Pilze sammeln in MV
: Pilz-Experten verraten, wo sich die Suche lohnt

In den unzähligen Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns ist Pilzsaison. Pilz-Sachverständige verraten, wo welche Pilze zu finden sind.
Von
Nicole Züge
Rostock
Jetzt in der App anhören
In einem Wald wächst Steinpilz und seine Kappe ist noch voller Moos. In den Brandenburger Wäldern beginnen jetzt wieder die Pilze zu wachsen. (zu dpa: «Pilze kommen langsam in Tritt - Sammler hoffen auf Regen») +++ dpa-Bildfunk +++

In einem Wald wächst Steinpilz und seine Kappe ist noch voller Moos. Solche Exemplare sind laut Pilz-Experten auch in Mecklenburg-Vorpommern zu finden. Wo sich die Suche lohnt und was Anfänger beachten müssen.

Patrick Pleul/dpa

Die klassische Pilzsaison, in der auch die meistens Hobbysammlerinnen und -sammler in die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns pilgern, beginnt ab Ende August. Hochsaison für Röhrenpilze, z.B. die begehrten Steinpilze oder Steinpilz oder der Maronenröhrlinge, ist ab Herbst. Doch Pilzberaterin Ria Bütow weiß: „Pilzsaison ist immer“.

Bereits seit über zehn Jahren ist die Expertin leitende Pilzberaterin für die Hansestadt Rostock. Zu jeder Jahreszeit habe man die Möglichkeit, in den Wäldern essbare Pilze zu finden.

Pilze sammeln in MV: diese Pilzsorten sind typisch

Laut dem Landespilzsachverständigen Oliver Duty wachsen auf den Sandböden Mecklenburg-Vorpommerns etwa 5.000 verschiedene Pilzarten. Momentan wandern dem Experten zufolge auch Arten ein, die Wärme lieben. So habe es Funde von Röhrlingen gegeben, die in den vergangenen 100 Jahren nicht im Nordosten vorkamen. Typischerweise findet man aber vor allem Butterpilze und Körnchen-Röhrlinge.

Wo findet man welche Pilze in MV?

Nach Angaben von Duty sind die Nadelwälder um Krakow und Linstow eine beliebte Gegend, um Pilze zu suchen. Dort wachsen dem Experten zufolge vor allem Maronen und Pfifferlinge. In den alten Buchenwäldern auf Rügen finde man nicht unbedingt viele essbare Pilze, dafür aber seltene Exemplare, sagt er.

Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Suche hat man laut Pilzberaterin Bütow, wenn der Boden feucht ist und die Temperaturen nicht unter dem Gefrierpunkt liegen. „Wenn man in einem Waldstück sucht, in dem es seit mehr als drei Wochen nicht mehr geregnet hat, findet man gar nichts“, sagt auch Duty.

Welche Pilze können Anfänger sammeln, welche sollte man meiden?

Röhrlinge seien am leichtesten zu erkennen, so der Pilz-Experte Duty. Die Pilze haben ihren Namen aufgrund der Röhren, die sich unter ihrem Schirm befinden. Die Hutunterseite ähnelt einem Schwamm. Zudem gebe es nur wenig bittere Röhrlinge und noch weniger, die giftig seien, sagt der Experte.

Ein giftiger Röhrling, der in Mecklenburg wachse, sei der Satans-Röhrling. Dieser komme aber nur an wenigen Standorten in MV vor, sagt Duty. „Bei Röhrlingen ist man schon mal relativ sicher, dass man sich nicht tödlich vergiftet.“

Pilze mit weißen Lamellen sollten Anfänger meiden, denn unter ihnen befinden sich tödliche und giftige Arten. Im Zweifel Pilze lieber stehenlassen! Denn die allerwichtigste Pilz-Regel lautet: Nur ernten, was man hundertprozentig kennt oder bestimmen kann.

Pilzberatung in MV hilft bei Unsicherheit

Wenn man sich unsicher ist, ob ein Pilz essbar oder vielleicht doch giftig ist, kann man sich Hilfe bei einem der mehr als 40 ehrenamtlich tätigen Pilzberater in Mecklenburg-Vorpommern holen. Die Experten erhalten nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales einen Befähigungsnachweis zur Pilzberatung nach einer bestandenen umfangreichen Prüfung. Die Pilzberater untersuchen die Fundstücke aus dem Wald und können weiterhelfen.

Waldpilze zubereiten: Nie roh essen!

Alle Waldpilze sollten nicht roh verspeist, sondern 15 bis 20 Minuten erhitzt werden, rät der NABU. Denn wilde Pilze seien roh giftig - selbst die nussig schmeckende Marone verursacht ungekocht Magen-Darm-Beschwerden. Außerdem entfalten die meisten Pilze erst bei richtiger Zubereitung ihr charakteristisches Aroma - also immer schön braten, schmoren, grillen oder dünsten.

Mit Material von dpa.