäre und macht über die Hälfte der globalen Aerosol-Produktion aus. Seine Menge hängt von Faktoren wie Windstärke, Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeit ab. Die Partikel bestehen vor allem aus Sand, Ton und anderen Mineralien. Der Staub beeinflusst das Klima, indem er Sonnenlicht streut und absorbiert sowie Wolkenbildung und Niederschlag verändert. Gleichzeitig hat er auch positive Effekte, etwa als Nährstofflieferant für Regenwälder und Ozeane.

Gesundheitlich gilt Saharastaub grundsätzlich als unbedenklich. Für Menschen mit Allergien oder Asthma kann er jedoch eine zusätzliche Belastung darstellen.